Finale um den Aufstieg ist perfekt

Ludwigsburger Kreiszeitung
SG fehlt nur noch ein Pünktchen

Nach dem 34:27 (13:15)-Auswärtscoup beim HC Empor Rostock fehlt den Handballern der SG BBM Bietigheim nur noch ein Punkt, um ihren Traum vom Aufstieg in die 1. Bundesliga wahr werden zu lassen.

So sehr die Mitkonkurrenten um den Aufstieg auch auf einen Ausrutscher hofften, so cool blieben die Bietigheimer an der rauen Ostseeküste. Während Leipzig und Erlangen patzten, stürmte die SG mit dem siebten Sieg in Folge auf den zweiten Tabellenplatz. Jetzt kommt es am Samstag in der Viadukthalle zum großen Showdown zwischen dem auf Rang 3 zurückgefallenen HC Erlangen und der SG BBM.


Den Aufstieg unter Dach und Fach hat die TSG Friesenheim, die nach dem 28:25 beim TV Neuhausen einen der drei ersten Plätze sicher hat.

In Rostock lag der zweite Anwärter für den Sprung nach oben zur Halbzeit mit 13:15 zurück. Zum einen bekam die SG-Abwehr den Rückraumbomber Lukas Gamrat (6 Tore) nicht in den Griff, andererseits scheiterten die Angreifer im ersten Abschnitt zwölfmal an dem überragenden Rostocker Keeper Jan Kominek.

SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer fand in der Pausenansprache die richtigen Worte. Nach Wiederbeginn verwandelte sein Team durch Treffer von Andre Lohrbach, Patrick Rentschler, Timo Salzer und Robin Haller den Rückstand binnen fünf Minuten in eine 18:15-Führung

„Der Schlüssel zum Erfolg war unsere konsequente Abwehrarbeit“, resümierte Mayerhoffer, der noch ein Extralob für den 21-jährigen Paco Barthe verteilte. Auch nach dem 17:21-Rückstand (40. Minute) kämpften die Hansestädter unverdrossen weiter und waren beim 21:22-Anschlusstreffer wieder auf Tuchfühlung (43.).

Der anschließende 4:0-Lauf zum 26:22 brachte die Schwaben in Mecklenburg-Vorpommern endgültig auf die Siegerstraße. „Diesen Vorsprung haben wir uns nicht mehr nehmen lassen, auch wenn Rostock nochmals alles gegeben hat“, freute sich Bietigheims Kommandogeber Mayerhoffer.

„Noch ist es zu früh zu jubilieren. Wir müssen gegen zwei Spitzenmannschaften noch einen Punkt holen“, bremst der 44-Jährige all jene, die sein Team bereits in der 1. Liga sehen.

SG BBM: Kulhanek, Welz; Haller (7), Lohrbach (6/1), Patrick Rentschler (6), Timo Salzer (4), Dahlhaus (3), Barthe (3), Marco Rentschler (2), Blodig (1), Boschen (1), Thorsten Salzer (1), Heling.


Bietigheimer Zeitung
Finale um den Aufstieg ist perfekt

Die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim stehen kurz vor dem Aufstieg in die Handball-Bundesliga. Nach dem Sieg beim HC Empor Rostock benötigt die SG BBM aus zwei Partien noch einen Punkt. Am Samstag steigt das "Aufstiegsfinale" gegen den HC Erlangen.

Mit dem in der zweiten Halbzeit in beeindruckender Art und Weise herausgespielten 34:27-Sieg beim HC Empor Rostock haben die Bietigheimer Handballer die Tür zur Bundesliga ganz weit aufgestoßen. Schon am Samstag kann die SG BBM beim ersten von zwei Matchbällen mit einem Teilerfolg gegen den HC Erlangen den Aufstieg in der Halle am Viadukt perfekt machen. Lässt zeitgleich der SC/DHfK Leipzig in Aue einen Punkt oder verliert, würden die Bietigheimer in jedem Fall aufsteigen.

