Nach großem Kampf fehlt am Ende das Glück

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Mit Härte an die Tabellenspitze
Die HSG kämpfte sich im Spitzenspiel der Süd-Gruppe in Bietigheim nach mehrfachen Rückständen wieder in die Partie und übernahm durch den 32:30-Sieg die Tabellenführung.

Der 400-Kilometer-Trip am Samstagabend ins Schwabenland gipfelte für die Handballer der HSG auf dem Höhepunkt: Mit 32:30 stieß der Erstliga-Absteiger im Spitzenspiel des Unterhauses Gegner SG Bietigheim von der Tabellenspitze.
Und zeigte dabei seine „bislang beste Saisonleistung“, wie HSG-Trainer Ronny Rogawska fand. Am Bietigheimer Viadukt zeichneten sich neben Teamkapitän Michael Hegemann vor allem die Youngster wie Jan Artmann oder auch der erst in der 50. Spielminute eingewechselte David Hansen durch starke Leistungen aus.

Als probates Gegenmittel der Startschläfrigkeit seiner Handballer, die jeweils zu Beginn der ersten beiden Saisonpartien Mühe hatten, ins Spiel zu finden, setzte Trainer Rogawska in Bietigheim auf eine ordentliche Portion „gesunde Härte“. „Ich habe den Spielern vorab gesagt, dass sie sich über eine harte Gangart in der Abwehr Sicherheit holen sollen.“

Die Rechnung ging nur bedingt auf, da sich Jan-Henrik Behrends zu genau an die taktische Vorgabe hielt. Nach doppelter Verwarnung binnen 25 Sekunden musste der Linkshänder bereits nach vier Spielminuten die erste Zeitstrafe absitzen, während Bietigheim die Phase nutzte, um sich auf 4:1 abzusetzen. Der dritte Fehlstart im dritten Punktspiel wäre perfekt gewesen, hätte die HSG nicht ihrerseits eine Überzahlsituation nach einer Hinausstellung gegen Freudl genutzt, um durch Novickis und Hegemann zu verkürzen.

Bei personeller Gleichzahl auf dem Parkett hatten die Blau-Gelben jedoch Probleme im Abschluss und mussten somit über 4:8 und 7:11 stets einem Vier-Tore-Rückstand hinterherlaufen. Auch Matthias Puhle, der aufgrund seiner starken Leistung in den letzten zwanzig Minuten zuletzt gegen Groß-Umstadt zunächst den Vorzug gegenüber Almantas Savonis erhielt, konnte im Alleingang die Wende nicht herbeiführen.

Nach einer Viertelstunde beorderte Coach Rogawska den Litauer Savonis zwischen die Torpfosten, stellte zudem auf eine versetzte 5:1-Abwehr um. Mit Sonderbewachung gegen Bietigheims Aktivposten Robin Haller. Was sich prompt auszahlte. „Alma“ parierte stark gegen Nico Kibat und Sebastian Knierim vom Siebenmeterstrich, während die Abwehr den bis zu diesem Zeitpunkt bereits fünfmal treffsicheren Haller erfolgreich an die kurze Leine legte.

Fünf Zeigerumdrehungen nach dem Seitenwechsel führte die junge Flügelzange die Wende herbei: Florian von Gruchalla konterte zum Ausgleich, bevor der an diesem Abend stark und mutig aufspielende Jan Artmann die erste HSG-Führung zum 19:18 von Linksaußen erzielte. Die Partie blieb trotz zwischenzeitlicher 24:21-Führung vor der Schlussviertelstunde durch den erneut treffsicheren Artmann ausgeglichen, weil die HSG reihenweise Strafzeiten kassierte und in Unterzahl noch einmal mit 27:28 in Rückstand geriet.

Sieggarant Michael Hegemann rückte allerdings mit drei seiner zehn Tore die Kräfteverhältnisse wieder zurecht. Als Belohnung gab es die Tabellenführung. Und von Coach Ronny Rogawska einen trainingsfreien Montagabend.


