Der 1000. Treffer als Symbol des Bietigheimer Torhungers

sgbbm_erlangen.jpgLudwigsburger Kreiszeitung

Der 1000. Treffer als Symbol des Bietigheimer Torhungers

Bietigheim-Bissingen – Mit einem deutlichen 31:24 (14:9)-Sieg zeigte Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim dem HC Erlangen die Grenzen auf. Steffen Bühler gelang dabei für den erfolgreichsten Angriff in der 2. Bundesliga der 1000. Treffer.
 
Nur bis zur 14. Minute hielten die Erlanger Träume, sich mit einem Sieg bei der SG BBM die Fahrkarte für die eingleisige 2. Liga zu sichern. Der HCE begann hochkonzentriert, lag vor den lautstarken, mitgereisten Fans bis zu diesem Zeitpunkt mit 7:6 in Front.

 Erst jetzt wachten die Gastgeber auf, rührten in der Abwehr Beton an und erlaubten den Gästen dank des starken Torhüters Mathias Lenz bis zur Halbzeitpause (14:9) nur noch zwei Tore.
Vorne setzte Spielmacher Nico Kibat seine Angreifer mit Zauberpässen in Szene. Christian Schäfer von Rechtsaußen, Robin Haller per Trickwurf, Patrick Zieker mit Kempa-Trick sowie der schnelle Andreas Blodig verwandelten seine Anspiele zu sehenswerten Toren vor den 700 begeisterten Zuschauern.
„Gegen diese fantastische SG hatten wir keine Chance“, musste HCE-Trainer Frank Bergemann nach Spielschluss eingestehen. In der Tat dominierten die Bietigheimer auch in der zweiten Hälfte. Beim 18:12 (36. Minute) durch Blodig betrug der Vorsprung sechs Tore. Bis zur 53. Minute (28:18) hatte sich die Ellentäler Torfabrik schon auf zehn Treffer davongeschlichen.
Bereits in der 11. Minute markierte Kreisläufer Steffen Bühler den 1000. Treffer in der laufenden Saison. Damit ist die SG die einzige Mannschaft der 2. Bundesliga (Nord und Süd), die mehr als 1000 Tore erzielt hat.
Doch nicht nur von seinen Himmelsstürmern schwärmte ein rundum zufriedener SG-Trainer Jochen Zürn: „Unsere Abwehrarbeit war super. Meine Jungs sind kurz vor Saisonende noch immer hungrig auf Erfolg.“ Dies kann durchaus als Kampfansage für den Tabellenzweiten und Aufstiegskandidaten Bergischer HC verstanden werden, bei dem die SG am kommenden Samstag antreten muss.

SG BBM Bietigheim: Lenz; Haller (6), Kibat (4/3), Knierim (1), Heuberger (2), Schäfer (2), Bühler (3), Blodig (6), Hinz (1), Freudl (2), Zieker (3), Schulz (1).


Bietigheimer Zeitung

Tempospiel aus sicherer Abwehr Zweitligist SG BBM Bietigheim besiegt Erlangen mit 31:24 - Nur neun Gegentore vor der Pause

Als erste Mannschaft der Zweiten Handball-Bundesliga knackten die Bietigheimer im Spiel gegen den HC Erlangen die 1000-Tore-Marke. Den Grundstein zum 31:24-Sieg legten die Gastgeber mit einer überragenden AbwehrNach zuletzt nur einem Punkt aus drei Spielen sorgten die Bietigheimer Handballer in ihrer vorletzten Heimpartie der laufenden Saison gegen den HC Erlangen für tolle Partystimmung in der Halle am Viadukt.

"Wir stehen zwei Spieltage vor Schluss mit 43 Punkten da. Das ist für die Mannschaft ein sensationelles Ergebnis", geriet SG-Trainer Jochen Zürn ins Schwärmen nach der Gala, die sein Team abgeliefert hatte. Die Note eins mit Sternchen vergab Zürn an Christian Heuberger als überragendem Abwehrchef und an Andreas Blodig, der den Aktionen in der Offensive seinen Stempel aufdrückte.

Rund 20 Minuten lang hielt der Erlangener HC gut mit, lag anfangs meist in Führung, verlor dann aber seine Linie und wurde von den Bietigheimern überrollt. Die legten die Basis zum klaren Erfolg mit einer starken Leistung am eigenen Kreis.. "Das war überragend, wie wir eine Abwehr gestellt haben", lobte Zürn seinen Defensivverbund. Der ließ in der ersten Halbzeit gerade mal neun Gegentreffer zu. Durch die Ballgewinne leitete die Abwehrmauer immer wieder Gegenstöße ein, die eiskalt verwertet wurden.

