Bergischer HC besiegt die SG BBM Bietigheim mit 38:23 (17:6)

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RP Online
Der Zweitliga-Meister jubelt mit Silberschale

Mit einer eindrucksvollen Vorstellung und einem 38:23-Kantersieg gegen die SG Bietigheim geht der Bergische HC in die Sommerpause.

Nach 40 Minuten endet ein Kapitel in der Geschichte des Bergischen HC. Jan Stochl hat seinen letzten Ball für den Verein gehalten, mit dem er vier aufregende Handball-Jahre verbracht hat. Trainer Sebastian Hinze wechselt den Torhüter bei einer 24:12-Führung aus. Ein idealer Moment, um die tolle Atmosphäre in der Klingenhalle noch einmal richtig aufzusaugen. Tatsächlich werden die Zuschauer für Jan Stochl ganz besonders laut. Mit stehenden Ovationen wollen sie den BHC-Kapitän verabschieden. Doch nur wenige Sekunden später weiß das Publikum gar nicht mehr, wofür es mehr jubeln soll.

Michael Hegemann und Jan Artmann legen schnelle Tore zum 26:12 nach und lassen die Abschlussparty des Bergischen HC gegen die SG Bietigheim nahtlos weitergehen.

Besser hätte sich der BHC sportlich nicht von seinen Fans verabschieden können. Nachdem die Truppe das Hinspiel noch verloren hatte, sahen die Schwaben im Rückspiel überraschenderweise nur wie ein Sparringspartner aus. Die 6:0-Deckung hielt in der ersten Halbzeit so eindrucksvoll wie selten zuvor. Nach 20 Minuten führten die Löwen mit 12:2. "Wir haben heute noch mal alle Tugenden gezeigt, die uns über die Saison ausgemacht haben", lobt Sebastian Hinze seine Truppe. Zur Halbzeit führte der BHC mit 17:6. "Das war eine kompromisslose Abwehrleistung."

Natürlich konnte die zweite Hälfte kaum noch besser werden. "Der Gegner hat ja auch Qualität und wird sich etwas vorgenommen haben." Auch den einen oder anderen Ballverlust zu viel haben sich die Löwen hinterher im Angriff geleistet. Angesichts der ersten Hälfte war das zu verschmerzen. Und der Partystimmung in der Klingenhalle tat es ohnehin keinen Abbruch. Die La-Ola-Welle rauschte durch die Ränge, und die letzten fünf Minuten verfolgten die Anhänger komplett stehend. Mit 38:23 fegten die Bergischen ihren Kontrahenten letztlich aus der Halle. Alle Feldspieler – mit Ausnahme von Fabian Bohnert – kamen zu mindestens einem Treffer. Alexander Oelze versenkte sogar neunfach gegen die fast nie voll auf der Höhe befindliche Bietigheimer Deckung.

"Ich hatte es heute noch einmal sehr einfach", sagt Jan Stochl und bedankt sich damit bei seinen Vorderleuten. "Alle wollten das letzte Spiel unbedingt gewinnen. Und so war halt nach 20 Minuten alles geklärt." Die stehenden Ovationen bei seiner Auswechslung habe er sehr genossen – auch wenn er es in dem Moment nicht offen gezeigt und es bei einem zurückhaltenden Winken belassen hat.

Zu gerne hätten die BHC-Fans ihre gute Stimmung gleich nach dem Schlusspfiff weiter ausgelebt. Doch die Abschlussfeier ließ ein wenig auf sich warten, weil die Bühne noch aufgebaut werden musste. Trotzdem blieben rund 800 Zuschauer, um zur Verabschiedung von Fabian Bohnert, Jan Stochl und Jiri Vitek dabei zu sein. Als Andenken verteilte BHC-Geschäftsführer Jörg Föste Bilder in Lebensgröße von und für seine drei Abgänge.

