Nur in der Schlussphase hat Torfabrik Ladehemmung

110430_huettenberg_sgbbm.jpgLudwigsburger Kreiszeitung

Nur in der Schlussphase hat Torfabrik Ladehemmung


Im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga unterlag die SG BBM Bietigheim beim Tabellenführer TV Hüttenberg nach hochdramatischen Kampf mit 28:27 (10:14). In der ersten Hälfte lagen die Bietigheimer zeitweise mit sechs Toren in Front.
 
Mit einer Klasseleistung gegen den Spitzenreiter und Aufstiegskandidaten zur 1. Liga bewies die SG BBM erneut, dass sie sich mit den Spitzenteams der 2. Liga auf Augenhöhe befindet.
 Während nicht wenige der 1300 Zuschauer in der Sporthalle in Hüttenberg schon vom Aufstieg und damit von Gegnern wie THW Kiel und dem HSV Hamburg träumten, wurden ihre Lieblinge von der SG-Torfabrik in den Anfangsminuten förmlich überrannt. Nach zehn Minuten lagen die Gäste durch Treffer von Patrick Zieker, Philipp Schulz sowie vier Einschlägen von Robin Haller mit 6:1 vorne.

TVH-Trainer Jan Gorr zog die Notbremse in Form einer Auszeit, sein entnervter Keeper Matthias Ritschel machte Platz für Steffen Redwitz. Die SG zeigte sich unbeeindruckt, lag beim 14:8 (28. Minute) bereits sechs Tore vorne. „Wir haben die erste Halbzeit klar dominiert“ berichtete Coach Jochen Zürn.
Zwar konnte Hüttenbergs Spielmacher Florian Laudt vor dem Seitenwechsel auf 10:14 verkürzen, doch der mit elf Toren überragende Robin Haller schoss sein Team in der 36. Minute (12:17) wieder mit fünf Toren in Front. „Danach haben wir etwas den Faden verloren, waren im Abschluss nicht mehr so effizient“ ärgerte sich Zürn über etliche Fehlschüsse.
Der Tabellenführer nutzte die Schwächephase, ging durch Sebastian Weber mit 21:20 (46.) in Führung. Die Partie blieb spannend, auch nach dem 26:24 (52.) steckten die Ellentäler nicht zurück, schafften durch Schulz und Haller den 26:26-Ausgleich.
Nach dem Treffer zum 28:27 (57.) durch den besten TVH-Akteur Laudt, setzte Zürn in den verbleibenden Minuten alles auf eine Karte. In zweifacher Überzahl (SG nahm Torwart raus) kam Rechtsaußen Sebastian Knierim Sekunden vor Spielende frei zum Wurf, scheiterte aber an Torhüter Redwitz.

SG BBM Bietigheim: Lenz, Krotz; Haller (11), Kibat (1), Heuberger (1), Schäfer (2), Bühler (3), Blodig (3), Schulz (5), Zieker (1), Freudl, Hinz, Knierim, Rentschler.


Bietigheimer Zeitung

SG BBM bietet dem Spitzenreiter die Stirn TV Hüttenberg gewinnt knapp mit 28:27


Der Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim hat sich mit dem Tabellenführer TV Hüttenberg ein packendes Duell geliefert. Am Ende hatte das Team von Trainer Jochen Zürn knapp mit 27:28 das Nachsehen.


Der Bietigheimer Trainer Jochen Zürn war nach dem Handball-Krimi in Hüttenberg enttäuscht, weil sein Team trotz einer starken Vorstellung ohne Punkte die Heimreise aus Hessen antreten musste. Stolz war er aber darauf, wie seine Schützlinge vor den rund 1300 begeisterten Zuschauern im Zweitliga-Topspiel aufgetreten waren. Nach dem knappen Heimsieg in der Vorrunde bot die SG BBM dem Tabellenführer auch in dessen Halle Paroli. "Wir haben ein großes Spiel abgeliefert und in der ersten Halbzeit dominiert. Da hat die Mannschaft eine faszinierende Abwehrleistung gezeigt - die beste Abwehrleistung in dieser Saison", schwärmte Zürn.

