Blamage gegen das Schlusslicht

120211_sgbbm_rostock.jpgLudwigsburger Kreiszeitung

Empor zwingt SG BBM in die Knie


Ausgerechnet gegen den Tabellenletzten HC Empor Rostock kassierte Handball-Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim nach desolater Leistung eine 24:28 (10:14)-Heimschlappe.

Das Team mit der besten Heimbilanz gegen den auswärts noch sieglosen Tabellenletzten. Was sollte da noch schief gehen? Erst recht als Youngster Patrick Zieker die SG in der 10. Minute mit 6:4 in Führung schoss.
Keiner der knapp 1000 Zuschauer erahnte zu diesem Zeitpunkt, dass dies die letzte Führung der favorisierten Ellentäler war. Obwohl zwei ihrer besten Spieler fehlten, bestimmten die Rostocker fortan die Partie.
Angeführt von ihrem kroatischen Neuzugang Kreso Ivankovic setzte sich der Tabellenletzte bis zur Halbzeitpause auf 14:10 ab.

Während bei den Gästen der wieselflinke Vyron Papadopoulos (12 Treffer) die Abwehr der Hausherren schwindlig spielte, gelangen dem SG-Angriff in den ersten 30 Minuten nur sieben (!) Feldtore. Ob Robin Haller, Pierre Freudl und Philipp Schulz, alle verballerten ihre Chancen oder scheiterten am überragenden Gästetorhüter Felix Storbeck, der mit über 20 Paraden den SG-Angreifern den Schneid abkaufte.
„Mit 34 Fehlwürfen und Ballverlusten kann man kein Spiel gewinnen“, bilanzierte ein enttäuschter Trainer Jochen Zürn. Anstatt Aufbruchstimmung lag sein Team wenige Minuten nach der Pause (11:18) bereits mit sieben Toren zurück. Beim 18:21 (46.) sowie beim 21:24 (55.) durch einen fulminanten Kracher von Rückraumhüne Schulz glimmte im SG-Lager der Hoffnungsfunken auf einen Punktgewinn. Doch HEC-Keeper Storbeck und ein Doppelschlag von Papadopoulos sicherten den verdienten ersten Auswärtssieg für Rostock.
„Wir haben eine große Chance auf ein positives Punktekonto und auf einen gesicherten Mittelfeldplatz verpasst“, ärgerte sich Coach Zürn über die Leistung seiner Mannschaft.

SG BBM: Hacko, Welz; Kibat (7/6), Schulz (4), Heuberger (3), Zieker (3), Haller (2), Bohnert (2), Knierim (2), Coors (1), Schäfer, Blodig, Hinz, Freudl.


Bietigheimer Zeitung

Blamage gegen das Schlusslicht
Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim unterliegen dem HC Empor Rostock mit 24:28
Das Ziel, mit einem Heimsieg gegen Rostock das Punktekonto erstmals in dieser Saison auszugleichen, hat der Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim verpasst. Stattdessen blamierte sich das Zürn-Team gegen das bisherige Schlusslicht mit einer 24:28-Niederlage.

Die Zweitliga-Handballer der SG BBM haben gegen den Abstiegskandidaten HC Empor Rostock eine unerwartete 24:28-Heimschlappe kassiert. Bis zur Mitte der ersten Spielhälfte war die Partie ausgeglichen gewesen. Die meisten Zuschauer in der Halle am Viadukt dürften nicht an einem Sieg der Mannschaft von SG-Trainer Jochen Zürn gegen das auswärtsschwächste Team der Liga gezweifelt haben. Doch so bieder die Angriffsbemühungen der Gäste auch ausgesehen haben mögen, so effektiv waren sie.

