BHC bleibt nach Endspurt-Sieg im Aufstiegsrennen

110514_bhc_sgbbm.jpgRP online

BHC bleibt nach Endspurt-Sieg im Aufstiegsrennen

In einer mitreißenden Schlussphase hat der Bergische HC die Hoffnung auf den direkten Aufstieg in die Erste Liga am Leben erhalten. Sieben Minuten vor Schluss hatte der Tabellenzweite der 2. Handball-Bundesliga gegen die SG Bietigheim noch mit 24:27-Rückstand gelegen, ehe Keeper Mario Huhnstock mit einem abgewehrten Tempogegenstoß für die Initialzündung sorgte. Kristian Nippes und Jens Reinarz drehten mit ihren Treffern im Alleingang die schon verloren geglaubte Partie zum 30:28-Endstand.

In einer mitreißenden Schlussphase hat der Bergische HC die Hoffnung auf den direkten Aufstieg in die Erste Liga am Leben erhalten. Sieben Minuten vor Schluss hatte der Tabellenzweite der 2. Handball-Bundesliga gegen die SG Bietigheim noch mit 24:27-Rückstand gelegen, ehe Keeper Mario Huhnstock mit einem abgewehrten Tempogegenstoß für die Initialzündung sorgte. Kristian Nippes und Jens Reinarz drehten mit ihren Treffern im Alleingang die schon verloren geglaubte Partie zum 30:28-Endstand.


Bietigheimer Zeitung

Zürn-Team belohnt sich erneut nicht Bietigheim verliert beim Bergischen HC 28:30

Mit drei Toren in der Schlussphase rettete Jens-Peter Reinarz dem Bergischen HC den 30:28-Sieg gegen die SG BBM Bietigheim. Die hatte den Tabellenzweiten der Zweiten Handball-Bundesliga am Rande einer Niederlage.

Durch die Niederlage beim Bergischen HC in Solingen sowie den klaren Heimerfolgs des TV Bittenfeld wird es am kommenden Samstag in der Bietigheimer Halle am Viadukt zum Saisonausklang kein Endspiel um Platz vier geben. Diesen hat der TV Bittenfeld sicher. Für die Bietigheimer geht es im Derby darum, den fünften Platz im Fernduell mit dem TV Neuhausen zu behaupten. "Es war ein Wahnsinns-Spiel. Ich muss den Hut vor meiner Mannschaft ziehen, wie sie aufgetreten ist. Leider hat sie sich wie schon in Hüttenberg bei einem Großen der Liga nicht belohnt. Es war 55 Minuten eine überragende Leistung", geriet SG-Trainer Jochen Zürn nach dem Auftritt seines Teams ins Schwärmen.

Wie schon zwei Wochen zuvor beim Spitzenreiter TV Hüttenberg, lieferte die SG BBM auch beim Tabellenzweiten Bergischer HC eine starke Leistung ab und zwang den Favoriten beinahe in die Knie. Als die Gastgeber zwei Minuten vor Spielende mit 27:28 in Rückstand lagen, schien die Meisterschaft und der Direktaufstieg in die Bundesliga verloren, zumal Hüttenberg gegen Eisenach klar in Führung lag. "Vielleicht hatte meine Mannschaft Angst vor der Entscheidung und war in der Schlussphase nicht mehr so frech. Leichte Fehler haben den Bergischen HC wieder ins Spiel gebracht", berichtete Zürn.

Mit drei Toren hintereinander drehte der 28-jährige Jens-Peter Reinarz die Partie und rettete dem BHC den Sieg. Der ermöglicht dem Team von Trainer Hans-Dieter Schmitz weiter die Möglichkeit, den TV Hüttenberg noch zu überholen.