RP Online

HSG stürmt an die Spitze

 Im Topspiel der Zweiten Handball-Bundesliga siegen die Düsseldorfer knapp mit 32:30 bei der SG Bietigheim. Trainer Rogawska bereitet die Jugend viel Freude, die Routiniers bringen seinem Team aber die Tabellenführung.

Es war eine lange, aber sicher stimmungsvolle Rückfahrt, die Handball-Zweitligist HSG aus dem rund 390 Kilometer entfernten Bietigheim am späten Samstagabend antrat. Denn der Bundesliga-Absteiger hatte bei der SG in Schwaben einen 32:30 (13:16)-Sieg eingefahren und sich damit im Spitzenspiel der Zweiten Liga die Tabellenführung gesichert. "Nein, gefeiert haben wir nicht, aber es war eine schöne Fahrt im Bus", verriet Trainer Ronny Rogawska.

Der Coach freute sich natürlich über den dritten Sieg im dritten Saisonspiel und die damit verbundene Eroberung der Tabellenspitze, schob den Erfolg aber direkt auf die komplette Mannschaft: "Bei uns hat einfach alles gepasst. Im Spiel vielleicht noch nicht so, aber von der mannschaftlichen Geschlossenheit her. Von den ersten Sechs, die auf dem Feld standen, bis zu allen Spielern auf der Bank – alle haben mitgezogen." Namentlich lobte Rogawska dabei Eigengewächs David Hansen: "Der kommt in der 50. Minute kalt von der Bank ins Spiel und macht direkt ein ganz wichtiges Tor zum 29:29. Und Nils Artmann, der in der 45. Minute auch kalt reinkommt, macht seine Sache in der Abwehr super."

Ausschlaggebend für den Sieg sei aber einmal mehr Routinier Almantas Savonis gewesen, der ab der 15. Minute für Matthias Puhle ins Tor rückte und den Gegner mit seinen Paraden – unter anderem zwei gehaltenen Siebenmetern – entnervte. Neben dem Routinier im Tor waren es auch im Feld zwei äußerst erfahrene Spieler, die das Spiel zugunsten der HSG drehten: Kapitän Michael Hegemann traf zehn-, Jan Henrik Behrends achtmal. Damit erzielten die beiden Ex-Nationalspieler über die Hälfte der Düsseldorfer Treffer.

"Klar, die beiden könnten noch problemlos in der Ersten Liga spielen", sagte Rogawska, der in der Halbzeit die defensive 6:0-Abwehr gegen eine offensivere "schräge 5:1-Deckung" mit einem vorgezogenen Florian von Gruchalla gegen Bietigheims Halblinken Robin Haller änderte. Außerdem drehte Valdas Novickis auf Halblinks auf, während Hegemann auf der Mittelposition das Spiel ordnete und torgefährlich blieb. So wendete die HSG den Rückstand in eine 25:21-Führung, doch "die haben wir eigentlich zu schnell wieder aus der Hand gegeben", ärgerte sich Rogawska, der sich aber von seiner Mannschaft versöhnen ließ: "Alle haben an den Sieg geglaubt, und Hege und Behrends hatten dann ihre Phase, in der sie das Spiel rumgerissen haben."

Trotz der überdurchschnittlichen Leistung der Routiniers freute sich der Trainer noch mehr über die seiner Youngster, zu denen neben den erwähnten David Hansen und Nils Artmann auch Jan Artmann zählte, der auf Linksaußen gar fünf Tore zum Sieg beisteuerte. "Das freut mich am meisten, dass die Jugend bei uns so frech, so unbeschwert aufspielt", sagte Rogawska. Und dann gab es ja noch die "schöne Rückfahrt im Bus" – als neuer Tabellenführer. Auch das dürfte Rogawska gefreut haben.


