Bietigheimer Handballer finden Sieger-Gen wieder

120225_sgbbm_hamm.jpgSoester Anzeiger

ASV Hamm-Westfalen bleibt in Bietigheim ohne Punkte

Außer Spesen nichts gewesen. Handball-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen blieb auch in der Partie bei der SG BBM Bietigheim ohne Punkte und rutschte nach der 27:29 (13:14)-Niederlage auf den elften Tabellenrang ab – punktgleich mit den Gastgebern.

„Wir haben für unsere Verhältnisse gar nicht einmal so schlecht gespielt“, stellte Trainer Kay Rothenpieler fest. „Wir haben von Anfang an kämpferisch dagegengehalten. In der zweiten Halbzeit waren wir 14 Minuten lang in Unterzahl, dennoch hat die Mannschaft versucht, das zu überbrücken.“

Rothenpieler sah seine Pläne bereits nach dem Aufwärmen durchkreuzt. Thomas Lammers, der mit Rückenproblemen angereist war, musste passen und nahm zunächst neben der Bank Platz. Stattdessen bekam Frank Schumann die Gelegenheit, auch im Angriff sein Glück zu versuchen. Auf der Linkshänderposition begann dieses Mal Sebastian Paul anstelle von Zdenek Polasek.

Und der Auftakt war vielversprechend für die Hammer. Gleich mit dem ersten Angriff bedankte sich Schumann für das Vertrauen, vorne spielen zu dürfen, und erzielte den ersten Hammer Treffer zum 1:1-Ausgleich. Und bis zur sechsten Minute erarbeiteten sich die Gäste sogar einen 5:3-Vorsprung (6.) – es sollte jedoch die einzige Führung in der gesamten Partie bleiben. Denn Bietigheim biss sich zurück, schaffte einen 7:2-Lauf und ging so mit drei Treffern in Führung (10:7/14.). Ein Vorsprung, den die Gastgeber vor allem ihrer schnellen Spielweise zu verdanken hatten. Der ASV zeigte sich gegen die überfallartigen Attacken der BBM sehr anfällig, kam zu Beginn nur selten in die gebundene Abwehrformation. „Die 6:0-Deckung stand eigentlich ganz gut“, sagte Rothenpieler. „Allerdings war das Rückzugsverhalten nicht in Ordnung.“

Die Hausherren steckten sogar die Phase zwischen der 16. und 30. Minute locker weg, in der sie nur noch drei Treffer erzielten, was der ASV aber auch nur zum 14:13-Anschluss zu nutzen wusste.

Wer glaubte, dass diese Phase vor dem Wechsel mehr als eine 14-minütige Verschnaufpause sein würde, sah sich schnell eines besseren belehrt. Denn nach der Pause kam der Tabellen-13. mit neuem Elan aus der Kabine, schraubte den Vorsprung gleich wieder auf drei Treffer (16:13/34.). Rothenpieler sah Handlungsbedarf, brachte nun den angeschlagenen Lammers („Wenn es gut gelaufen wäre, hätte ich sicher nicht gespielt“). Ohne Wirkung. Im Gegenteil: Zwischen der 43. und 48. Minute schraubte die SG den Vorsprung von 20:18 auf entscheidende sechs Treffer zum 24:18. Eine Hypothek, die sich für die tapfer, aber wenig wirkungsvoll kämpfenden Gäste als zu groß erweisen sollte.

Pech hatte zudem Kreisläufer Björn Wiegers, der nach einem Kopftreffer von Chen Pomeranz in der Schlussphase einige Sekunden bewusstlos am Boden liegen blieb und zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren werden musste.


Ludwigsburger Kreiszeitung

Bietigheimer Handballer finden Sieger-Gen wieder

Bietigheim-Bissingen – Herz, Leidenschaft und unbedingter Willen zum Sieg: Mit einem hart umkämpften 29:27 (14:13)-Sieg gegen den ASV Hamm-Westfalen hat Handball-Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim den Negativtrend der vergangenen Wochen gestoppt.

