In zehn Minuten das Spiel gedreht

sgbbm_coburg.jpgLudwigsburger Kreiszeitung

Bietigheimer wie entfesselt: Coburg an die Wand gespielt

Glänzender Auftakt für die SG BBM Bietigheim in der 2. Handball-Bundesliga Süd. Mit einem 39:27 (15:15)-Erfolg gegen den HSC Coburg sicherten sich die Ellentäler die ersten Punkte im Kampf um die Qualifikation für die eingleisige 2. Liga.

Nach einer umkämpften ersten Hälfte hatte wohl keiner der knapp 1000 Zuschauer mit diesem deutlichen Ergebnis gerechnet. Coburg startete furios, lag schnell mit 3:0 in Front. Die SG tat sich anfangs schwer.


Kamen die Angreifer durch, wurden sie von Havard Martinsen im Tor des HSC gestoppt. In der 14. Minute gelang dem achtfachen Torschützen Mathias Hinz für die Gastgeber erstmals der Ausgleich (8:8). Was folgte, war ein offener Schlagabtausch, in dem sich bis zur Halbzeitpause (15:15) kein Team mit mehr als einem Tor absetzen konnte.
Während bei den Gästen die Achse mit Johann Andersson und dem vom THW Kiel gekommenen Daniel Wessig für Tore sorgte, hielt der vor Spielfreude sprühende Pierre Freudl das SG-Team im Spiel. Nach der Pause spielten die Bietigheimer wie entfesselt. Innerhalb von zehn Minuten schossen sie einen 25:16-Vorsprung heraus. Coburg war jetzt völlig von der Rolle. HSC-Trainer Raimon Wilde: „Wir haben komplett unsere Linie verloren.“
Vorne stürzten Andreas Blodig und Co. die Oberfranken von einer Verlegenheit in die andere. Robin Haller vom Kreis, Philipp Schulz aus dem Rückraum sowie Flitzer Christian Schäfer düpierten die Gäste immer wieder.
Der bereits in der ersten Hälfte eingewechselte Torhüter Pascal Welz sorgte zusammen mit der nun aggressiveren SG-Deckung dafür, dass der Vorsprung bis Spielende auf zwölf Tore (39:27) ausgebaut wurde. Den unbändigen Siegeswillen demonstriert das „weiter, immer weiter“ von Kapitän Nico Kibat wenige Minuten vor Spielende. Trotz eines Zehn-Tore-Vorsprungs steckte Kibat nicht zurück. Entsprechend zufrieden zeigte sich SG-Coach Zürn: „Ich bin stolz auf diese Leistung.“

SG BBM: Lenz, Welz; Haller (5), Rentschler, Kibat (3/2), Knierim, Schäfer (4), Bühler (1), Blodig (3), Hinz (8), Freudl (8), Schulz (7).

Bietigheimer Zeitung

Ein Koffer voller Antworten
Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim besiegt den HSC Coburg mit 39:27 (15:15)

Zweitligist SG BBM Bietigheim gelang ein super Saison-Einstand. Nach einem 15:15 zur Pause bot das Team von Trainer Zürn in der zweiten Hälfte Handball vom Allerfeinsten und besiegte Coburg mit 39:27.

In der Kabine öffnete der Bietigheimer Trainer Jochen Zürn in der Halbzeitpause den Koffer. "In dem sind jede Menge Antworten drin auf alles, was uns der Gegner anbietet", erzählte er nach der furiosen zweiten Halbzeit. Seinen Kollegen Raimo Wilde hatte die Demonstration der Bietigheimer derart imponiert, dass er sie zum Mitfavoriten erklärte. Seine Mannschaft hatte zwischen der 31. und 46. Minute eine Demontage erlebt. Mit einem 11:2-Tore-Lauf machte die SG BBM vor den 1000 Zuschauern aus dem 15:15-Halbzeitstand eine 26:17-Führung. In dieser Phase schwang sich der kleine Andreas Blodig zum großen Regisseur auf, der ein Spektakel inszenierte. Höhepunkte waren zwei Treffer aus dem Lehrbuch. Das 19:15 erzielte der 23-Jährige per Rückhand selbst, vor dem 20:15 lieferte er ein tolles Anspiel auf Robin Haller, der den Ball mit einem artistischen Wurf aus der Drehung im Netz hinter dem Coburger Torhüter Havard Martinsen versenkte.

