Bietigheimer Zweitliga-Handballer verlieren in Eisenach mit 19:36 (8:16)

Ludwigsburger Kreiszeitung

SG BBM Bietigheim bricht ein

Eisenach – Einen herben Rückschlag auf dem Weg ins vordere Tabellendrittel der 2. Handball-Bundesliga erlitt die SG BBM Bietigheim. Gegen den ThSV Eisenach waren die Ellentäler chancenlos und kassierten mit 36:19 (16:8) ihre bisher höchste Saisonniederlage.

Ohne den am Sprunggelenk verletzten Kreisläufer Fabian Bohnert (fällt voraussichtlich drei Monate aus) musste die SG BBM nach Thüringen reisen.
 Da auch Youngster Patrick Rentschler noch länger fehlen wird, ruhte die Hauptlast sowohl am Kreis als auch im Innenblock auf Christian Heuberger, dem Neffen des Bundestrainer Martin Heuberger. Beeindruckt von der hitzigen Atmosphäre in der Werner-Aßmann-Halle unterliefen den Bietigheimern in der Anfangsphase viele Ballverluste, die von den Gastgebern eiskalt zu Tempogegenstößen genutzt wurden.

Kamen die Gäste mal zum Abschluss, stand ihnen mit Radek Musil ein Klassekeeper im Wege, der in der in der ersten Hälfte neben 13 Würfen noch drei Siebenmeter abwehrte. Bis zum 11:8 durch Patrick Zieker (22. Minute) hielten die Ellentäler noch mit, ehe der ThSV Eisenach mit einem 5:0-Lauf bis zum Seitenwechsel auf 16:8 davonzog.

Noch schlimmer kam es für die zuletzt so erfolgsverwöhnte Bietigheimer in der zweiten Hälfte. Angetrieben von dem tschechischen Nationalspieler Tomas Sklenak lagen die Thüringer durch einen Treffer von ihrem Kapitän Benjamin Trautvetter zum 22:12 in der 40. Minute bereits mit zehn Toren in Front.
Und es kam noch schlimmer für die von allen guten Geistern verlassenen Bietigheimer. Während ThSV-Torhüter Musil die Bälle förmlich an sich zog, waren Milos Hacko sowie der später eingewechselte Pascal Welz vorwiegend damit beschäftigt, die Bälle aus dem Netz zu holen. Über 30:15 (50.) kam Eisenach gegen die in allen Belangen unterlegenen Gäste zu einem locker herausgespielten 36:19-Erfolg.

SG BBM: Hacko, Welz; Haller (1), Kibat (3), Heuberger (1), Zieker (3), Schulz (5), Knierim (4/3), Blodig (1), Freudl (1), Schäfer, Coors, Hinz.


Thüringer Allgemeine Zeitung

ThSV Eisenach besiegt Bietigheim in eindrucksvoller Revanche

Der 15. Saisonerfolg lässt Handball-Zweitligisten ThSV Eisenach wieder auf den siebenten Tabellenplatz klettern, den sie längst hinter sich gelassen haben könnten, würden sie die Auswärtsschwäche endgültig ablegen.
Für Benjamin Trautvetter war es ein gelungener Abend. Der 36:19 (16:8)-Triumph seiner Mannschaft gegen die SG Bietigheim war für den Kapitän des Handball-Zweitligisten ThSV Eisenach der krönende Abschluss seines 27. Geburtstages.
"Ich bin stolz auf die Mannschaft. Nach der Niederlage in Bad Schwartau haben wir zusammengesessen, intensive Gespräche mit allen Spielern geführt und haben heute die richtige Antwort gegeben. Ich würde mich freuen, wenn wir zumindest in jedem zweiten Auswärtsspiel eine solche Leistung zeigen würden", sagte Eisenachs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson.

Die Stachel der Enttäuschung aus dem Hinspiel, als man mit 26:30 unterlag, saß offenbar noch tief. Der Wille zur Revanche wurde gestern Abend in Bestbesetzung von der ersten Minute an deutlich. Sklenak traf zum 5:2 (7.), bevor der flinke Außenspieler Nick Heinemann erneut auch vom Siebenmeterpunkt seine fast schon unglaubliche Treffsicherheit demonstrierte und ein Tor per Strafwurf zum 6:2 nachlegte. Bietigheims Torwart Milos Hacko, der einst bei der SG Werratal zwischen den Pfosten stand, war es dennoch, der seine Mannschaft zumindest in der Auftaktphase im Spiel hielt.