Die Bietigheimer ließen sich von der aufgeheizten Stimmung in der Solinger Klingenhalle nicht beeindrucken und blieben vor den 2250 Zuschauern bis zum 5:5 dran. Dann zog der Bergische HC über 8:6, 10:7 und 15:11 zum 18:15-Halbzeitstand davon. In der zweiten Hälfte der emotionsgeladenen, temporeichen und spannenden Partie machten sich die Gäste mit Erfolg daran, den Rückstand aufzuholen. Mit zwei Toren brachte Sebastian Knierim die SG auf 17:18 heran. Dem Rechtsaußen gelang auch der Treffer zum 20:19, mit dem die Bietigheimer erstmals in Führung gingen (38.). In der 53. Minute lagen sie mit 27:24 vorne und gingen nach dem Ausgleich durch Andreas Blodig beim 28:28 erneut in Führung. Danach hatte Reinarz seinen Auftritt und traf noch dreimal. Vor dem Tor zum 30:28-Endstand ließen die Bietigheimer den Rechtsaußen durchlaufen in der Hoffnung, er würde verschießen oder an Torhüter Mathias Lenz scheitern. Das hätte den Gästen Ballbesitz und die Chance zum Ausgleich gebracht. Reinarz allerdings behielt die Nerven und traf.

Bei der SG BBM bildeten Nico Kibat und Steffen Bühler einen überragenden Innenblock. Im Angriff sorgten Blodig als Spielmacher und Christian Heuberger am Kreis für gefährliche Aktionen. Ein besonderes Augenmerk hatte der Bergische HC auf Robin Haller gelegt und den Torjäger neutralisiert.


Ludwigsburger Kreiszeitung

SG macht Sack nicht zu

Solingen – Nach einem hochklassigen Handballspiel musste sich Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim in einem Herzschlagfinale dem Tabellenzweiten Bergischer HC mit 28:30 (15:18) beugen.
 
Wie schon bei der knappen Niederlage gegen Tabellenführer Hüttenberg zeigte die SG BBM auch gegen den Tabellenzweiten Bergischer HC eine Klasseleistung. Ganze zwei Minuten fehlten, um die Bergischen Löwen vor 2250 Zuschauern in der Solinger Klingenhalle zu zähmen und ihnen damit den Direktaufstieg in die 1. Liga zu vermasseln.
 Den besseren Start erwischten die Gastgeber, die zum Siegen verdammt waren, wollten sie Spitzenreiter Hüttenberg auf den Fersen bleiben. Über 15:11 (20. Minute) kam der BHC dank Rückraumschütze Kenneth Klev zur 18:15-Halbzeitführung. Obwohl Benjamin Krotz im Kasten der SG einige freie Würfe entschärfte, traf der Norweger in der ersten Hälfte sieben Mal.
 Ganz anders verlief die zweite Hälfte. Da lag nicht nur Klev dank einer aggressiveren SG-Deckung an der Kette, auch der Ellental-Express nahm jetzt Fahrt auf. Sebastian Knierim gelang mit einem Doppelschlag der Anschlusstreffer. Andreas Blodig schaffte den Ausgleich zum 19:19 (37.) ehe wiederum Knierim eine Minute später die nun nicht mehr zu bremsenden Bietigheimer erstmals in Front (19:20) schoss.
„Die zweite Halbzeit haben wir 25 Minuten lang dominiert,“ freute sich SG-Trainer Jochen Zürn über den starken Auftritt seiner Mannschaft in der „Höhle der Löwen“. In der Tat schienen die Meisterschaftsträume im Bergischen Land zu platzen, denn die SG lag fast die komplette zweite Hälfte mit bis zu drei Toren vorne. Erst zwei Minuten vor Spielende rappelte sich der BHC nochmals auf und glich durch Jens-Peter Reinartz zum 28:28 aus.
 Während Robin Haller noch zweimal an BHC-Keeper Mario Huhnstock scheiterte, gelangen Reinartz noch zwei Treffer zum nicht mehr für möglichen gehaltenen 30:28-Sieg. „Am Schluss hatten wir Angst vor dem Matchball,“ ärgerte sich Coach Zürn, sprach aber gleichzeitig von einem sensationellen Auftritt seines Teams.

SG BBM: Krotz, Lenz; Haller (3), Kibat (1/1), Knierim (4), Heuberger (1), Schäfer (3), Bühler (1), Blodig (5), Hinz (1), Freudl (4), Schulz (4), Zieker (1), Rentschler.