Die gute Defensive war auch die Basis für die unerwartet hohe 14:10-Pausenführung der Gäste. Die Bietigheimer standen hinten so gut, dass die Hüttenberger immer wieder zu Verzweiflungswürfen gezwungen waren. Eine starke Leistung von Torhüter Mathias Lenz tat ihr Übriges, um den TVH auf Distanz zu halten. Zweitweise betrug der Vorsprung der Schwaben bereits sechs Tore.

In der zweiten Hälfte verlor die SG BBM dann anders als im ersten Durchgang zu viele Zweikämpfe auf den Halbpositionen und ermöglichte dem Gegner so einfache Treffer. "Es war mir klar, dass wir die starke Abwehrleistung gegen den Tabellenführer nicht 60 Minuten durchhalten würden können", erklärte Zürn. In der 43. Minute glich Jonas Faulenbach erstmals seit dem 1:1 wieder für Hüttenberg aus und erzielte das 20:20. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem keine der beiden Mannschaften klein beigeben wollte. In der 57. Minute gelang Florian Laudt, mit sieben Treffern der beste Torschütze beim Gastgeber, der Siegtreffer zum 28:27.

In der Endphase setzte Zürn alles auf eine Karte und schickte mit Christian Heuberger für Lenz einen siebten Feldspieler auf die Platte. Drei Sekunden vor dem Ende hatte Sebastian Knierim die große Chance zum Ausgleich, doch der Rechtsaußen scheiterte am stark aufgelegten TVH-Keeper Jan-Steffen Redwitz. So blieb es bei der unglücklichen Bietigheimer Niederlage. Bester SG-Torschütze war Robin Haller, der gleich elfmal erfolgreich war. Weitere Aktivposten waren Philipp Schulz mit fünf Treffern sowie Schlussmann Lenz.

"Schade, dass wir uns am Ende nicht für unsere Leistung belohnt haben, aber wir gehen mit erhobenen Häuptern aus dem Hüttenberg-Spiel", meinte Coach Zürn, der kurzfristig auf zwei seiner Handballer verzichten musste: Christoph Auer hatte sich im Abschlusstraining am Freitag den Arm gebrochen, musste am Wochenende operiert werden und fällt nun bis zum Saisonende aus. Außerdem winkte kurz vor Spielbeginn Youngster Patrick Rentschler wegen Oberschenkelproblemen ab.

 

Kreis-Anzeiger

TV Hüttenberg behauptet Spitze

Beinahe hätte der TV Hüttenberg als Tabellenführer der 2. Handball-Bundesliga Süd der Männer seinen am vergangenen Wochenende erzielten Punktvorsprung vor dem ärgsten Verfolger Bergischer HC am viertletzten Spieltag wieder hergegeben. Hat er aber nicht.

Nach einem mäßigen ersten Durchgang im Heimspiel gegen allerdings auch stark aufspielende SG BBM Bietigheim, rissen sich die Schützlinge von TVH-Coach Jan Gorr noch einmal zusammen und wandelten einen zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Rückstand (29. Minute) noch in einen knappen 28:27-Erfolg um. Und so blieb der klare 29:21-Heimsieg der „Löwen“ aus dem Bergischen gegen den OSC Rheinhausen ohne negative Folgen für die Hüttenberger, die bei 49:13 Punkten weiterhin einen Zähler vor dem BHC liegen (48:14). Weiterhin im Rennen um Relegationsrang zwei bleibt die HSG Düsseldorf (44:18), die sich beim 34:26 zu Hause gegen die SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen keine Blöße gab.

Nun gilt es für den heimischen Südstaffel-Zweitligisten, die Tabellenspitze auch in den drei verbleibenden Begegnungen gegen Teams jenseits von Gut und Böse - beim EHV Aue (10.), gegen den ThSV Eisenach (9.) und in Saarlouis (11.) - zu verteidigen.


Gießener Tagblatt

Hüttenberg verteidigt die Spitze


 (jms) Im Jubeln und Feiern ist der TV 05/07 Hüttenberg schon Zweitliga-Meister. Nachdem Torhüter Jan-Steffen Redwitz in letzter Sekunde den entscheidenden Ball parierte und der 28:27 (10:14)-Sieg des Spitzenreiters gegen eine bärenstarke SG BBM Bietigheim feststand, bildete sich eine große Spielertraube im hintersten Eck der Halle. Partyzeit in Mittelhessen! Ein weiterer Schritt Richtung Bundesliga wurde getan - die 1290 Zuschauer in der Sporthalle Hüttenberg dürfen also weiter von Spielen gegen den THW Kiel oder HSV Hamburg träumen.

