Die Korschenbroicher feiern gegen Bietigheim einen 32:30-Heimsieg.

Westdeutsche Zeitung

TVK erkämpft zwei wichtige Punkte

Die Korschenbroicher feiern gegen Bietigheim einen 32:30-Heimsieg.

Es geht doch noch: Mit einer kämpferisch anständigen Leistung haben die Zweitliga-Handballer des TV Korschenbroich beim 32:30 (13:14) gegen die SG BBM Bietigheim zwei wichtige Punkte im Kampf um den sportlichen Klassenerhalt eingefahren und zugleich den ersten Heimsieg seit dem 24. Februar gegen Potsdam gefeiert.

Vor 427 Zuschauern schien zunächst alles auf eine weitere Heimniederlage hinzudeuten, waren die Gäste aus Schwaben doch schnell mit 6:1 in Führung gegangen. „Wir sind katastrophal reingekommen, hatten große Probleme mit der gegnerischen Deckung. Bietigheim hat zudem gut aus dem Rückraum getroffen. Dann haben wir uns zum Glück aber recht schnell gefangen“, sagte Marcel Görden. „Nach der siebten Minute haben wir trotz des frühen Rückstandes von 0:5 ein Superspiel abgeliefert“, freute sich Markus Breuer.

In der Tat überzeugte der TVK durch eine Energieleistung, konnte in der 11. Minute durch Simon Breuer erstmals ausgleichen. Im zweiten Durchgang legte der TVK zum 20:16 vor, ließ sich auch vom zwischenzeitlichen Ausgleich zum 24:24 und 27:27 nicht aus dem Konzept bringen.

Mathias Deppisch erzielte kurz vor dem Ende der Partie das erlösende 32:30. Trainer Christian Voss war voll des Lobes: „In der zweiten Hälfte war es einfach Wahnsinn, wir spielen im Prinzip mit einer Sieben durch, verschärfen dabei noch mal das Tempo, kommen in einen richtigen Flow, die ganze Halle steht hinter uns. Es sind Emotionen da, und das macht die Mannschaft einfach stark.“

Besonderen Anteil am Erfolg hatte das Torhütergespann Sven Bartmann und Oliver Mayer: „Mit meiner Leistung kann ich zufrieden sein. In der Schlussphase, als es bei mir nicht mehr ganz so gut lief, konnte Christian noch einmal wechseln, und Sven sind auch noch einige wichtige Paraden gelungen“, so Mayer.


NGZ Online

Während die Spieler mit dem leidenschaftlich erkämpften 32:30-Sieg über Bietigheim den ersten Heimsieg seit Ende Februar feierten, blickt Geschäftsführer Peter Irmen wieder etwas optimistischer in die Zukunft des TV Korschenbroich: "Wir sind dabei, Weichen zu stellen"

Vielleicht sichern die Spieler des TV Korschenbroich gerade ihre eigenen Nebeneinkünfte: Nach einer Phase der Lustlosigkeit, die mit der 25:34-Niederlage in Schwerin ihren negativen Höhepunkt erreichte, haben die Zweitliga-Handballer des TVK wieder ihr Kämpferherz entdeckt.

Lohn der Anstrengungen: Mit dem leidenschaftlich erkämpften 32:30 (Halbzeit 13:14) über die SG Bietigheim feierten sie am Samstagabend vor 472 begeisterten Zuschauern den ersten Heimsieg seit dem 24. Februar. Und zeigten damit Vereinsführung und potenziellen Sponsoren, dass es durchaus lohnenswert erscheint, in diese Mannschaft zu investieren.

Peter Irmen schaut denn auch wieder etwas optimistischer in die Korschenbroicher Handballzukunft: "Wir sind gerade dabei, Weichenstellungen vorzunehmen", sagt der Mediziner und ehrenamtliche Geschäftsführer der TV Korschenbroich Handball GmbH, "sowohl was die Mannschaft als auch, was das organisatorische Umfeld anbelangt."

