Keeper Bayerschmidt entnervt Bietigheimer

111001_erlangen_sgbbm2.jpgErlanger Nachrichten

HCE belohnt seine phantasievollen Fans mit einem Sieg

In einer leidenschaftlich umkämpften Zweitligabegegnung hat sich ein heimstarker HC Erlangen gegen einen spielstarken SG BBM Bietigheim verdient mit 24:22-(14:10) durchgesetzt.

Es war die mit Spannung erwartete Begegnung der Südrivalen, deren Spiele hart umkämpft waren. Und auch der Beginn der Partie am Samstag spricht für sich. Es dauerte bis zur sechsten Minute, ehe Daniel Pankofer den Torreigen mit dem 1:0 für seine Mannschaft eröffnete. Zuvor waren die Gäste mehrfach an Andy Bayerschmidt gescheitert, der von Beginn an den „Bergemännern“ den notwendigen Rückhalt bot.

Trotzdem ging Bietigheim, angeführt von ihrem Torjäger Robin Haller, in Führung. Es dauerte bis zur 15. Minute, ehe Erlangen nach einem Konter von Daniel Stumpf zum 6:6 ausgleichen konnte. Die Bietigheimer legten immer wieder vor, die Gastgeber schafften nach wenigen Sekunden den Ausgleich. Vor allem die Abwehrarbeit der Spieler um Georg Münch verdient Respekt und hat wieder für schnelle Gegentore gesorgt.

Großen Anteil daran hatte aber auch die Hereinnahme von Oliver Hess, der immer mehr in das Team hineinwächst, und zudem mit dem notwendigen Drang zum Tor für wichtige Treffer sorgte. Trotzdem dauerte es bis zur 25. Minute, ehe Markus Hock in Unterzahl den erstligaerfahrenden Gästetorhüter zum 10:9 überwand. Der HCE steigerte sich zu sehends. Andy Bayerschmidt wehrte schwierige Bälle ab und lies bis zur Pause nur noch einen Gegentor zu. Im Angriff wurden die Chancen genutzt und innerhalb weniger Minuten zogen die Gastgeber auf 14:10 davon.

„Jede Chance muss genutzt werden“, hatte HC-Trainer Farnk Bergemann vor der Begegnung gefordert, und die Mannschaft setzte dies auch mit hoher Konzentration um. Trotzdem kam es nach der Pause zu einer kritischen Phase. Die Mannschaft wollte zu viel und schloss zu schnell ab. Die Württemberger zeigten, welche Klasse in ihrer Mannschaft steckt. Und auch Georg Münchs Treffer zum 15:13 sorgte nicht für die notwendige Ruhe. Zweimal ging die SG BBM mit 17:16 und 18:17 sogar in Führung und in der Abwehr reagierte man zu langsam, wenn nach guten Torwartparaden der Abpraller im Nachwurf verwertet wurde. Nun zeigte sich wie ausgeglichen der Erlanger Kader mittlerweile besetzt ist: Jeder kann Verantwortung übernehmen. Es wurde die Zeit von Hannes Münch und Daniel Pankofer, die sechs der restlichen sieben Tore erzielten. Ein Sahnehäubchen war das 23:21 — erzielt vom Kreis nach glänzendem Anspiel von Hannes Münch auf Daniel Pankofer.

Es hielt die Zuschauer nicht mehr auf den Sitzen. Von Block „B“ — mit einer Spruchbandilluminierung zu Spielbeginn genial eingestimmt — wurde das Erlanger Publikum seinem guten Ruf gerecht, und vom Gästetrainer Jochen Zürn im Trainertalk ausdrücklich hervorgehoben. Impulsgeber war einmal mehr Andy Bayerschmidt, der in der wichtigen Schlussphase seine Konzentrationsfähigkeit und sein Reaktionsvermögen eindrucksvoll unter Beweis stellte.

Taktische Maßnahmen des Gästecoach — wie die Rückraumvariante mit Robin Haller auf halbrechts, aber auch die Hereinnahme eines siebten Feldspielers für den Torhüter — begegnete das Team mit großer Entschlossenheit. Ein hochkonzentrierter Ben Schwandner und ein kämpferischer Bastian Krämer waren Bausteine einer beeindruckenden Mannschaftsleistung. Für HCE-Trainer Frank Bergemann der Erfolg ein Meilenstein für die weitere Saison.