Bietigheimer Zeitung

SG BBM zeigt einen großen Kampf
Bietigheim unterliegt Düsseldorf mit 30:32 - Pfui-Rufe für die Schiedsrichter, Extralob für Blodig

Der Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim hat dem Titelanwärter HSG Düsseldorf einen heißen Tanz geliefert. Dennoch verlor das Team von Trainer Jochen Zürn nach einer 16:13-Pausenführung noch mit 30:32.

Die beiden Mannen in Hellblau waren für die Fans der SG BBM an Samstagabend ein rotes Tuch. Als die Schiedsrichter Christopher Biaesch und Frank Sattler nach der Schlusssirene das Feld verließen, wurden sie mit einem gellenden Pfeifkonzert und Pfui-Rufen in die Kabine verabschiedet. Die Unparteiischen hatten in dem rassigen Gipfelduell mehrmals bei Entscheidungen danebengelegen, und dabei waren meist die Bietigheimer die Leidtragenden.

Dennoch wäre es zu einfach, den Regelhütern den schwarzen Peter für die erste Saisonniederlage zuzuschieben. Und das wollte auch Jochen Zürn nicht tun. "Wir brauchen die Schiedsrichter, und die Schiedsrichter brauchen uns. Wir hatten selbst genügend Chancen, das Spiel zu entscheiden", gab sich der SG-Trainer als fairer Verlierer und bescheinigte seiner Truppe, ein großer Gegner gewesen zu sein.

Besonders in der ersten Hälfte legte die SG BBM erneut einen bärenstarken Auftritt hin. Während sich bei Düsseldorf immer wieder kleine Fehler einschlichen, präsentierten sich die Bietigheimer Handballer hellwach, selbstbewusst und tatendurstig und rissen die Begegnung an sich. Ein Plus war dabei ihre Unberechenbarkeit. Die ersten sieben SG-Tore zur 7:4-Führung (11.) erzielten sieben verschiedene Spieler. Am Ende waren Robin Haller (6) und Pierre Freudl (5) die erfolgreichsten Werfer.

Ein weiterer Aktivposten im Bietigheimer Team war Andreas Blodig, der Kapitän Nico Kibat über weite Strecken der Partie als Spielmacher exzellent vertrat. Kibat hatte in der vergangenen Woche wegen einer studienbedingten Exkursion nur am Abschlusstraining teilgenommen, weshalb Zürn dem trainingsfleißigen Blodig den Vorzug gab. "Er hat ein überragendes Spiel gemacht", lobte der Coach seinen Mittelmann. Zum Bietigheimer Spieler des Abends wurde aber ein anderer SG-Akteur gewählt: Torhüter Mathias Lenz. Er sorgte im ersten Durchgang mit seinen zwölf Paraden dafür, dass die SG BBM stets mit zwei, drei oder, beim Stand von 8:4 (12.) und 12:8 (19.), sogar vier Treffern vorne lag.

Angesichts einer 16:13-Pausenführung fiel Zürns Kabinenansprache extrem kurz aus. Schon nach fünf Minuten standen seine Schützlinge wieder auf dem Feld. "An der ersten Halbzeit gab es nicht viel auszusetzen. Wir wollten unser Spiel so weitermachen", sagte der Coach.

Doch dies gelang nur bedingt. Dass die HSG nach der Pause den Spieß umdrehte, hatte mit der Extraklasse ihrer Leistungsträger zu tun. Besonders die Ex-Nationalspieler Michael Hegemann und Jan Henrik Behrends sowie der früh für den glücklosen Matthias Puhle eingewechselte litauische Nationalkeeper Almantas Savonis spielten groß auf. In der 36. Minute ging Düsseldorf beim 18:19 erstmals in Führung. Nachdem Hegemann zehn Minuten später das 21:25 erzielt hatte, schienen die Bietigheimer endgültig auf eine Niederlage zuzusteuern.