Während sich die Bietigheimer im Angesicht der Rostocker Defensivrecken zahlreiche Fehler leisteten und immer wieder in Felix Storbeck im HC-Tor ihren Meister fanden, stürzte der zwölffache Torschütze Vyron Papadopoulos die Abwehr der Hausherren von einer Verlegenheit in die nächste. Rostocks Neuzugang Kreso Ivankovic, 15-maliger kroatischer Nationalspieler, führte derweil in seinem ersten Spiel für die Nordlichter mit viel Übersicht Regie. Da nutzten auch der deutlich größere Varianten- und Temporeichtum im Offensivspiel der SG BBM wenig.

Zu groß war der Druck, welchen Rostock vor allem über die erste und zweite Welle ausübte. Anfangs hatten die Gastgeber gut mitgehalten und zwischenzeitlich sogar mit 6:4 geführt (11.). In den zwei Minuten nach dem Gäste-Ausgleich zum 6:6 (13.), in denen Christian Heuberger eine Zeitstrafe absaß, scheiterten die SG-Spieler jedoch entweder am Rostocker Torhüter oder produzierten technische Fehler, während Papadopoulos und Gabor Langhans die Führung des HC Empor auf drei Treffer zum 9:6 ausbauten (17.).

Auch eine Bietigheimer Auszeit brachte nicht die Wende - Rostock verabschiedete sich mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Pause, weil Storbeck endgültig warmgeschossen war. Robin Haller und Andreas Blodig scheiterten kurz vor dem Pausensignal je zweimal am 1,97 Meter großen Ex-Magdeburger, der mit starken Paraden das Tor förmlich zuzunageln schien.

Eine Unterzahlsituation der SG BBM, die Treffsicherheit der Rostocker sowie das Unvermögen der Bietigheimer, den Ball im Gehäuse unterzubringen, führten dazu, dass die Gastgeber schon drei Minuten nach Wiederbeginn mit 11:18 im Hintertreffen waren. Hallers Freude über seinen 100. Saisontreffer zum 12:18 (34.) währte nur kurz. Weiterhin bestimmte Rostocker Kalkül das Geschehen. Mit bisweilen aufreizend großer Geduld ließen die Spieler des HC den Ball zirkulieren, um dann, an die Nationalmannschaft Serbiens bei der Europameisterschaft erinnernd, eiskalt die erste sich eröffnende Wurfchance in einen Treffer umzumünzen.

20 Minuten vor Spielende aber schien die Rostocker Überlegenheit zu bröckeln. Sebastian Knierim läutete mit dem Treffer zum 14:20 (41.) eine kleine Serie ein, in welcher Fabian Bohnert mit einem technisch anspruchsvollen Treffer nach Zuspiel von Philipp Schulz (42.) glänzte. Eine Viertelstunde vor Spielende lag die SG BBM nur noch drei Tore im Rückstand. Heuberger hatte das 18:21 erzielt (46.).

Doch weil die Wurfeffizienz der Hausherren weiterhin zu wünschen übrig ließ, Storbeck das Privatduell mit Bietigheims Linksaußen Patrick Zieker zu seinen Gunsten entschied und Papadopoulos noch immer nicht durch kurze Deckung aus dem Spiel genommen war, sondern Tor um Tor erzielte, hatte die SG nicht den Hauch einer Chance, die Partie noch zu drehen.

"60 Minuten lang haben wir vergeblich versucht, unser Spiel aufzuziehen", bilanzierte Bietigheims Spieler des Spiels, Nico Kibat. "Wir hatten erst Abwehr-, dann Angriffsprobleme, und der überragende Torhüter hat uns den Schneid abgekauft." Der so Gelobte wurde ebenfalls als "Spieler des Spiels" ausgezeichnet. "Eine enttäuschende Leistung", bescheinigte SG-Coach Zürn seinem Team angesichts von 34 Fehlwürfen und einer Trefferquote von unter 50 Prozent.

Am kommenden Sonntag gastiert die SG BBM in Düsseldorf. "Dort müssen wir zwei Punkte holen", gab Zürn seinen Spielern die Marschroute vor. "Die Mannschaft muss Wiedergutmachung betreiben nach dem Auftritt heute vor heimischem Publikum."

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