HC Erlangen: Bayerschmidt (1.-60.), Selke; Hock (3), Müller, Schwandner (3), G. Münch (2), H. Münch (3), Krämer (1), Nienhaus, Hess(4), Schneck, Pankofer (5/1), Schmidtke, Stumpf (3).

Siebenmeter: 1/1 – 0/0 Zeitstrafen: 8:4 Minuten. Schiedsrichter: Daßler/Günther Zuschauer: 1050. Torfolge: 1:0 (6.), 1:3, 3:4 (11.), 4:6, 6:6 (15.), 7:7, 10:9 (24.), 12:10,14:10 (Halbzeit)16:13 (36.), 16:17 (40.), 19:18, 21:19 (47.), 22:20, (59.), 24:22.


Nürnberger Zeitung

Erlanger Handballer landeten „Kantersieg“

Für Erlanger Verhältnisse war es geradezu ein Kantersieg: Nachdem die Zweitliga-Handballer des HCE ihre ersten beiden Heimspiele mit jeweils einem Tor Vorsprung in Herzschlagfinals gewonnen hatten, lagen sie gegen die SG BBM Bietigheim mit zwei Treffern vorn. 24:22 (14:10) stand auf der Anzeigetafel, als die Schlusssirene ertönte – und die Partie war nicht weniger spannend gewesen als die zuvor.

HCE-Coach Frank Bergemann vermeidet es normalerweise, einzelne Spieler hervorzuheben, doch diesmal kam er nicht umhin, mit Torhüter Andreas Bayerschmidt einen Akteur namentlich zu würdigen: Mit 18 Paraden (zehn in der ersten Hälfte, die meisten seiner acht Abwehraktionen in Hälfte zwei zeigte er in der Schlussphase) war der Senior im HCE-Team der Matchwinner. Wobei ihm mit Milos Hacko und Pascal Welz seine Pendants auf der Gegenseite in nichts nachstanden und ihre Mannschaft im spannenden, einmal mehr fast nervenzerreißenden Spiel hielten.


Zwei überragende Abwehrreihen bestimmten das Geschehen auf dem Parkett und ließen nur wenige Tore zu – es zog sich bis zur sechsten Minute hin, bis das Tornetz erstmals zappelte, als Daniel Pankofer sich energisch durchsetzte. Und dann sollte es weitere 19 Zeigerumdrehungen dauern, bis die Hausherren wieder die Nase vorn hatten, als Marcus Hock das 10:9 markierte. Überhaupt erweckten die beiden Neuen den Eindruck, als seien sie allmählich in Erlangen angekommen: Hock traf nicht nur doppelt, sondern zauberte einige exzellente Anspiele auf die Platte, und Linkshänder Oliver Hess traf mit kraftvollen Würfen viermal – und beide standen auch in der Abwehr ihren Mann, wenn sie zum Einsatz kamen.

„In den ersten Spielen hat man gemerkt, dass es noch Abstimmungsschwierigkeiten gab, aber das ist völlig normal, weil die Mannschaft seit Jahren eingespielt ist. Aber es wird zunehmend besser“, erklärte Hess nach dem Spiel seine Steigerung und die voranschreitende Integration. Mit Blick auf Hock und seine Rolle als Ballverteiler meinte Bergmanns, der neue „Shooter“ sei ein erfahrener Spieler, „der versucht, sich umzukonditionieren, wenn er merkt, dass er nicht trifft – aber wir arbeiten daran, dass er seine Torgefahr aus der zweiten Reihe zur Entfaltung bringt. Dafür haben wir ihn ja geholt!“

Einmal mehr eine wichtige Rolle spielten die HCE-Fans: „In der Phase, als wir Sand im Getriebe hatten“ (Bergemann), als die Hausherren ihren offenbar unvermeidlichen Hänger hatten und nach Wiederanwurf wie schon in Dormagen sechs Minuten lang nicht trafen, „hat uns das Publikum geholfen“, dankte Bergemann den Anhängern, die die Spielstätte wieder in die „Hiersemann-Hölle“ verwandelten. Ein „Kompliment an das Publikum“ wollte hinterher auch Gästetrainer Jochen Zürn loswerden, der den Sieg als „verdient“ bezeichnete.

