Knapp an einer Blamage vorbei

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Obernburg schrammt am ersten Punkt vorbei

Was für ein Pech für die Tuspo aus Obernburg. Sie war dem ersten Pünktchen beim hohen Favoriten Bietigheim zum Greifen nahe, stand aber am Ende doch wieder mit leeren Händen da. Trotzdem waren die Verantwortlichen, allen voran der Sportliche Leiter Manfred Schüßler, sehr zufrieden mit der Vorstellung des jungen Teams.

»Das hat uns viel Auftrieb für die zukünftigen Aufgaben gegeben. Wenn es eine ausgleichende Gerechtigkeit gibt, dann muss in Zukunft der Knoten platzen und wir werden gewinnen.«
Bereits in der fünften Minute mussten die Gäste auf Mihailo Djurdjevic verzichten. Er rasselte unglücklich mit einem Gegenspieler zusammen, worauf der Schiedsrichter die Rote Karte zog.

Doch die Mannschaft ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und hielt die Partie bis zur 19. Minute (11:11) völlig offen. "Die Unterstützung der Zuschauer war für uns in der Phase, in der wir uns das Leben selbst schwer gemacht haben, ganz wichtig", bedankte sich SG-Coach Zürn hinterher beim Publikum.
In der Folge allerdings erlaubten sich die Römerstädter ein paar einfache Fehler. Bietigheim nutzte diese konsequent aus, wurde seiner Favoritenrolle gerecht und zog zwischenzeitlich auf sieben Tore davon (20:13). Nicht zu halten war vor allem Außen Christian Schäfer. Er erzielte elf Treffer und die Tuspo-Akteure bekamen ihn nie in den Griff. Beim 21:17 hatte die Barthel-Crew die Chance, kurz vor der Pause auf drei Tore zu verkürzen. Doch der Pass an den Kreis war zu kurz, die SG fing ihn ab und schraubte per Tempogegenstoß das Ergebnis auf 22:17 hoch.
Aufholjagd nicht belohnt
In Halbzeit zwei sahen die Zuschauer in der Sporthalle am Viadukt ihr Team schon wie den sicheren Sieger. Die Obernburger lagen phasenweise mit acht Toren zurück. Trainer Barthel nahm in der 41. Minute Tim Lübker aus dem Kasten und brachte Johannes Klimmer. Dieser Wechsel machte sich bezahlt, denn nach der Auszeit in der 48. Minute (35:27) stürmte die Tuspo plötzlich los, holte Tor um Tor auf und 36 Sekunden vor Schluss beim 36:35 war alles drin. Die Hausherren handelten sich noch eine Zeitstrafe ein und die Tuspo hatte alle Möglichkeiten. Doch der Ball wollte einfach nicht ins Tor. Trotz der Niederlage geht Obernburg gestärkt in die nächste Aufgabe gegen Aue.

Bietigheim - Obernburg
36:35
SG: Krotz, Welz; Haller 3, Rentschler 1, Kibat 4/2, Schäfer 11, Bühler 5, Blodig, Hinz 1, Freudl 4, Auer 2, Schulz 5.
Tuspo: Lübker (1. bis 41. Minute), Klimmer; Kujundzija 3, Ratley 4, Kern, Fetser 3/1, Justus 9/4, Schüßler 1, Claussen 1, Wengerter 2, J. Beck 2, Maas 5, Erifopoulos 4, Djurdjevic 1.
Zuschauer: 900. - Schiedsrichter: Beyer/Schulte. - Zeitstrafen: SG 7 (je zweimal Kibat, Freudl, je einmal Schäfer, Bühler, Krotz); Tuspo 6 (dreimal Maas, je zweimal Ratley, Fetser), einmal Djurdjevic). - Besondere Vorkommnisse: Rote Karte für Djurdjevic in der 5. Minute nach Foul; rote Karte für Maas in der 51. Minute nach drei Zeitstrafen. - Siebenmeter: SG 2/2; Tuspo 6/5.
Spielfilm: 2:2 (4. Minute), 7:5 (12.), 11:11 (19.), 15:11 (21.), 20:14 (28.), 22:17 (30.); 25:20 (36.), 30:24 (41.), 35:27 (46.), 35:33 (57.), 36:35 (60.).


