6026 Fans feiern den TV Bittenfeld

mwo_9494.jpgLudwigsburger Kreiszeitung

Bietigheim verliert Derby in der zweiten Halbzeit

Zehn Minuten haben Handball-Zweitligist TV Bittenfeld gereicht, um das schwäbische Derby gegen die SG BBM Bietigheim für sich zu entscheiden. Am Ende hatten die Gastgeber vor 6026 Zuschauern in der Porsche-Arena mit 32:29 die Nase vorn.

Das Derby kam schon vor dem Anwurf so richtig in Fahrt: Fast 6000 Zuschauer sorgten in der Porsche-Arena für eine Stimmung, wie sie ein Handballspiel der zweiten Liga selten erlebt. Die trommelnden Anhänger des TV Bittenfeld machten einen ohrenbetäubenden Lärm und schienen ihr Team damit zu motivieren, denn die Gastgeber legten einen Blitzstart hin: Nach acht Minuten führte das Team von Trainer Günter Schweikardt mit 5:1.


Bittenfeld war entschlossen, die Scharte von vergangener Woche auszuwetzen: Der TV hatte beim Tabellenvorletzten Groß-Umstadt überraschend verloren. Auch die Bietigheimer kamen mit einer Niederlage gegen den Bergischen HC im Gepäck zum schwäbischen Derby in die Porsche-Arena. Die Abwehr von Trainer Jochen Zürn war zu Beginn nicht sattelfest und benötigte zehn Minuten, um sich auf den Gegner einzustellen.
Dann schaffte Bietigheim den Anschluss, nach 13 Minuten stand es 6:6. Das nun ausgeglichene und mit viel Temperament geführte Spiel wogte bis zur Halbzeit hin und her, kein Team zog mit mehr als einem Tor davon. Beide Torhüter – der Bittenfelder Bastian Rutschmann und der Bietigheimer Benjamin Krotz – glänzten jeweils durch starke Paraden. Zur Halbzeit führten die Gäste hauchdünn mit 17:16, beste Torschützen waren bis dahin der Bittenfelder Jan Forstbauer (vier Treffer) und der Bietigheimer Sebastian Knierim (vier Tore).
So ausgeglichen das Derby in der ersten Hälfte verlief, so deutlich neigte es sich in den zweiten 30 Minuten in Richtung Sieg des Gastgebers. Nach 38 Minuten stand es noch 20:20, dann zog Bittenfeld davon: Gut neun Minuten später führte der TV mit 27:20. Dieser 7:0-Lauf entschied das Derby, auch eine Auszeit von Bietigheims Coach Zürn wendete das Blatt für sein Team nicht zum Besseren. Bittenfeld präsentierte sich in der zweiten Hälfte kaltschnäuziger, ideenreicher und entschlossener. Besonders der Islander Arnor Gunnarsson drehte nun auf, überragender Akteur bei den Gastgebern war aber Torwart Bastian Rutschmann. Bietigheim dagegen schien sich von der Kulisse beeindrucken zu lassen. Zürns Spieler wurden nervös, sie leisteten sich viele Ballverluste und Fehlwürfe.
Die erfolgreichsten Bittenfelder Schützen waren Florian Schöbinger, Arnor Gunnarsson und Simon Baumgarten mit jeweils sechs Treffern. Der TV bleibt in der Porsche-Arena eine Macht: Das Team hat dort seit drei Jahren kein Spiel mehr verloren.

SG BBM Bietigheim: Krotz, Lenz, Haller (3), Kibat (5/2), Knierim (4), Heuberger, Schäfer, Bühler (5/1), Blodig (1), Hinz (2), Freudl (5), Auer, Schulz (2), Zieker (2).


Bietigheimer Zeitung

Vorzeitige Bescherungen im Derby
SG BBM Bietigheim verliert vor 6026 Zuschauern gegen den TV Bittenfeld mit 29:32 (17:16)

Schöne Bescherung: Vor 6026 Zuschauern verlor Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim nach einer desolaten zweiten Halbzeit in Stuttgart das Derby gegen den TV Bittenfeld mit 29:32 (17:16).

Dem TV Bittenfeld ist es mit kluger Marketingstrategie erneut gelungen, die Porsche-Arena in Stuttgart zu füllen. 6026 Zuschauer waren gestern Abend zum Derby gegen Bietigheim gekommen, nur ein paar wenige Plätze blieben leer. Die Bittenfelder inszenierten vor dem Spiel eine Einlaufshow ihrer Mannschaft mit Gänsehautatmosphäre.