Nach dem freiwilligen Rückzug in die Dritte Liga scheint inzwischen dort wenigstens eine Perspektive mit Zukunft möglich. Noch hat zwar keiner der Spieler eine Unterschrift geleistet, doch Irmen ist recht zuversichtlich, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Mannschaft in Korschenbroich bleibt: "Die Jungs haben zwar Angebote, aber aus anderen Teilen Deutschlands. Doch weil die meisten aus Studien- oder familiären Gründen im Rheinland bleiben wollen, gehe ich davon aus, dass sie auch zu reduzierten Bezügen für uns spielen." In Sachen Trainer stehe man nach wie vor in Kontakt "mit einem Kandidaten aus der Region" – nach Informationen unserer Zeitung soll es sich dabei um Ronny Rogawska, derzeit noch auf der Bank der HSG Düsseldorf, handeln (die NGZ berichtete). Der aktuelle TVK-Coach bekam nach dem Schlusspfiff am Samstagabend das Grinsen gar nicht mehr aus dem Gesicht: "Ich ziehe meinen Hut vor der Einstellung, die die Jungs seit Wochen an den Tag legen. Endlich sind sie mal dafür belohnt worden", meinte Christian Voß nach dem sechsten Sieg im 19. Spiel unter seiner Regie, den vor allem die starken Vorstellungen von Mathias Deppisch (8 Tore), Markus Breuer (7/2) und Marcel Görden (7/3) sicherstellenten. "Was der Marcel in jedem Spiel über 60 Minuten leistet, ist phänomenal", lobte Voß den Kreisläufer.

Seine Schützlinge steckten in einem Spiel von hohem Unterhaltungswert einen 1:6-Rückstand (9.) ebenso weg wie die Tatsache, dass die personell bestens bestückten Gäste einen 16:20-Rückstand (40.) noch einmal ausgleichen konnten (24:24, 50.). Am Ende kam Bietigheim nach 26:30 (56.) noch einmal bis auf 30:31 heran, doch Mathias Deppisch setzte mit Treffer Nummer acht fünf Sekunden vor dem Abpfiff den Schlusspunkt. "Wer zwei Tore besser ist als eine so leidenschaftlich kämpfende und arbeitende Mannschaft, hat den Sieg auch verdient", meinte Gästetrainer Jochen Zürn.



Ludwigsburger Kreiszeitung

Zwischen Welt- und Kreisklasse

Korschenbroich – Die Handballer des Zweitbundesligisten SG BBM Bietigheim tun sich in der Fremde weiterhin schwer. Gegen den Tabellenletzten TV Korschenbroich verlor das Team trotz harter Gegenwehr mit 30:32 (14:13).

Insgesamt 14 Zeitstrafen, dazu zwei rote Karten, zeugen von einem emotionsgeladenen Kampfspiel, das bis zum Ende auf Messers Schneide stand.

Der SG gelang ein Traumstart. Nach acht Minuten führten die Gäste mit 5:0. Der für den verletzten Milos Hacko ins Tor gerückte Youngster Pascal Welz vertrat den Routinier glänzend. Erstmals in der 8. Minute ließ sich der 21-jährige Welz bezwingen. „Weil unser Spiel zwischen Welt- und Kreisklasse schwankte“, so SG-Trainer Jochen Zürn, kamen die Gastgeber bis zur 20. Minute auf 8:9 heran. Den zwischenzeitlichen Ausgleich konterte Robin Haller mit zwei Treffern zur 13:12-Führung. Für die 14:13-Halbzeitführung sorgte der einmal mehr überzeugende Nico Kibat per Siebenmeter.

Auch die ersten Minuten nach der Pause gehörten den Ellentälern, die durch Kibat und Patrick Zieker auf 16:14 (33. Minute) erhöhten. Es folgte eine weitere, von Coach Zürn bemängelte Schwächephase, in der Korschenbroich auf 20:16 (40.) davonzog. Anstatt die anschließende Überzahl auszunutzen, versemmelten Haller, Christian Schäfer und Zieker gleich drei Großchancen.

Trotz dieser Aussetzer gelang der kämpferisch überzeugenden SG in der 54. Minute der Ausgleich zum 27:27, ehe Heißsporn Pierre Freudl seiner Mannschaft durch eine Undiszipliniertheit die Chance auf einen Punktgewinn raubte. Sein Meckern nach einer Zeitstrafe bestraften die Schiedsrichter mit zusätzlich zwei Minuten, so dass die Bietigheimer von den letzten sechs Minuten, vier in Unterzahl spielen mussten.