Ludwigsburger Kreiszeitung

Knapp an einer Blamage vorbei
Bietigheim-Bissingen – Mit einem 36:35 (22:17)-Zittersieg mussten sich die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim gegen den Tabellenletzten Tuspo Obernburg begnügen.

Gegen die noch punktlosen Obernburger drohte eine Blamage. Bei Ballbesitz und in Überzahl hatten die Gäste noch 29 Sekunden Zeit, um zum 36:36 auszugleichen, kamen aber nicht mehr zum Abschluss.
Keiner der 900 Zuschauer hatte damit gerechnet, dass es in diesem hart geführten Match mit zwei roten Karten (gegen Tuspo) und elf Zeitstrafen nochmals so eng werden könnte. Schließlich hatte sich die SG bis zur Halbzeit bereits auf 22:17 abgesetzt. Während Robin Haller und Mathias Hinz etliche Fahrkarten schossen, zeigte sich Rechtsaußen Christian Schäfer mit elf Treffern in blendender Verfassung. In der zweiten Hälfte lief die SG-Torfabrik dank toller Anspiele von Spielmacher Nico Kibat auf Kreisläufer Steffen Bühler bis zur 46. Minute auf Hochtouren. Als Philipp Schulz zum 35:27 einlochte, war unter den Zuschauern nur noch die Höhe des Sieges fraglich.
Was folgte, war der totale Einbruch. Die SG war fortan völlig von der Rolle, erzielte in den verbleibenden 14 Minuten nur noch ein einziges Tor durch den wiederum starken Bühler. Angetrieben vom neunfachen Torschützen Martin Justus kam Tuspo mit einem 8:1-Lauf zwei Minuten vor Spielende bis auf ein Tor heran.
Torhüter Benjamin Krotz, der den zuvor eingewechselten Pascal Welz ablöste, hielt mit drei Paraden den Sieg fest.
SG BBM: Krotz, Welz; Haller (3), Rentschler (1), Kibat (4/2), Schäfer (11), Bühler (5), Hinz (1), Freudl (4), Auer (2), Schulz (5 Tore).


Bietigheimer Zeitung

Zittersieg nach klarem Vorsprung
Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim besiegt Schlusslicht Obernburg mit 36:35 (22:17)
Eine über elf Minuten anhaltende Torflaute brachte die SG BBM Bietigheim nach einer Acht-Tore-Führung gegen den Tabellenletzten Tuspo Obernburg noch in Schwierigkeiten, ehe der 36:35-Sieg perfekt war.

Von der 46. Minute bis zur Schlusssirene gelang den Zweitliga-Handballern der SG BBM Bietigheim gegen das punktlose Schlusslicht aus Obernburg nur noch ein Treffer. Der bedeutete in der 57. Minute durch Steffen Bühler das 36:33. Danach erzielten die Gäste zwei weitere Treffer und hatten 51 Sekunden Zeit, in der hektischen Schlussphase noch den Ausgleich zu erzielen. Dass ihnen das nicht mehr gelungen ist und sein Team gewonnen hat, machte den Bietigheimer Trainer Jochen Zürn "froh und glücklich."

Dabei zeichneten sich die Nöte, in die sich die Gastgeber vor den 1000 Zuschauern brachten, bis zur 46. Minute überhaupt nicht ab. Da führten sie beim Stande von 35:27 mit acht Toren und waren auf dem besten Weg, Obernburg die vierte Niederlage mit mehr als 40 Gegentreffern zuzufügen. "Was war mit dem Ball?", fragte beim Trainergespräch nach der Partie Hallensprecher Michael Kloiber besorgt, weil er sich auch nicht erklären konnte, weshalb die Kugel dermaßen oft hoch über die Querlatte flog und im Fangnetz landete. Am Spielgerät, so versicherte Zürn, habe es nicht gelegen. "Wir haben ein Stück weit abgeschaltet und wurden dafür bitterlich bestraft. Man kriegt es dann einfach nicht mehr hin, den Schalter wieder umzulegen", erklärte der SG-Coach die Probleme seiner Mannschaft, die den Tabellenletzten offensichtlich unterschätzt hatte. "Wir müssen unsere Grundeinstellung verändern", forderte er deswegen seine Spieler auf. Einer von ihnen, Christian Schäfer, gab zu: "Ich bin froh, dass wir das Ding noch gewonnen haben. In den letzten 15 Minuten haben wir nicht mehr viel auf die Platte gebracht. Da haben wir Sch... gespielt", sagte der Rechtsaußen, der eine tolle Partie ablieferte und elf Treffer erzielte. "Wenn ich fünf Minuten vor Schluss treffe, sind wir vier Tore weg", meinte er selbstkritisch.