RP Online

Jubel der Erleichterung

Der Bergische HC schien den direkten Aufstieg in die Erste Liga schon aus der Hand gegeben zu haben. Den Drei-Tore-Rückstand aber holte der Tabellenzweite auf und darf nach dem 30:28-Sieg gegen die SG Bietigheim weiter hoffen. Die Teilnahme an der Relegation ist zumindest sicher.

Sie kamen mit dem Schlusssignal aufs Feld gestürmt, als wäre soeben der Aufstieg in der Erste Liga realisiert worden. An der Mittellinie bildete sich eine jubelnde Spielertraube – mittendrin Jens Reinarz, der drei Sekunden vor Ende mit seinem dritten Treffer in Folge den Schlusspunkt zum 30:28-Endstand gesetzt hatte. Auf den Tribünen der fast ausverkauften Klingenhalle hatte es bereits in den Minuten zuvor kaum jemanden auf den Sitzen gehalten. Jetzt feierten die 2250 Zuschauer mit stehenden Ovationen den kaum noch für möglich gehaltenen Heimsieg gegen die SG Bietigheim, der weiter vom direkten Weg in die Toyota Handball-Bundesliga träumen lässt.

In der 53. Minute hatte die Situation noch ganz anders ausgesehen. Als Pierre Freudl für die Schwaben das 27:24 erzielte, durfte sich der TV Hüttenberg eigentlich schon als Meister fühlen. Der Tabellenführer ließ von Beginn keinen Zweifel aufkommen, dass er seiner Aufgabe gegen den ThSV Eisenach womöglich nicht gewachsen sei. Bereits zur Halbzeit hatten die Hessen uneinholbar mit 19:7 geführt, am Ende verbuchten sie einen ungefährdeten 36:22-Kantersieg.

Deutlich mehr Probleme hatten die Bergischen mit ihrem Kontrahenten beziehungsweise der eigenen Courage. Auf eine gefällige Vorstellung in der ersten Halbzeit folgte nach Wiederbeginn Angsthasen-Handball. Ähnlich wie an jenem November-Tag, als der BHC gegen Korschenbroich im zweiten Durchgang seine Torproduktion einstellte und die empfindlichste Niederlage dieser Saison einstecken musste. Lediglich Jiri Vitek, Alexander Oelze und Kenneth Klev schafften es bis zur 45. Minute, den Ball irgendwie an Bietigheims Keeper Mathias Lenz vorbei ins Netz zu befördern. Die Schwaben waren inzwischen acht Mal erfolgreich gewesen, weil die Unsicherheit in der BHC-Offensive längst auch die Abwehr erreicht hatte. Reihenweise durften Sebastian Knierim oder Andreas Blodig unbedrängt und somit auch erfolgreich aufs Tor werfen.

Sieben Punkte hat der Tabellenzweite in der Rückrunde abgegeben. Weder bei seinen Niederlagen in Bittenfeld, Korschenbroich und Neuhausen noch in der Schlussphase beim Remis gegen Düsseldorf hatten es die Bergischen geschafft, sich aus dem Loch herauszuspielen. Gegen Bietigheim setzte Mario Huhnstock mit einem abgewehrten Tempogegenstoß gegen Matthias Hinz (54.) den entscheidenden Impuls, der Kräfte freisetzte bei dessen Vorderleuten und das Publikum zur lautstarken Anfeuerung animierte. So verwandelten Kristian Nippes (2) und Jens Reinarz (3) sowie Mario Huhnstock mit zwei weiteren Glanztaten in fünf begeisternden Schlussminuten den 25:27-Rückstand in besagten 30:28-Zittersieg. Dieser sichert schon einmal den zweiten Platz und die Qualifikation für die Erstliga-Aufstiegsrunde ab.

Spannender geht's kaum

Ob beim BHC auf den Jubel der Erleichterung der Jubel des Meisters folgen wird, ist nicht ausgeschlossen – ein eigener Auswärtserfolg beim EHV Aue und eine gleichzeitige Niederlage des TV Hüttenberg bei der HG Saarlouis vorausgesetzt. Beide Gegner der Aufstiegsanwärter streiten sich im Übrigen noch um Platz zehn, der zur Teilnahme an der Relegation zur eingleisigen Zweiten Liga berechtigt. Spannender geht's kaum.

Drucken E-Mail