Mit Leidenschaft noch zu einem Punkt

Bietigheimer Zeitung
Mit Leidenschaft noch zu einem Punkt

Nach einem Sieben-Tore-Rückstand erkämpften und erspielten sich die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim bei der HG Saarlouis ein 27:27.

Auf der Zielgeraden der Saison geben die so miserabel gestarteten Bietigheimer Handballer nochmal richtig Gas. Bei der HG Saarlouis, die noch um den Klassenerhalt in der Zweiten Bundesliga bangen muss, holte sich die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer mit einer großartigen kämpferischen und leidenschaftlichen Leistung nach einem klaren Rückstand Mitte der ersten Halbzeit noch einen Punkt. Den sicherte am Ende Torhüter Stanislaw Gorobtschuk, der einen Freiwurf von Jonas Faulenbach entschärfte. Zuvor hatte Christian Schäfer, mit zehn Toren einmal mehr bester Werfer der SG BBM, die Siegchance auf der Hand, scheiterte aber frei vor dem Tor der Gastgeber an Schlussmann Patrick Schulz.

Aus den vergangenen neun Partien holten die Bietigheimer 13:5 Punkte und verloren dabei nur einmal. Am Samstag erwartet die SG BBM in der EgeTrans-Arena die HSG Nordhorn-Lingen, im letzten Heimspiel ist am 27. Mai die DJK Rimpar zu Gast, ebenfalls in der EgeTrans-Arena. Zu den beiden letzten Auswärtsspielen muss das Mayerhoffer-Team weite Reisen nach Emsdetten und Rostock auf sich nehmen.

"Über die komplette Spielzeit gesehen war es eine gerechte Punkteteilung. Es waren zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten", meinte SG-Coach Mayerhoffer nach dem 27:27 in Saarlouis. "Nach einem Sieben-Tore-Rückstand kann man hier auch untergehen. Für Saarlouis geht es um jeden Punkt. Aber meine Mannschaft hat Charakter gezeigt und kämpferisch eine sehr, sehr gute Leistung gezeigt und war in der zweiten Halbzeit unheimlich stark", so der Bietigheimer Trainer.

Anfangs fanden die Gäste gar nicht rein in die Partie, sie lagen nach vier Minuten 0:3 und nach 13 Minuten 3:8 in Rückstand. In der 21. Minute waren es beim 13:6 schon sieben Tore Vorsprung für die Saarländer. Danach drehte Mayerhoffer an ein paar Stellschrauben und stellte seine 6:0-Abwehr auf eine 5:1-Deckung um. Diese Maßnahme zeigte Wirkung auf beiden Seiten. Saarlouis tat sich fortan wesentlich schwerer, um zum Torerfolg zu kommen, und die Gäste standen am eigenen Kreis stabiler.

"Wir haben in der zweiten Hälfte ganz anders gespielt", freute sich Mayerhoffer über den steilen Anstieg der Leistungskurve bei seinem Team. Das kam mit variantenreichem Spiel, einem starken Rückraum und über schnelle Gegenstöße nach Ballgewinnen in der Deckung im Ergebnis immer näher an die Gastgeber heran. Nach 43 Minuten gelang Schäfer per Siebenmeter zuerst der 19:19-Ausgleich und kurz darauf aus dem Spiel heraus auch das 20:19. Die HGS berappelte sich aber schnell und legte drei Tore in Folge zum 22:20 nach. Doch die Bietigheimer ließen sich nicht mehr abhängen - und nicht nach mit ihrem konsequenten Spiel.

Erneut Schäfer mit einem verwandelten Strafwurf sowie Jonathan Scholz glichen jeweils zum 25:25 und 26:26 aus. Knapp zwei Minuten vor Ende dieser packenden und spannenden Partie brachte Julius Emrich die SG mit 27:26 in Führung. Die egalisierte der Spanier Ibai Meoki-Etxebeste und stellte damit auch den Endstand her.

Zusatzinfo
Vier Aufsteiger in die Zweite Liga
Rückkehrer Die vier Aufsteiger in die Zweite Handball-Bundesliga der Männer stehen fest. Es sind die drei Staffel-Meister der Dritten Liga Dessau-Roßlauer HV (Nord), TV Hüttenberg (Ost) sowie HSG Konstanz (Süd). Da aus der Weststaffel weder der Leichlinger TV als Meister noch der Zweite VfL Fredenbeck in die Zweite Liga wollen, steigt mit der SG Leutershausen auch der Vizemeister der Südstaffel direkt auf. Beworben für die Zweite Liga haben sich mit dem HC Elbflorenz und dem VfL Potsdam zwar noch zwei Vereine, die allerdings keine Chance mehr auf Rang zwei in ihren Staffeln und damit die Aufstiegsrunde haben. Davon profitiert die SG Leutershausen, die nun ebenso wie der TV Hüttenberg und der Dessau-Roßlauer HV in die Zweite Liga zurückkehrt.

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