So aber avancierte die vermeintliche Pflichtaufgabe zur Zitterpartie. Das lag aber nicht alleine an der miserablen Wurfausbeute der SG BBM vor allem in der zweiten Halbzeit, sondern auch am leidenschaftlichen Kampf, den die Obernburger ablieferten. Um die Routiniers Otto Fetser und Martin Justus hatte Trainer Christoph Barthel junge Burschen gruppiert, die zwar mit der Abwehrarbeit erhebliche Schwierigkeiten hatten, dafür offensiv glänzten. Für das Verhindern von Toren waren vor allem die Torhüter zuständig. 45 Minuten lang glänzte Tim Lübker, dann wehrte Johannes Klimmer reihenweise Bälle ab und kassierte in einer Viertelstunde gerade mal zwei Treffer.

Ein großes Handicap war für die Gäste die Rote Karte für Abwehrchef Mihailo Djurdjevic nach viereinhalb Minuten. Der war gegen Nico Kibat grob zu Werke gegangen und wurde dafür hart bestraft. Später erwischte es nach drei Zeitstrafen auch noch den fleißig treffenden Cornelius Maas (51.). Die Rolle Schäfers als Toremacher der SG BBM hatte der 19-jährige Maas bei den Gästen in der ersten Halbzeit inne. Auch dank seiner Tore, und natürlich der kaum zu haltenden Würfe von Justus, blieb der Tabellenletzte bei der Musik.

Mit einem Zwischenspurt setzten sich die Bietigheimer im Stile einer Spitzenmannschaft vom 11:11 auf 20:13 ab. Diese Phase machte hinterher Gästetrainer Barthel für die Niederlage verantwortlich. "Nach dem 11:11 haben wir den Gegner zu den Gegenstößen und den Toren eingeladen. Wir haben dann Bietigheim wieder zu Fehlern gezwungen und fast einen verdienten Punkt erkämpft. Wenn wir die schlechte Phase nicht gehabt hätten, hätte es gereicht."

Nach dem Tor von Philipp Schulz zum 36:27 stellten die Bietigheimer die Torproduktion einfach ein, Es klappte vorne gar nichts mehr. Entweder landeten die Bälle im Toraus, beim Torhüter oder wurden von der Abwehr abgeblockt. Oder es kam gar nicht erst zu Abschlüssen, weil die Referees technische Fehler ahndeten. Da sie das konsequent auf beiden Seiten taten, entwickelte sich eine verrückte Schlussphase.

Als sich Torhüter Benjamin Krotz eine Zwei-Minutenstrafe eingehandelt hatte, holten die Obernburger Tor um Tor auf, denn der junge Pascal Welz hatte nicht seinen besten Tag erwischt. Er wurde aber auch von seinen Vorderleuten im Stich gelassen. Selbst als Steffen Bühler die schier endlose Torpause mit dem 36:33 beendet hatte, wackelten die zwei Punkte noch bedenklich. Erst recht, als Francesco Wengerter 70 Sekunden vor Spielende auf einen Treffer verkürzte und die Bietigheimer ihren folgenden Ballbesitz schnell wieder verloren hatten. 29 Sekunden vor Schluss beendete ein Foul von Bühler einen Angriff der Gäste, das ihm eine Strafzeit einbrachte. Die Obernburger fanden aber keine Lücke mehr.

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