Sein Kollege Radek Musil auf der anderen Seite aber entschied das Duell der Schlussmänner an diesem Abend ganz klar zu seinen Gunsten. Der 38 Jahre alte Tscheche wehrte immerhin drei Strafwürfe ab und krönte seine überzeugende Leistung mit insgesamt 22 gehaltenen Bällen. "Das war wirklich überragend", sagte Trainer Eyjolfsson nach dem Schlusspfiff mehr als zufrieden. Bietigheim fand nie die Mittel, den Riegel zu knacken Überhaupt legten die Gastgeber erneut den Grundstein zum Sieg in der Defensive. Bietigheim fand nie ein Mittel, den kompakten 6:0-Abwehrriegel zu knacken.
Aus dem Innenblock ragte diesmal Branimir Koloper heraus, der ein ums andere Mal einen Ball abfing und damit seinem Torhüter die Arbeit noch erleichterte. Als in der 38. Minute Alexander Schiffner von der linken Außenbahn das 21:11 erzielte und der Vorsprung auf zehn Treffer angewachsen war, schwappte zum ersten Mal die La-Ola-Welle durch die Werner-Aßmann-Halle. Trainer Eyjolfsson gab allen Spielern eine Chance. Dem klaren Ergebnis tat dies keinen Abbruch. Im Gegenteil: Spätestens beim 30:16 durch Tomas Sklenak (50.) war das Debakel für Bietigheim nicht mehr abzuwenden.
ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk - Trautvetter (2), Sklenak (7), Wöhler (2), Luther (4), Miljak (2), Kaluzinski (3), Adams, Schiffner (4), Heinemann (5/2), Lilienfelds (3), Koloper (4). Siebenmeter: Eisenach 2/2, Bietigheim 6/3. Zeitstrafen: Eisenach 10 Minuten, Bietigheim 2 Minuten
Schiedsrichter: Gerhardt/Küsters (Ingelheim/Mainz)
Zuschauer: 1.300


Bietigheimer Zeitung

Substanzverlust ist zu groß
Bietigheimer Zweitliga-Handballer verlieren in Eisenach mit 19:36 (8:16)

Zum Ende des hammerharten März-Programms in der Zweiten Handball-Bundesliga der Männer kassierte die SG BBM Bietigheim gestern mit dem 19:36 (8:16) beim heimstarken ThSV Eisenach eine empfindliche Niederlage.

Nach 12:2 Punkten aus den letzten sieben Spielen und den drei wunderbaren Heimsiegen gegen die Top drei der Liga war der Kräfteverschleiß und der Substanzverlust bei den Bietigheimer Zweitliga-Handballern mit sieben Spielen im März und drei englischen Wochen zu groß. In Eisenach bekamen sie eine deftige Packung verpasst. Dass die Gäste selbst nur 19 Treffer erzielten, lag auch am Eisenacher Schlussmann Radek Musil, der mehrfach glänzend parierte, und an der unzureichenden Angriffsleistung der SG BBM. Die satten 36 Gegentreffer hatten damit zu tun, dass die Bietigheimer gestern in der Abwehr keine Einstellung fanden gegen die wuchtigen und variabel spielenden Gastgeber um ihren überragenden Regisseur Tomas Sklenak, der alleine sieben Treffer erzielte.

"Wir hatten von Anfang an keinen Zugriff auf das Spiel. Eisenach war uns in allen Belangen überlegen, hat aggressiv gespielt, Zweikämpfe gewollt und gewonnen und hatte eine hohe Effizienz im Angriff. Wir sind weder vorne noch in der Abwehr in die Zweikämpfe gekommen", kommentierte SG-Coach Jochen Zürn die Niederlage.

Bis zum 6:4 nach elf Minuten waren die Gäste gut dabei, dann zogen die als heimstark bekannten Eisenacher per Zwischenspurt auf 9:5 und dann auf 14:8 davon, zur Halbzeit führten sie dann mit 16:8. Der Treffer von Patrick Zieker in der 22. Minute war der letzte der SG BBM vor der Pause. In diese Phase fielen auch Nico Kibats zweiter vergebener Siebenmeter, ein verballerter Strafwurf von Pierre Freudl und weitere Paraden von Musil.

Der Schlussmann der Gastgeber wehrte auch zu Beginn der zweiten Halbzeit die Würfe von Freudl und Haller ab und ermöglichte so seinem Team, den Vorsprung auf 19:10 auszubauen. Die Tordifferenz zugunsten der Thüringer wuchs immer mehr an. 28:13 oder 33:18 lauteten die Zwischenstände. Auch in der Schlussphase der zweiten Halbzeit legten die Gäste wieder eine lange Torpause ein. Die begann in der 54. Minute mit Kibats 19:33 und endete erst mit dem Schlusspfiff.

Für die SG BBM, bei der die verletzten Patrick Rentschler und Fabian Bohnert nicht dabei waren, gibt es jetzt eine kleine Verschnaufpause. Weiter geht es am 7. April mit dem Heimspiel gegen den SV Post Schwerin. Nach den Strapazen der vergangenen Tage und Wochen gönnt Trainer Zürn seinem Team eine Pause bis zum Montag.

"Wir waren einfach nicht mehr in der Lage, nochmals an unsere Grenzen zu gehen. Die Mannschaft hat gewollt, aber es war wie wenn jemand den Stecker gezogen hat. Der März war ein genialer Monat, aber die vielen Spiele haben Substanz gekostet. Hinzu kamen die Ausfälle von Bohnert und Rentschler, Kibat war zudem grippegeschwächt", so der Coach. Und dann verletzte sich Anfang der zweiten Halbzeit auch noch Mathias Hinz am Sprunggelenk und musste die restliche Spielzeit passen.

Zürn war ebenso wie seine Mannschaft auch darüber enttäuscht, dass es nicht gelungen ist, den Anhängern, die mit einem vom Rehazentrum Hess gecharterten Fanbus angereist waren, eine gute Leistung auf dem Spielfeld anzubieten. "Das tut uns wirklich Leid. Aber wir werden uns eine Wiedergutmachung einfallen lassen", versprach er.

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