Für Aufsehen hatten die Zuschauer schon vor dem Anpfiff gesorgt, als sie mit einer neuen Choreografie ihr Team auf eine gemeinsame „goldene Zukunft“ einstimmten. „Es ist jedesmal beim Einlaufen Gänsehaut pur, und diesmal haben die Fans noch eins draufgesetzt“, verlieh Pankofer den Gefühlen der Spieler beim Betreten der Spielfläche Worte.

Pankofer war es auch, der den einzigen (!) Siebenmeter der Partie cool zum wichtigen 22:20 versenkte (55.). Wie er überhaupt – genauso wie die Münch-Brüder Georg und Hannes – in engen Spielphasen mit Treffern dafür sorgte, dass die Bietigheimer in der zweiten Halbzeit nicht mehr in Führung gingen – und das, obwohl die HCE-Defensive den mit sieben Treffern herausragenden Robin Haller nie ganz ausschalten konnte.

Zwei Punkte haben sich die Erlanger mit dem ersten Sieg im vierten Spiel binnen einen Jahres gegen den alten Rivalen aus Schwaben gesichert, damit auch einen Platz im vorderen Tabellendrittel. Was auch mit Blick auf die beiden anstehenden schweren Auswärtsspiele in Düsseldorf und Hamm wichtig war. Die Zeit zwischen der Partie in der NRW-Landeshauptstadt am Sonntag und bei Hocks Ex-Klub am Mittwoch nutzt Bergemann zu einem Kurztrainingslager, für das er mit dem Team im Rheinland bleibt.

Erlangen: Bayerschmidt – Schwandner (3), Pankofer (5/1), H.Münch (3), G.Münch (2), Nienhaus, Stumpf (3), Schneck, Hock (3), Hess (4), Krämer (1)

Bietigheim: Hacko, Welz (ab 41.) – Haller (7), Bohnert (1), Kibat (2), Freudl (4), Zieker (3), Schulz (2), Rentschler, Knierim, Heuberger (1), Schäfer (1), Blodig, Hinz (1)

SR: Daßler/Günther (Zwönitz) / Strafminuten: Erlangen 8 (G. Münch 4, H. Münch und Pankofer je 2) – Bietigheim: 4 / Siebenmeter: 1/1:0 / Zuschauer: 1400.

Spielverlauf: 1:0, 1:3, 2:4, 3:5, 4:6, 6:6, 6:7, 8:8, 9:9, 12:9, 14:10 – 14:11, 14:13, 16:13, 16:16, 19:19, 21:19, 22:21, 24:21, 24:22.


Bietigheimer Zeitung

Zürn-Team belohnt sich erneut nicht Handball-Zweitligist Bietigheim verliert 22:24
Auch im dritten Anlauf ging die SG BBM Bietigheim in der Zweiten Handball-Bundesliga der Männer auswärts leer aus. Beim heimstarken HC Erlangen unterlag die Mannschaft von Trainer Zürn mit 22:24 (10:14). Gescheitert ist die SG BBM an ihrer Chancenauswertung.
 
 
Der Bietigheimer Trainer Jochen Zürn lobte seine Mannschaft für eine "Klasseleistung in einem sehr, sehr guten Spiel, in dem wir viel richtig gemacht haben". Er konnte ihr aber zwei Vorwürfe nicht ersparen: "Wir haben uns durch leichte Fehler wieder nicht belohnt und sind an unserer Chancenauswertung gescheitert." Zehn "freie" Wurfgelegenheiten konnten seine Spieler nicht nutzen. "Das wird dann halt bestraft, wenn das Runde nicht ins Eckige geht. Da sind wir an uns gescheitert", so Zürn.

Der Trainer hatte sein Team auf die Stimmung und die aufgeheizte Atmosphäre in Erlangen vorbereitet. "Umso enttäuschter ist die Mannschaft. Dieses Spiel hätten wir für uns entscheiden müssen", berichtete er. Ihm selbst als Trainer hätte die Stimmung und die Partie bei den guten Bekannten in Erlangen viel Spaß gemacht, auch weil sein Team eine "exzellente Abwehr" gestellt habe. Die ließ in der zweiten Halbzeit nur noch zehn Gegentreffer zu. Das lag neben der Abwehr auch am jungen Torhüter Pascal Welz, der zur Pause Routinier Milos Hacko abgelöst hatte. Selbst erzielten die Bietigheimer nach der geringen Torausbeute in der ersten Halbzeit in den zweiten 30 Minuten noch zwölf Treffer.