Von Jiri Vitek fiel der Abschied freilich am Schwersten. Sieben Jahre gibt es den Bergischen HC, sechs Jahre davon war "Tuky" dabei. "Unvergesslich wird der letzte Siebenmeter gegen die TSG Friesenheim bleiben", erinnert sich Jörg Föste. "Ich habe Fabian Bohnert in seinem halben Jahr bei uns oft mit entblößtem Oberkörper während der Spiele erlebt. Bei Tuky ist es nur ein Mal passiert. Das war nach diesem Tor." Mit Vitek geht ein ganz Großer und der Publikumsliebling – das ließen ihn die Fans in seinen letzten BHC-Momenten auch spüren.

Nicht weniger herzlich verabschiedeten sich Verein, Mannschaft und Publikum von Jan Stochl und Fabian Bohnert. Letzterer bewies ein Mal mehr seine Entertainer-Qualitäten, Kapitän Jan Stochl nahm die Ehrung in gewohnt bescheidener Manier entgegen. Ganz im Hintergrund blieb Sebastian Hinze. Der Trainer wirkte schon nach dem Schlusspfiff und bei der Überreichung der Zweitliga-Meisterschale so, als ob er keinesfalls im Mittelpunkt stehen wollte. Der Abend gehörte der Mannschaft, doch was Hinze in dieser Saison aus ihr herausgeholt hat, wird unvergessen bleiben. Ulli Fremdling, Leiter der Amateur-Abteilung, packt es in die passenden Worte: "Ich hätte es ihm sehr gegönnt, Trainer des Jahres zu werden".


Ludwigsburger Kreiszeitung

Bei Bietigheim ist die Luft raus

Zweitliga-Handballer kassieren beim Saisonfinale ihre höchste Niederlage

Ausgerechnet beim Saisonfinale kassierten die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim ihre höchste Niederlage. Beim Meister-und Aufsteiger Bergischer HC setzte es eine 23:38 (6:17)-Klatsche.

Nach dem bereits abgesicherten vierten Tabellenplatz war die Luft raus bei den Ellentälern. Für die „Bergischen Löwen“ war die ohne „Fünf“ angetretene SG genau die richtige Vorspeise für die anschließende Meister- und Aufstiegsfeier zusammen mit ihren 2400 begeisterten Fans. Neben Torhüter Milos Hacko fehlte mit Christian Christian Heuberger und Thorsten Salzer der komplette Bietigheimer Innenblock. Im Angriff musste SG-Trainer Jochen Zürn bei seinem letzten Spiel auf Linksaußen Andre Lohrbach und nach 20 Minuten auch auf den Halbrechten Tim Coors verzichten.

Dermaßen geschwächt, war das „Häuflein der Aufrechten“ gegen den mit Abstand wurfgewaltigsten Angriff der 2. Liga völlig überfordert. Nach 20 Minuten lagen die entfesselt auftrumpfenden „Löwen“ bereits mit zehn Toren in Front (12:2). Dagegen gelangen der SG bis zum Seitenwechsel gerade mal sechs Treffer (17:6).

Auch die von Trainer Jochen Zürn früh gezogene grüne Karte zur Auszeit (7. + 22. Minute) konnte den Angriffswirbel der Gastgeber nicht stoppen. In der zweiten Hälfte stellte Zürn für Pascal Welz den erst 19-jährigen Marvin Heinz in den Kasten, der mit einigen Paraden sein Talent unter Beweis stellte. Dennoch musste auch der Youngster 21 Mal den Ball aus dem Netz holen.

Immerhin fanden in der zweiten Halbzeit auch die SG-Angreifer Löcher im Löwenkäfig. Neben Robin Haller und Andreas Blodig, zeigten Philipp Schulz und Pascal Durak in ihrem letzten Spiel für die SG eine starke Leistung. „Gegen diese Top-Truppe mit einem Weltklassemann wie Viktor Szilagyi waren wir chancenlos“ konstatierte SG-Coach Zürn.