Für ein Spektakel auf dem Feld sorgte die Mannschaft von Trainer Günter Schweikardt in der zweiten Halbzeit. Gegen desolate Bietigheimer spielten die Gastgeber groß auf, erzielten sieben Tore in Folge und feierten mit ihren zahlreichen Anhängern die vorzeitige Bescherung. Mit diesem Sieg ist der TVB im direkten Zweitliga-Vergleich mit der SG BBM mit 4:3 in Führung gegangen.

Bei Bietigheim stand der seit wenigen Tagen 18 Jahre alte Jugendnationalspieler Patrick Zieker erstmals im Aufgebot und feierte ab der 42. Minute sein Zweitliga-Debüt, das er mit zwei schönen Treffern garnierte. Die Wende im zerfahrenen Spiel der SG BBM konnte der Youngster nicht herbeiführen. Im Tor gab Trainer Jochen Zürn zunächst dem Ex-Bittenfelder Benjamin Krotz den Vorzug. Beim TVB fehlte Abwehrstratege Ludek Drobek wegen Rückenbeschwerden.

Die Bietigheimer kamen schwer in die Partie, benötigten drei Minuten und 58 Sekunden für ihren ersten Treffer durch Pierre Freudl, der das 1:2 bedeutete, und weitere fünf Zeigerumedrehungen, um Torhüter Bastian Rutschmann zum zweiten Mal zu überwinden. Torschütze zum 2:5 war Sebastian Knierim, der zuvor einmal am Pfosten und einmal an Rutschmann gescheitert war. Gerade dabei, erzielte Rechtsaußen Knierim von der linken Seite mit links auch das 4:5 und später beim 12:10 von seiner Stammposition aus die erste Zwei-Tore-Führung seiner in einer kurzen Phase dominanten Mannschaft.

Die war nach der Torflaute zu Beginn und nach einem 1:5-Rückstand ruhig geblieben und war beim 6:6 zum ersten Mal zum Ausgleich gekommen. Nach zähem und schwachem Beginn hatte das Derby immer mehr an Fahrt aufgenommen und war nach rund 20 Minuten ein richtig gutes Spiel.

Die Bietigheimer hatten nach dem 12:10 durch den für Knierim eingewechselten Christian Schäfer die Riesenchance, sich auf drei Treffer abzusetzen. Schäfer vergab aber gegen Rutschmann und Bittenfeld glich zum 12:12 aus. Stark in dieser Phase war vor allem der 18-jährige gebürtige Cannstatter Jan Forstbauer. Der bis gestern viertjüngste Spieler der Zweiten Liga, der nach dem Debüt Ziekers auf Rang fünf rutschte, hielt sein Team mit Treffern aus dem Rückraum auf Augenhöhe mit der SG BBM, die bei beiden Zeitstrafen gegen den TVB in Überzahl jeweils ein Gegentor kassierte und sich so nicht entscheidend absetzen konnte.

In der zweiten Halbzeit benötigten die Gäste eine noch längere Anlaufzeit als zu Beginn. Bis erneut Freudl traf, waren fünfeinhalb Minuten vergangen, die Bittenfeld genutzt hatte, um aus dem 16:17-Rückstand zur Pause eine 19:17-Führung zu erkämpfen. Die Bietigheimer hatten total den Faden verloren. Großen Anteil daran hatte TVB-Torhüter Rutschmann, der mit mehreren Paraden glänzte.

Nach dem 20:24 änderte SG-Trainer Zürn einiges. Er brachte Zieker auf Linksaußen, wechselte Torhüter Mathias Lenz ein und hatte nur noch einen Spieler der Anfangssieben auf dem Platz. Nützte alles nichts, denn die Bittenfelder hatten hinten ihren Rutschmann und am Kreis Simon Baumgarten, der in dieser Phase nicht zu stoppen war. Die Folge war ein 20:27-Rückstand der SG BBM nach 48 Minuten. Ein bisschen Pech hatte das Zürn-Team auch, denn während der Ball einige Male gerade noch so nach Pfostenberührung die Torlinie überschritt, prallte er in ähnlichen Situationen vom Tor des TVB ins Feld zurück.