Die Ellentäler zwangen vor 1100 begeisterten Zuschauern den Erstliga-Absteiger aus Hamm in die Knie. „Auf uns ist zuletzt viel Kritik eingeprasselt“ bekannte SG-Trainer Jochen Zürn. Offensichtlich fand der Coach nach den beiden Niederlagen die richtigen Worte, denn sein Team zeigte über 60 Minuten das zuletzt vermisste Sieger-Gen.
 Die körperlich überlegenen Gäste gingen mit 5:3 (6. Minute) in Führung, doch die entschlossen auftretenden Gastgeber hielten dagegen und lagen in der 16. Minute durch einen Treffer von Pierre Freudl erstmals mit drei Toren vorne (11:8). Hamm kam immer wieder heran, vor allem weil die ansonsten starke SG-Abwehr den kleinen, giftigen Simon Andreas (7 Tore) nicht in den Griff bekam.

Dass Bietigheim beim Seitenwechsel noch in Front lag (14:13), verdankten sie ihrem Torhüter Milos Hacko, der kurz vor dem Pausentee zweimal glänzend parierte. Wie umkämpft die Partie auch in der zweiten Halbzeit war, zeigen zwei rote Karten und 15 Zeitstrafen. Besonders die Westfalen langten kräftig zu, mussten im zweiten Spielabschnitt insgesamt 14 Minuten in Unterzahl spielen. Bietigheim nutzte die numerische Überzahl clever aus, nach dem rotzfrechen Heber durch Knierim zum 24:18 (47.) schien die Partie gelaufen.
 Als anschließend der SG-Motor ins stottern kam, blies der ASV zur Aufholjagd. Beim 26:24 (53.) war der Ex- Bundesligist wieder dran und hatte drei Minuten vor Spielende die Riesenchance auf 27:26 zu verkürzen. Jakob Mache tauchte frei am Kreis auf, doch Teufelskerls Hacko hielt mit einer weiteren Großtat den Sieg fest. SG-Trainer Zürn, der sein Team mit der Parole „Kampf und Leidenschaft“ anstachelte, war mächtig stolz: „Heute hat meine Mannschaft ihr wahres Gesicht gezeigt“.

SG BBM: Hacko; Freudl (7/2), Schulz (5), Bohnert (4), Knierim (4), Kibat (3/1), Haller (2), Blodig (2), Zieker (2), Hinz, Schäfer.


Bietigheimer Zeitung

Zürn-Team mit viel Leidenschaft
Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim besiegt den ASV Hamm-Westfalen mit 29:27 (14:13)
Nach zwei Niederlagen gegen Mannschaften aus dem Tabellenkeller zeigte die SG BBM Bietigheim mit einer starken Leistung und dem hart erkämpften 29:27 gegen den ASV Hamm-Westfalen die von Trainer Jochen Zürn erwartete Reaktion.

Der Boden in der Halle am Viadukt war bereitet für eine weitere Heimgala, nachdem tags zuvor die Zweitliga-Frauen der SG BBM den TV Nellingen eindrucksvoll besiegt hatten. Die Männer standen nicht zurück und boten den 1100 Zuschauern ein hochklassiges, intensives Kampfspiel, in dem vor allem die erfahrenen Kräfte voran gingen. Da war in erster Linie Torhüter Milos Hacko mit phantastischen Abwehraktionen, der seinem Team Sicherheit gab. Da war Nico Kibat als Abwehrchef und Regisseur, der wuchtige Philipp Schulz mit seinen hammerharten Würfen, Pierre Freudl, der sieben Treffer erzielte, und da war Rechtsaußen Sebastian Knierim, dem vier Treffer gelangen. Immer in Szene gesetzt von Kibat. Der Kapitän hatte auch das Auge und die Fähigkeit, Fabian Bohnert am Kreis gegen die robuste Hammer Innenverteidigung so einzusetzen, dass dieser auch zu vier Torerfolgen kam.

Die Bietigheimer hatten ohne den erkrankten Christian Heuberger eine stabile und bewegliche Abwehr formiert und spielten entschlossen und geduldig im Angriff. Mit dem variablen Offensivspiel der Gastgeber hatten die resolut und zupackend zu Werke gehenden Gäste ihre Probleme. In der zweiten Halbzeit musste der ASV 14 Minuten lang in Unterzahl spielen.

Dennoch wurde es trotz einer mehrfachen Fünf-Tore-Führung der SG BBM nochmals spannend, als der ASV auf 27:25 dran war. Da allerdings waren die Gäste nicht vom Glück verfolgt. Zuerst pfiff ihnen das Schiedsrichterduo ein Tor ab, dann vergab Jakob Macke frei am Kreis gegen Hacko. In dieser Phase handelte sich der bis dahin beste Torschütze der Hammer, Andreas Simon, seine dritte Zeitstrafe und damit eine Rote Karte ein, zudem musste Björn Wiegers vom Feld, der von einer Wurf seines Mitspielers Chen Pomeranz voll am Kopf getroffen wurde. Wie ASV-Trainer Kay Rothenpieler berichtete, war Wiegers für rund zehn Minuten bewusstlos.