Wir wollen Meister werden und aufsteigen. Nach unserer schwachen Anfangsphase war es von uns eine tolle Leistung, dass wir zurückgekommen sind«, befand Timm Schneider, der am Samstagabend wohl sein bestes Spiel im Dress der Mittelhessen machte. Ein weiterer Garant für den denkbar knappen Heimsieg war eben Torhüter Redwitz, der nicht nur bei dieser finalen Aktion eine gute Figur abgab und zurecht zum »Spieler des Spiels« erkoren wurde, sondern insgesamt ein großer Rückhalt war.

 Cool und lässig meinte der Schlussmann später: »Entscheidend ist immer der letzte Ball. Den habe ich gehalten und wir haben gewonnen.« Ganz so einfach war es aber nicht. Denn der Spitzenreiter kämpfte zu Beginn der Partie vor allem mit sich selbst, den eigenen Nerven und einer 6:0-Betonabwehr der Schwaben. Vor allem der flinke, technisch starke und obendrein noch wurfgewaltige Robin Haller sorgte für einen klassischen TVH-Fehlstart. Vier Treffer der nicht zu bändigenden Bietigheimer Nummer »2« sorgten dafür, dass sich die hoffnungsvollen Fans in der Sporthalle Hüttenberg schnell mit einem 1:6-Rückstand ihrer Mannschaft auseinandersetzen mussten.

»Wir haben die ersten 30 Minuten dominiert und eine sehr gute Deckung gestellt. Auch unser Rückzugsverhalten war gut und wir waren sehr effektiv im Angriffsspiel«, lobte Bietigheims Trainer Jochen Zürn den couragierten Auftritt seiner Mannschaft, die vor allem auch vom cleveren und starken Philipp Schulz profitierte. Der Rückraumspieler narrte ein ums andere Mal mit Schauspieleinlagen das überfordert wirkende Schiedsrichtergespann Fratczak/Ribeiro. Schwer nachvollziehbare Zeitstrafen gegen Florian Laudt und Tomasz Jezewski waren die Folge.

 Vielleicht war aber eben diese Aufregung so etwas wie das »Hallo-wach« für die zunächst schläfrigen Gastgeber. Die Zuschauer jedenfalls pfiffen den Hünen Schulz fortan bei jeder Ballberührung aus und sorgte endlich für jenen Hexenkessel, welchen Trainer Jan Gorr im Vorfeld gefordert hatte. Zur Pause verkürzte Laudt auf 10:14 und hielt die Hoffnung auf einen Punktgewinn am Leben.

 Wie viel Power und Leidenschaft in der Hüttenberger Mannschaft steckt, zeigte sich im zweiten Durchgang. Der TVH trat mit aller Vehemenz auf das Gaspedal und bog schnurstracks auf die Überholspur ein. »Endlich haben wir in so einer Situation die Köpfe oben gehalten«, meinte Wirbelwind Florian Billek später. Aber zunächst war Geduld gefragt, denn bis zur 45. Minute schaffte es Bietigheim, meist direkt die passende Antwort zu geben. Beispielsweise in der 38. Minute, als Tomasz Jezewski auf 15:17 verkürzte und nur acht Sekunden später die SG durch Steffen Bühleres Treffer vom Kreis wieder erhöhen konnte. Die Dezibelzahl in der Halle schnellte in die Höhe, als Billek per Strafwurf auf 19:20 (41.) verkürzte und trotz einer Zeitstrafe gegen Timm Schneider der Ausgleich fiel. Der soeben eingewechselte Jonas Faulenbach nahm sich ein Herz und donnerte die Kugel aus dem Rückraum in die Maschen - 20:20 (43.). Sebastian Webers Führungstreffer (21:20/46.) war auch ein Resultat aus dem verbesserten Spiel an den Kreis. Der Weg zu einer spannenden Schlussphase war geebnet.

 

 

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