Das nächste Spiel bestreitet die SG BBM Bietigheim am Mittwoch, 29. Dezember, in der Arena in Ludwigsburg, Gegner ist die HSG Frankfurt.


Waiblinger KReiszeitung

6026 Fans feiern den TV Bittenfeld

6026 Fans in der Stuttgarter Porsche-Arena haben gestern den TV Bittenfeld gefeiert. Der TVB kämpfte und spielte im Derby die SG BBM Bietigheim mit 32:29 (16:17) nieder. Garant des neunten Sieges im neunten Heimspiel war die überragende Defensive nach der Pause. Binnen zehn Minuten zog der TVB vom 20:20 auf 27:20 davon.
Die Bittenfelder Fans hielt es schon Minuten vor der Schlusssirene nicht mehr auf den Sitzen. Mit tosendem Beifall honorierten sie die bärenstarke Leistung ihres Teams, das sich nach dem Pausenrückstand wieder zurück ins Spiel kämpfte und das Derby verdientermaßen für sich entschied. Die sehr guten Schiedsrichter Holger Fleisch und Jürgen Rieber verliehen dem emotionalen, aber fairen Spiel einen würdigen Rahmen.

Nach einem Sieg des Gastgebers hatte es allerdings nicht immer ausgesehen. Die Bittenfelder erwischten zwar einen glänzenden Start und führten nach acht Minuten mit 5:1. Sie profitierten dabei von der eklatanten Abschlussschwäche der Bietigheimer. Vor allem deren torgefährlichster Spieler, Robin Haller, erwischte einen rabenschwarzen Tag. Dass es indes so nicht weitergehen würde, war zu erwarten. Die SG nutzte überhastete und schwache Abschlüsse des TVB und setzte ihre Konter. Steffen Bühler besorgte nach zwölf Minuten den 6:6-Ausgleich und Mathias Hinz beim 11:10 die erste Führung für Bietigheim (18.). Die Bittenfelder scheiterten immer häufiger an ihrem Ex-Teamkollegen, SG-Torhüter Benjamin Krotz.

Beim 10:12 sah’s nicht allzu gut aus für den zu Hause unbesiegten TVB. Doch allmählich kam auch der Bittenfelder Torhüter Bastian Rutschmann auf Betriebstemperatur. Vorne ließ sich Jan Forstbauer von Fehlversuchen nicht entmutigen und brachte sein Team zum 15:14 (25.) im Alleingang nach vorne. Die restlichen fünf Minuten waren von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. Ein Siebenmeter von Kibat brachte die 17:16-Gästeführung.

Äußerst entschlossen kam der TVB aus der Pause. Nach zwei Toren von Arnor Gunnarsson hatte der TVB beim 19:17 die Nase wieder vorn. Er ließ sich auch durch den erneuten Ausgleich beim 19:19 und 20:20 nicht mehr verunsichern. Was zwischen der 37. und 47. Minute passierte, gibt’s nicht oft in einem Spiel: Die Bittenfelder Abwehr stand wie eine Mauer. Bietigheim fiel überhaupt nichts mehr ein, die Aktionen wurden immer konfuser. Zudem ließ Rutschmann die Angreifer verzweifeln. Mit sieben Toren in Folge zog Bittenfeld auf 27:20 davon. Da nützte auch die Auszeit von Gästetrainer Jochen Zürn nichts.

13 Minuten vor dem Ende bedeutete dieser Vorsprung die Vorentscheidung. Nach der vierten Zeitstrafe gegen den TVB und dem 30:26 durch Patrick Zieker kam bei den Gästen vier Minuten vor dem Ende nochmal Hoffnung auf. Die zerstörten Gunnarsson mit einem Zaubertor von außen zum 31:26 und Alexander Heib zum 32:27. Die beiden letzten Tore der Bietigheimer zum 32:29 gingen im tosenden Beifall der 6000 Fans unter.

TV Bittenfeld: Sdunek, Rutschmann; Schimmelbauer (5), Schöbinger (6), Forstbauer (4), Weiß (5), Schweikardt, Gunnarsson (5/2), Heib (1) Baumgarten (6), Wehner, Kienzle.

SG BBM Bietigheim: Lenz, Krotz; Haller (3), Kibat (5/2), Knierim (4), Heuberger, Schäfer, Bühler (5/1), Blodig (1), Hinz (2), Freudl (5), Auer, Schulz (2), Zieker (2).

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