SG-Trainer Jochen Zürn hatte seine Mannschaft taktisch glänzend auf die körperlich überlegenen Gäste aus Westfalen eingestellt. Die Rückkehr auf eine 6:0-Deckung bewährte sich bei den Bietigheimern. Einzig mit dem schnellen Andreas Simon auf Linksaußen hatten die Gastgeber große Probleme. Er war mit sieben Treffern bester Werfer seines Teams. In der zweiten Halbzeit war dann auch Pomeranz aus dem Rückraum mit seinen halbhohen Würfen mehrfach erfolgreich.

Über den Kreis ließ sich die SG BBM kaum knacken. Als die Gäste nach einer torreichen Anfangsphase mit 9:12 zurück lagen, kam mit Maik Machulla ein Mann in ihr Spiel, der im Angriff für Schnelligkeit sorgte. Das und die Einwechslung des 41-jährigen Torhüters Torsten Friedrich bewirkten, dass den Bietigheimern in den letzten acht Minuten bis zur Pause nur ein Treffer gelang, der ASV dagegen viermal erfolgreich war.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wehrte Hacko mehrfach Würfe der Gäste bravourös ab und legte so die Basis, dass seine Vorderleute aus einem 20:18 ein 24:18 machen konnten und erstmals mit sechs Toren in Führung lagen. Die Hammer, die für ihre teilweise rustikale Spielweise mit zahlreichen Zeitstrafen belegt wurden, gaben aber nicht auf und kamen auf 25:27 heran. Dann halfen Hacko, ein wenig Glück und ganz viel Entschlossenheit, diese kurze Phase der Unsicherheit zu überwinden und sich den ersehnten Heimsieg zu sichern.

In den kommenden Wochen warten fast durchweg Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel auf die SG BBM. Am Samstag geht es zum TV Emsdetten, am 7.März kommt der HC Erlangen in die Halle am Viadukt.


Westfälische Nachrichten

Weitere Schlappe für den ASV Hamm

Der ASV Hamm-Westfalen kommt noch nicht wirklich auf Touren. Auch bei der SG BBM Bietigheim verlor die Sieben von Kay Rothenpieler mit 27:29 – und sie verlor Björn Wiegers, der mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Die Enttäuschung war am Ende allen Akteuren anzumerken: Bei der SG BBM Bietigheim kassierte die Mannschaft des ASV Hamm-Westfalen am Samstagabend eine 27:29 (13:14)-Niederlage. Dabei begannen die Westfalen vor 1 020 Zuschauern besser als die Hallenherren und lagen nach knapp sechs Minuten durch drei Treffer in Serie vom erfolgreichsten Torschützen des ASV, Andreas Simon (sieben Tore), mit 5:3 in Führung. In der Folge übernahmen aber die Gastgeber das Zepter und gaben ihren Vorsprung bis zum Schlusspfiff nicht mehr ab. Zwischenzeitlich lagen die Hausherren mit fünf Treffern vorne. Zwar gab die Mannschaft von Kay Rothenpieler nicht auf, aber näher als auf zwei Tore kamen die Westfalen auch in den turbulenten Schlussminuten nicht mehr heran.

Zu allem Überfluss wurde Kreisläufer Björn Wiegers in der Schlussphase auch noch beim Wurf von Chen Pomeranz am Kopf getroffen, er musste wegen eines Verdachts auf Gehirnerschütterung im Krankenhaus untersucht werden. Am kommenden Samstag trifft der ASV dann ab 19 Uhr auf den SC DHfK Leipzig. Das Hinspiel bei den Sachsen verlor Hamm mit 26:30. Nun will die Rothenpieler-Sieben sich beim aktuellen Tabellenfünften revanchieren.

ASV Hamm: Friedrich, Mrkva – Machulla (3), Schumann (2), Simon (7/1), Wiegers (1), Schmetz (3), Macke (2), Polasek (2), Hynek, Gudat (2), Paul (1), Pomeranz (4), Lammers

 

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