Die Enttäuschung über die deutliche Abfuhr hielt sich dennoch in Grenzen, vielmehr feierte der SG-Tross bei einem Stopp in der Düsseldorfer Altstadt die bisher beste Zweitliga-Saison.

SG BBM: Heinz, Welz; Haller (6), Blodig (5), Schulz (5), Durak (3), Schäfer 2/2), Freudl (1), Timo Salzer (1), Coors, Rentschler, Boschen.


Bietigheimer Zeitung

Bergischer HC besiegt die SG BBM Bietigheim mit 38:23 (17:6)

Mit einer meisterlichen Vorstellung verabschiedete sich der Bergische HC aus der Zweiten Handball-Bundesliga. Der Aufsteiger besiegte die personell geschwächte SG BBM Bietigheim mit 38:23 (17:6)

Am letzten Spieltag der Saison 2012/2013 fiel in der Zweiten Handball-Bundesliga auch die letzte Entscheidung: Neben dem TuS Ferndorf muss mit dem SV Henstedt-Ulzburg ein weiterer Aufsteiger 2012 wieder in die Dritte Liga zurück. In der Bundesliga am Ball sind künftig der Bergische HC, der TV Emsdetten und der ThSV Eisenach. Aus der Ersten Liga absteigen müssen Tusem Essen, TV Neuhausen und der TV Großwallstadt, aufgestiegen aus der Dritten Liga sind DJK Rimpar und TSV Altenholz.

Die SG BBM Bietigheim beendete die Saison auf Rang vier. "Das trübt unsere Saison nicht. Das Ergebnis war nicht ganz standesgemäß. Uns wurden die Grenzen aufgezeigt, aber es war auch nichts anderes möglich, die Akkus waren leer. Der Bergische HC hat eine sehr starke Mannschaft. Wir hatten zu viele Ausfälle und es nicht geschafft, Leidenschaft in die Zweikämpfe zu bringen", kommentierte der Bietigheimer Trainer Jochen Zürn sein letztes Spiel für die SG BBM. Dabei musste Zürn mit allerlei Handicaps klarkommen. Mit Thorsten Salzer und Christian Heuberger fiel der Standard-Innenblock aus, mit Milos Hacko der Stammkeeper, auch Linksaußen Andre Lohrbach musste passen, Tim Coors konnte nur 15 Minuten spielen, Patrick Rentschler hielt grippegeschwächt durch. In der zweiten Halbzeit kam Marvin Heinz im Tor zum Einsatz, im Feld hatte Nils Boschen seine Einsatzzeiten. "Heinz hat es ordentlich gemacht, auch Boschen war in den 25 Minuten gut", lobte Zürn seine Youngster.

Der Bergische HC gab von der ersten Minute an Gas und legte eine 6:1-Führung hin, die er bis zur 21. Minute auf 12:2 ausbaute. Getroffen in den 20 Minuten hatten für die Gäste nur Christian Schäfer per Siebenmeter zum 1:3 und Robin Haller zum 2:7. Über 14:3 und 16:6, nachdem die SG BBM ein paar Tore nachgelegt hatte, kam der Meister zur 17:6-Pausenführung. Auch in der zweiten Hälfte hielten die Gastgeber ihren Torevorsprung bei elf, zwölf Treffern. 15 waren es beim 30:15 nach 47 Minuten. In den restlichen 13 Minuten, in denen sich beide Teams vollends dem Saisonende entgegenspielten, erzielten sie jeweils noch acht Treffer.

Der Bergische HC nahm mit dem klaren Sieg erfolgreich Revanche für die Niederlage im Hinspiel am 26. Dezember in Ludwigsburg und war der SG BBM angesichts deren Personalsituation deutlich überlegen.

Für die Bietigheimer Handballer geht es am Mittwoch gemeinsam für ein paar Tage nach Mallorca, um die starke Saison und Platz vier zu feiern.

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