Mit Leidenschaft und der Unterstützung der 1200 Zuschauer kämpfte sich die SG ins Spiel zurück und schaffte durch Christian Schäfer den Ausgleich zum 25:25 (51.). Nun lieferten sich die beiden Zweitliga-Topteams einen dramatischen Schlagabtausch. Kreisläufer Steffen Bühler brachte die Hausherren in der 55. Minute zum letzten Mal in Führung, indem er im Nachsetzen zum 29:28 traf. Die besseren Nerven und mehr Fortune im Abschluss hatten in der Endphase aber die Rheinländer, die nun jede Wurfchance nutzten und mit dem 32:30-Erfolg im Ellental den dritten Sieg im dritten Saisonduell einfuhren.

"Wir haben heute ein Riesenspiel gesehen. Düsseldorf ist die erste Mannschaft, die unser Tempo mitgehen konnte. Der Gegner hat seine Aufgaben im Abschluss in der zweiten Halbzeit individuell besser gelöst", meinte Zürn.


Ludwigsburger Kreiszeitung

Nach großem Kampf fehlt am Ende das Glück
Bietigheim-Bissingen – Im Spitzenspiel der 2. Handball-Bundesliga musste sich die SG BBM Bietigheim dem Meisterschaftsfavoriten HSG Düsseldorf vor 1200 Zuschauern knapp mit 30:32 (16:13) geschlagen geben.

Trotz der Niederlage hat die SG mit einem couragierten Auftritt viele Sympathien dazugewonnen. Wie aufgezogen starteten die Hausherren. Nach fünf Minuten hatte es bereits viermal im HSG-Kasten eingeschlagen (4:1). In der 17. Minute betrug der Vorsprung erstmals vier Tore (10:6).
Rechtsaußen Sebastian Knierim und Robin Haller (mit drei Treffern innerhalb von fünf Minuten) entwischten ihren Gegenspielern ein ums andere Mal. Dass die Rheinländer bis zur Halbzeit (16:13) nur auf 13 Tore kamen, verdankte die SG einem überragend haltenden Mathias Lenz, der elf Paraden zeigte.
Nach der Pause stellte Gäste-trainer Ronny Rogawska auf eine 4:2-Deckung um, mit dem Litauer Almantas Savonis kam schon zuvor ein neuer Torhüter zum Zug. Innerhalb von fünf Minuten gelang der HSG der Ausgleich zum 18:18. Zehn Minuten später beim 25:21 lagen die jetzt aufdrehenden Düsseldorfer bereits vier Tore vorne (45.).
Ex-Nationalspieler Michael Hegemann, mit zehn Treffern der überragende Akteur, war zusammen mit dem quirligen Valdas Novickis nicht mehr zu stoppen. Doch trotz einiger leichtfertig vergebener Chancen und einem über sich hinauswachsenden Savonis kam die Truppe von SG-Trainer Jochen Zürn noch einmal zurück. Beim 25:25 (50.) und dem 29:30 drei Minuten vor Spielende war wieder alles drin. Hegemann machte für Düsseldorf alles klar. Überhaupt nicht zufrieden waren die SG-Fans mit den Schiedsrichtern. Christopher Biaesch und Frank Sattler verließen wegen etlicher umstrittener Entscheidungen unter einem gellenden Pfeifkonzert und mit Geleitschutz die Halle.

SG BBM: Lenz; Haller (6), Kibat (1), Knierim (4/1), Schäfer (3), Bühler (4), Blodig (3/2), Hinz (3), Freudl (5/1), Schulz (1).

Stimmen zum Spiel
Daniel Stephan (Sportdirektor HSG Düsseldorf): „Das waren zwei Mannschaften auf Augenhöhe. Wir waren am Ende die Glücklicheren. Der SG traue ich in dieser Saison noch einiges zu.“

Jochen Zürn (SG BBM): „Die Zuschauer haben ein ganz tolles Handballspiel von zwei Spitzenmannschaften gesehen. Düsseldorf war die erste Mannschaft, die unser hohes Tempo mitgehen konnte. Bei konsequenter Ausnutzung unserer Chancen wäre am heutigen Tag ein Sieg drin gewesen.“

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