Am Wochenende zeigten mit dem HC Erlangen und Leipzig zwei Aufstiegsanwärter Nerven. Leipzig kassierte im Heimspiel gegen den VfL Hildesheim in der 60. Minute per Siebenmeter den 24:24-Ausgleich. Der HC Erlangen verlor daheim gegen Tusem Essen mit 23:24. Von den Patzern der Konkurrenz erfuhren die Bietigheimer Handballer am Samstag in Rostock beim Abendessen. Tags darauf gewannen sie nervenstark in der Rostocker Stadthalle und zogen in der Tabelle an Erlangen vorbei auf Rang zwei. Gegenüber dem direkten Verfolger Leipzig beträgt der Vorsprung schon vier Punkte, hinzu kommt die bessere Tordifferenz.

Gegen eine hochmotivierte Rostocker Mannschaft hatten die Bietigheimer am Sonntag in der ersten Halbzeit Probleme. "Wir haben in einem harten Spiel keine gute Abwehr gespielt und 15 Gegentore kassiert, die meisten aus dem Rückraum. Vorne haben wir gut herausgespielte Chancen liegenlassen", beschrieb Trainer Hartmut Mayerhoffer die Schwachstellen. "Danach war in der Halbzeitpause in der Kabine klar, was wir besser machen müssen", so der Coach. Seine Mannschaft machte es besser und glich in Überzahl den 13:15-Rückstand rasch zum 15:15 aus.

Als Rostock wieder vollzählig auf dem Feld war, zogen die Bietigheimer auf 18:15 davon. Sie spielten konsequenter in der Defensive und ließen kaum noch einfache Tore zu. Und vorne klappte es mit den Abschlüssen. Die zweite Spielhälfte ging mit 21:12 klar an den Aufstiegskandidaten.

Der HC Empor Rostock bot Mitte der zweiten Halbzeit nochmals ordentlich Paroli und kam auf 21:22 heran. SG-Trainer Mayerhoffer nahm mit einer Auszeit den Gastgebern den Schwung aus den Segeln und schwörte sein Team auf die letzte Viertelstunde ein.

Die Bietigheimer zogen auf 26:21 davon und sorgten so für eine gewisse Vorentscheidung. Danach hatten die Gastgeber keine Chance mehr und Bietigheim spielte sich souverän dem Sieg entgegen.

Nachdem es der HC Empor anfangs mit einer 5:1-Abwehr probiert hatte, stellte Trainer Rastislav Trtik später auf eine 4:2-Deckung um. Doch damit hatten die Gäste bei ihrem Offensivwirbel nur wenig Probleme. Bester Torschütze war erneut Robin Haller, dem sieben Treffer gelangen. Mit sechs Toren vom Kreis glänzte Patrick Rentschler. Nach seiner Vertragsunterzeichnung trumpfte auch Paco Barthe auf und war dreimal erfolgreich. Hinzu kam seine wertvolle Abwehrarbeit. Zwei gehaltene Siebenmeter und etliche gute Paraden in der zweiten Halbzeit standen auf dem Arbeitsnachweis von Torhüter Jan Kulhanek.

Mit diesem Sieg haben die Bietigheimer beste Voraussetzungen für ein "Finale um den Aufstieg" am Samstag gegen den HC Erlangen gesorgt.

Sollte es am Samstag nicht klappen mit mindestens einem Punkt und Leipzig in Aue gewinnen, bleibt den Bietigheimern immer noch das letzte Saisonspiel am 24. Mai in Stuttgart gegen den TV Bittenfeld. Aber angesichts der beeindruckenden Konstanz mit der die Mayerhoffer-Truppe seit Wochen auftritt und auch die kniffligsten Spiele gewinnt, stehen die Chancen auf die Bundesliga für Bietigheim gut. So gut wie nie.

Drucken