Spieler hängen in den Seilen

Bietigheimer Zeitung

Spieler hängen in den Seilen
SG BBM Bietigheim setzt in der Vorbereitung auf innovative Methoden


Die Kooperation des Handball-Zweitligisten SG BBM Bietigheim und dem Rehazentrum Hess hat zwar schon seit längerer Zeit Bestand. In der neuen Saison gehen die Mannen von Trainer Jochen Zürn aber ganz neue Wege.

"Wir sind immer auf der Suche nach neuen Reizen", erklärt Jochen Zürn, der Trainer des Handball-Zweitligisten SG BBM Bietigheim. Nicht nur in der langen Vorbereitung sei es wichtig, den Spielern ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Training zu bieten. "Es gibt nichts Schlimmeres, als Langeweile im Training. Alltag sollte nie einkehren", sagt Zürn, dessen Team am kommenden Sonntag mit einem Gastspiel in Rostock in die neue Runde startet.

Im Rehazentrum Hess sind die Handballer bestens aufgehoben. So wurde diese Saison erstmals das sogenannte Sling-Training eingeführt. Eine Methode, bei dem die Spieler buchstäblich in Schlingen hängen. "Bei diesem Training wird besonders der Rumpf, der für die Handballer besonders große Bedeutung hat, trainiert", erläutert Nils Heinze vom Rehazentrum. Sowohl beim Wurf als auch bei allen anderen wichtigen Bewegungsabläufen hilft das Grundlagentraining. Kombiniert mit einem individuell auf jeden Spieler zugeschnittenen Krafttraining sowie einem speziellen Höhentraining sollte tatsächlich nicht so schnell Routine im Trainingsalltag einkehren. Dabei spielt der Faktor Zeit eine ganz entscheidende Rolle. Anders als bei vielen Profiteams, die praktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit im Kraftraum schwitzen, sind die zeitlichen Ressourcen bei vielen Spielern aufgrund der zusätzlichen beruflichen Belastung begrenzt. So versucht man die knappe Zeit beim sogenannten HIT (High-Intensity-Training) bestmöglich zu nutzen.

Viermal in der Woche steht der Kraftraum für die Bietigheimer Handballer auf dem Stundenplan. Außerdem findet zusätzlich fünfmal in der Woche ein Mannschaftstraining statt. Dieses immense Pensum ist aber besonders in der Vorbereitung notwendig, um für die 38 Saisonspiele in der kommenden Saison gerüstet zu sein.

Da soll sich die Arbeit mit Nils Heinze und seinen Kollegen auszahlen. "Unsere Spieler sind insgesamt robuster und stabiler geworden. Außerdem haben wir seit ein bis zwei Jahren kaum noch schwere Verletzungen", stellt Heinze fest. Ein Umstand, der durchaus auch der intensiven Arbeit in der Saisonvorbereitung zuzuschreiben ist.

Zürn ist von der Zusammenarbeit mit den Spezialisten aus Bietigheim-Bissingen jedenfalls überzeugt: "Das ist eine unglaublich befruchtende Zusammenarbeit. Wir sind hier unglaublich gut Zuhause und profitieren auch von der physiotherapeutischen Betreuung." Der SG-Coach schaut der neuen Premierensaison in der eingleisigen Zweiten Bundesliga optimistisch entgegen. Bei so viel Professionalität und Innovationen ist dies auch nicht schwer. Zürn: "Mit der Vorbereitung bin ich alles in allem sehr zufrieden. Die Jungs haben gut und konzentriert gearbeitet."

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