Die beiden Erlangener Torhüter Max Deussen und Andreas Bayerschmidt bekamen kaum einen Ball zu fassen. Mit seinem Treffer zum 4:5-Anschluss erzielte Steffen Bühler in seinem zweitletzten Heimspiel den 1 000 Saisontreffer der SG BBM, die damit als bislang einziges Team vierstellig getroffen hat. Während der beste Angriff der Liga seinem Ruf gerecht wurde, konnten die Erlangener, die die wenigsten Gegentreffer kassiert haben, ihren Ruf besonders abwehrstark zu sein, nicht bestätigen.

In der zweiten Halbzeit legten die Bietigheimer noch eine Schippe drauf und zogen Tor um Tor davon. Zwei Treffer trugen das Prädikat besonders wertvoll. Einmal, als Bühler vom eigenen Kreis aus unwiderstehlich davonzog und den Ball eiskalt verwandelte. Und kurz vor Schluss zelebrierten Christian Schäfer und Blodig einen Treffer. Nach einem Zuspiel des Rechtsaußen versenkte Blodig den Ball direkt aus der Luft. Klar, dass die Zuschauer begeistert waren. "Das war heute wieder ein Tollhaus. Auch an unsere Zuschauer und Fans ein Riesenkompliment", war Coach Zürn von der Atmosphäre in der Halle am Viadukt begeistert.

Mit entscheidend zum Umschwung nach anfänglichen Problemen und einigen Rückständen trug bei den Gastgebern der kleine Blodig bei, der glänzend Regie führte und ab und an aus der Abwehr rausrückte, um den Rückraum der Gäste zu stören. Die Erlangener verpassten den ersten Matchball, denn nach der Niederlage von Aue zuvor hätten sie sich mit einem Sieg in Bietigheim vorzeitig für die eingleisige Zweite Liga qualifizieren können.

"Wenn wir unsere Linie durchgezogen hätten, wäre vielleicht mehr drin gewesen", vermutete hinterher Christoph Nienhaus, mit sechs Treffern bester Schütze der Franken. Dessen Trainer Frank Bergemann zollte dem Gegner höchstes Lob und war zufrieden, dass die Niederlage nicht noch höher ausgefallen war. "Bietigheim hat sehr kompakt mit einer 6:0-Abwehr gespielt und sich nicht rauslocken lassen. Wenn man dann leichte Fehler macht, ist das tödlich gegen eine so starke Mannschaft mit ihrem Tempohandball", so Bergemann. Als Gründe für die Niederlage führte er zwei Gründe an: "Eine phantastische Bietigheimer Mannschaft und unsere Fehler nach gutem Beginn."

Sein Kollege Zürn sieht trotz der fortgeschrittenen Saison keinerlei Abnutzungserscheinungen bei seiner Mannschaft: "Sie ist heiß und hungrig. Wir haben als Motto für diese Partie ,Emotionen ausgegeben."

Das setzten die Bietgheimer eins zu eins um. Die rote Wand stand gegen die körperlich starken Erlangener und verhinderte auch Einschläge aus dem Rückraum, einzig Nienhaus fand ab und zu die Lücke. Was durchkam, war bei Torhüter Mathias Lenz gut aufgehoben.

Am Anfang hatten die Gäste Vorteile, führten 4:2 und 6:4. Nach dem 7:7-Ausgleich setzten sich die Gastgeber schnell ab und führten zur Pause mit 14:9.

In der zweiten Halbzeit nahm die Partie an Tempo und Intensität zu. "Es hat richtig Spaß gemacht. Wir haben auf unsere Chancen gewartet und sie genutzt", drückte Blodig aus, was er und seine Teamkollegen anboten.

Bei den Bietigheimern waren mit Nico Kibat, Robin Haller und Bühler drei Akteure wegen Krankheitssymptomen oder Blessuren angeschlagen ins Spiel gegangen. "Deswegen mussten wir viel wechseln. Aber das hat ja auch gut geklappt", so der Bietigheimer Trainer Zürn. Der verhalf in den Schlussminuten Daniel Zieker vom Württembergliga-Team der SG BBM zu seinem Zweitliga-Debüt.
leistung.

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