Dennoch kam die nie aufsteckende SG nach einem Dreitorerückstand durch den achten Treffer von Haller auf 30:31 heran, ehe Mathias Deppisch für Korschenbroich zum 32:30-Endstand traf.

SG BBM: Welz, Nick; Kibat (9/4), Haller (8), Heuberger (5), Schäfer (3), Zieker (3), Blodig (1), Freudl (1), Coors, Hinz, Knierim, Rentschler, Schulz.


Bietigheimer Zeitung

Nach einem Blitzstart und einer 5:0-Führung verlor die SG BBM Bietigheim beim Tabellenletzten und freiwilligen Absteiger TV Korschenbroich mit 30:32 (14:13). Dem gelang der erste Treffer in der achten Minute.

Erstes Gegentor nach acht Minuten
 
Der Anfang war vielversprechend, das Ende umso bitterer. Nach sieben Minuten führten die Bietigheimer vor 427 Zuschauern in Korschenbroich mit 5:0. Robin Haller, der den Torreigen eröffnet hatte, war zweimal erfolgreich, Patrick Zieker, Pierre Freudl und Nico Kibat per Siebenmeter hatten den Rest erledigt. Erst in der achten Minute erzielte Dennis Marquardt den ersten Treffer für die Gastgeber.

Offensichtlich hatten es die der SG BBM zu Beginn zu einfach gemacht. "Vielleicht war es am Anfang tatsächlich fast zu leicht. Es war das erwartet intensive und enge Spiel gegen Korschenbroich, das ja zuletzt knappe Ergebnisse hatten. In der Konsequenz haben wir zu viele Chancen ausgelassen und leichte Fehler gemacht", fasste SG-Trainer Joche Zürn die Partie zusammen.

Nach dem ersten Treffer war der TVK drin im Spiel und holte Tor um Tor auf. Nach 23 Minuten hatten die Korschenbroicher beim 11:11 ausgeglichen, auch beim 13:13 herrschte Gleichstand. Zur Pause lagen die Gäste dann mit 14:13 vorn.

In der intensiven und abwechslungsreichen Partie gingen die Gastgeber in der 37. Minute beim 17:16 erstmals in Führung. Die SG BBM blieb dran, erkämpfte sich den Vorsprung zurück, musste beim 24:24 und 27:27 aber jeweils wieder den Ausgleich hinnehmen. Danach allerdings konnte der TVK eine Führung halten und sie beim 30:27 erstmals auf drei Treffer ausbauen. Als Haller sein Team mit seinem insgesamt achten Tor auf 30:31 heranbrachte, keimte Hoffnung auf, doch Matthias Deppisch traf im Gegenzug zum 32:30-Endstand. Mitten hinein in eine gut herausgespielte Aktion der Bietigheimer über die rechte Seite ertönte die Schlusssirene.

"Wir haben einfach unsere tausendprozentigen Chancen zu einem hohen Prozentsatz nicht genutzt. Bei so vielen Chancen muss man einfach gewinnen, dann fährt man nach Hause und hat so ein Kampfspiel für sich entschieden", war Zürn mit der Chancenverwertung seines Teams unzufrieden. "So lange wir so leichte Fehler machen und freie Chancen verblasen, werden wir Schwierigkeiten haben, enge Spiele zu gewinnen", lautete das Fazit des Bietigheimer Trainers nach dem vorerst letzten Auftritt der SG BBM beim Klub vom Niederrhein, der aus wirtschaftlichen Gründen den Rückzug aus dem Profi-Handball antreten wird.

Bei den Schwaben feierte Torhüter Thorsten Nick für einige Minuten sein Debüt. Der 39-Jährige meisterte dabei einen Siebenmeter von Marcel Görden, musste aber auch zwei Strafwürfe passieren lassen. Die neue Nummer eins bis Saisonende im Bietigheimer Tor bekam ein Lob von Trainer Zürn: "Pascal Welz hat in der ersten Halbzeit sehr gut gehalten, in der zweiten Hälfte war die Leistung in Ordnung."

Am kommenden Samstag stellen sich die Bietigheimer wieder mal in der Halle am Viadukt ihrem Publikum im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen vor.

Drucken