Erst in der sechsten Minute fiel vor 1050 Zuschauern das erste Tor. Bis dahin hatten sich beide Abwehrreihen keine Blöße gegeben. Nach dem Rückstand der Gäste, für den der Erlanger Daniel Pankofer verantwortlich war, trafen Robin Haller, Pierre Freudl und Nico Kibat zur 3:1-Führung für die SG BBM. Erst beim 10:9 in der 25. Minute gelang den Gastgebern in der hitzigen, aber fairen Partie wieder eine Führung. Das sächsische Schiedsrichtergespann Lutz Daßler und Lutz Günther verhängte im gesamten Spiel hinweg nur einen Siebenmeter für die Gastgeber.

40 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff gerieten die Bietigheimer erstmals mit vier Toren ins Hintertreffen. In der 48. Minute schafften sie beim 19:19 wieder einen Ausgleich. Bis zum Spielende gelangen ihnen allerdings nur drei weitere Treffer. Haller, Freudl, Fabian Bohnert und Philipp Schulz scheiterten entweder an Pfosten und Latte oder an Torhüter Andreas Bayerschmidt. Trotz der starken Abwehrleistung reichte es für die SG BBM auch im dritten Anlauf nicht zum ersten Punktgewinn auswärts.

Am kommenden Freitag gehen die Bietigheimer erneut fremd. Das Heimspiel gegen den 1. VfL Potsdam findet um 20 Uhr in der Arena in Ludwigsburg statt. Dabei hoffen die Handballer auch auf die Unterstützung der Eishockey-Fans. Die erhalten in Verbindung mit ihren Eintrittskarten vom Spiel der Steelers am vergangenen Freitag gegen Rosenheim verbilligte Tickets für die Partie der SG BBM in der Arena.
 

Ludwigsburger Kreiszeitung

Keeper Bayerschmidt entnervt Bietigheimer

Erlangen – Nach einem spannenden und hochklassigen Handballfight unterlag Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim beim heimstarken HC Erlangen mit 22:24 (10:14). Erneut bestätigte sich, dass die Punkte in der eingleisigen Liga sehr hoch hängen.
 
Wieder einmal stimmte bei der SG BBM die Leistung, aber nicht das Ergebnis.
„Wir haben zehn hundertprozentige Chancen nicht reingemacht“, nennt Trainer Jochen Zürn den Hauptgrund für die knappe Niederlage. In der heiß umkämpften Endphase scheiterten die SG-Angreifer Robin Haller, Fabian Bohnert und Sebastian Knierim innerhalb von zwei Minuten gleich viermal am über sich hinauswachsenden Erlanger Keeper Andreas Bayerschmidt. Zu diesem Zeitpunkt (53. Minute) lagen die Gastgeber mit 21:20 in Front.
 In der torarmen Partie bestimmten bis zum 9:9 (25.) die Abwehrreihen das Geschehen. In den verbleibenden fünf Minuten bis zum Seitenwechsel erspielte sich der HCE einen 14:10-Vorsprung, den die SG im Stile einer Klassemannschaft bis zur 40. Minute (16:16) egalisierte. Pascal Welz hatte Milos Hacko im Tor der Ellentäler abgelöst. Dank seiner Paraden sowie des bärenstark aufspielenden Nico Kibat gingen die Gäste nach Treffern von Christian Heuberger und Philipp Schulz mit 18:17 (42.) in Führung.
 Mit ihren 1200 fanatischen Fans im Rücken konterten die Gastgeber, lagen zwei Minuten später mit 20:19 vorne. Die SG blieb zwar bis auf einen Treffer dran, den möglichen Punktgewinn vereitelte aber HCE-Torhüter Andreas Bayerschmidt, der in der Schlussphase seinen Kasten vernagelte.
 Bereits am kommenden Freitag können sich die Bietigheimer die verlorenen Punkte zurückholen, wenn sie in der Arena Ludwigsburg auf den VfL Potsdam treffen.

SG BBM Bietigheim: Hacko, Welz; Haller (7), Freudl (4), Zieker (3), Kibat (2), Schulz (2), Heuberger (1), Bohnert (1), Schäfer (1), Hinz (1), Blodig, Rentschler.

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