SG macht keine Werbung für Derby in der Arena

Bietigheimer Zeitung

Nur eine Halbzeit gut
Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim verliert in Nordhorn mit 28:37

Nach einer guten ersten Halbzeit verlor Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim gestern bei der HSG Nordhorn-Lingen mit 28:37. Mit einem 11:2-Torelauf setzten sich die Gastgeber innerhalb von zehn Minuten uneinholbar ab.
Die Konstanz in den Ergebnissen fehlt der SG BBM Bietigheim weiter. Dem Heimsieg gegen Korschenbroich folgte gestern eine am Ende happige Auswärtsniederlage bei der HSG Nordhorn-Lingen. Am kommenden Freitag erwarten die Bietigheimer in der Arena in Ludwigsburg den Tabellenführer TV Neuhausen. Da hätte ein Sieg gestern der Mannschaft von Trainer Jochen Zürn besonders gut getan.

Nicht dabei war gestern in Nordhorn erneut der angeschlagene Kapitän Nico Kibat, der besonders in der Abwehr fehlte. Im Angriff vertrat ihn erneut Andreas Blodig

"Wir haben eine sehr ordentliche erste Halbzeit gespielt, auch wenn unsere Angriffseffektivität nicht optimal war", so Zürn. Beim Stand von 17:16 für die Gastgeber war die Partie vor den 1170 Zuschauern offen.

Die Bietigheimer führten im ersten Spielabschnitt beim 4:2 und 7:5 mit zwei Treffern und glichen beim 9:9 nochmals aus. Als Pierre Freudl nach der Schlusssirene einen Siebenmeter zum 16:17-Anschluss verwandelte, sah die Ausgangssituation für die SG BBM noch gut aus. Auch beim 18:19 und 19:21 waren die Gäste ergebnismäßig noch aussichtsreich dabei.

Dann vergab Freudl einen Siebenmeter, Matthias Hinz kassierte eine Strafzeit und Robin Haller scheiterte am Pfosten. Dadurch gerieten die Bietigheimer mehr und mehr außer Tritt. So um die 43. Minute herum verloren sie dann völlig den Faden und mussten zuschauen, wie sich die Nordhorner Tor um Tor absetzten. Innerhalb von zehn Minuten legten die Gastgeber einen 11:2-Torelauf hin und führten mit 31:23. In dieser Phase klappte bei den Gästen im Angriff fast gar nichts mehr, die Defensive bekam kaum Zugriff auf die mit Wucht anrennenden Nordhorner, die auch viele Konter erfolgreich abschlossen. "Da hat unsere Verteidigung gar nichts mehr gehalten. Vorne war es zu wenig, wir haben da kaum noch die Bälle gehalten und viel zu viele hergegeben", sagte der Bietigheimer Trainer.

Nach dem furiosen Zwischenspurt der HSG hatten die Gäste die Chance auf ein besseres Ergebnis und hatten aus den elf Toren Differenz noch sechs gemacht. Mehr ließen die Gastgeber aber nicht mehr zu. "Das Ergebnis geht auch mit den neun Toren Unterschied in Ordnung", so Zürn.

Mit elf Toren, davon neun aus dem Spiel heraus, war Bobby Schagen bester Werfer der HSG Nordhorn-Lingen.

SG BBM Bietigheim: Hacko, Welz; Haller (5), Bohnert (1), Rentschler (1), Knierim (1), Heuberger (2), Schäfer (3), Coors (2), Blodig (4), Hinz, Freudl (2/1), Zieker (4), Schulz (3).


Ludwigsburger Kreiszeitung

SG macht keine Werbung für Derby in der Arena

 

Nordhorn – Gewaltig unter die Räder kam Handball-Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim bei der HSG Nordhorn-Lingen. Nach dem 17:16-Halbzeitstand dominierte der Ex-Bundesligist die zweite Hälfte und schickte die SG mit einer 28:37-Klatsche nach Hause.

Spätestens seit gestern weiß man im Ellental, dass es in den Niederlanden neben guten Kicker auch exzellente Handballspieler gibt. HSG-Rechtsaußen Bobby Schagen ist einer von ihnen, der den beiden SG-Keepern Milos Hacko und Pascal Welz elfmal das Spielgerät um die Ohren donnerte.
Dagegen verzweifelten die SG-Angreifer an dem mit 22 Paraden überragenden Björn Buhrmester im Kasten der Niedersachsen. Der Teufelskerl entschärfte nicht nur die Distanzschüsse von Robin Haller und Co, auch vier Siebenmeter angelte sich der 27-jährige.
Keiner der 1200 Zuschauer im Euregium konnte sich nach ausgeglichener erster Hälfte vorstellen, dass ihr Team am Ende mit neun Toren Differenz triumphiert. Zu selbstbewusst präsentierten sich die Gäste, die durch ihren Torjäger Haller mit 7:5 (13. Minute) in Führung gingen. Zwar zogen die Gastgeber auf 15:12 (24.) davon, doch Andreas Blodig und Pierre Freudl hielten mit ihren Treffern bis zum Seitenwechsel (16:17) die SG im Rennen. Beim 22:25-Rückstand (43.) noch in Reichweite, brachen danach alle Dämme bei den völlig neben sich agierenden Ellentälern.
„Ideenlos, fehlerhaft im Angriff, schwach in der Abwehr,“ schilderte Trainer Jochen Zürn den Einbruch. Nordhorn zog innerhalb von zehn Minuten mit einem 9:1-Lauf auf 34:23 davon. „Da war uns der Gegner um Längen voraus,“ stellte der SG-Coach resignierend fest. Seine Mannen bäumten sich in der Schlussphase zwar nochmals auf, zu mehr als Ergebniskosmetik reichte es nicht mehr. „Jetzt müssen wir beim Derby gegen Neuhausen die Scharte auswetzen,“ hofft Zürn auf eine Trotzreaktion am Freitag in der Arena Ludwigsburg.

 

SG BBM Bietigheim: Hacko, Welz; Haller (5 Tore), Blodig (4), Zieker (4), Schäfer (3), Schulz (3), Freudl (2), Heuberger (2), Coors (2), Bohnert (1), Rentschler (1), Knierim (1).

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