Dass Martinsen derart hilflos hinter seiner aufgelösten Abwehr stehen würde, wäre in der ersten Halbzeit kaum denkbar gewesen. Da parierte der 31-jährige Norweger mehrfach glänzend die Würfe der Gastgeber und gestattete ihnen erst nach vier Minuten den ersten Saisontreffer. Den erzielte Philipp Schulz, nachdem zuvor die Gäste schon dreimal getroffen hatten. Die Bietigheimer taten sich schwer gegen die aggressive Deckung der Coburger, die zunächst im Rückraum Vorteile hatten, weil Johan Andersson und vor allem Daniel Wessig immer wieder in Schussposition kamen und trafen. Das gelang bei der SG BBM lange nur Pierre Freudl, der sechs seiner acht Tore in der ersten Halbzeit erzielte.

Die Bietigheimer gingen beim 9:8 erstmals in Führung, mehr als einen Treffer Vorsprung gestatteten die Franken nicht. Mit gleich zwei Handicaps mussten die Gastgeber zudem fertig werden. Da Steffen Bühler schon nach 18 Minuten zwei Zeitstrafen abgesessen hatte, ließ ihn sein Coach fortan auf der Bank, um keine Rote Karte zu riskieren. Die handelte sich Bühler später tatsächlich ein. In der 45. Minute ließ ihn Zürn wieder aufs Feld, drei Minuten später kassierte er seine dritte Strafzeit und musste endgültig vom Feld. Da führte sein Team aber bereits uneinholbar. Das zweite Handicap hatte mit Nico Kibat zu tun, der wegen einer Knieblessur nach 23 Minuten eine längere Pause einlegen musste. Für ihn übernahm Blodig die Spielmacherrolle. Mit dessen Einsatz stellte der SG-Trainer auch die Abwehr auf 5:1 um. Blodig rückte bei Angriffen der Coburger aus dem Abwehrverbund nach vorne und störte so den Spielaufbau empfindlich.

In der zweiten Halbzeit gab es kein Halten mehr für die Bietigheimer, die im Schnellverfahren die Coburger regelrecht vorführten und wie entfesselt auftrumpften. Nach ihrem Zwischenspurt und einer Führung mit zehn, elf Toren spielten sie die Partie abgeklärt zu Ende und profitierten bei ihren erfolgreich abgeschlossenen Tempogegenstößen mehrfach von Abspielfehlern der total verunsicherten und kräftemäßig eingebrochenen Coburger. "Der Spielstand ist zwar hoch, aber verdient. Bietigheim hat mit seiner Dynamik unseren kräftemäßigen Einbruch wegen einiger verletzter Spieler ausgenutzt", räumte HSC-Trainer Wilde hinterher ein. Sein Bietigheimer Kollege Zürn war stolz auf sein Team. "Wir konnten mit Gelassenheit ins Spiel gehen nach unserer langen und guten Vorbereitung. Mit dem Tempo, das wir gehen können, sind wir in der Liga sicher ganz weit vorne", ist Zürn überzeugt.

Mit ihrer Heimpremiere und dem Sieg im ersten von 34 "Endspielen" um die Qualifikation zur eingleisigen Zweiten Liga haben die Bietigheimer Maßstäbe gesetzt. Am Freitag müssen sie ihre Topform bei der HSG Frankfurt unter Beweis stellen.

 

Stuttgarter Nachrichten

In zehn Minuten das Spiel gedreht

Bietigheim-Bissingen SG BBM startet mit 39:27-Sieg über Coburg in die Saison. Von Henning Maak
Die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim haben einen optimalen Saisonstart erwischt und stehen nach einem 39:27-Kantersieg über die HSC 2000 Coburg im ersten Saisonspiel auf den zweiten Tabellenplatz. Entscheidend waren zehn starke Minuten nach der Pause, als die Gastgeber vom 15:15-Halbzeitstand auf 25:16 davonzogen. Entscheidender Faktor war dabei die Umstellung in der Abwehr vom 6:0- auf ein 5:1-System. Dadurch kam die SG BBM zu Ballgewinnen, die sie zu einfachen Kontertoren zu nutzen verstand. "Wir hatten dann aber auch ein anderes Selbstvertrauen und sind mit mehr Wucht in die Positionsangriffe gegangen", zeigte sich SG-Trainer Jochen Zürn sehr zufrieden.

Zu Beginn der Partie hatte der HSC 2000 Coburg gezeigt, dass auch er zu den starken Mannschaften in der Liga zählt. Nach vier Minuten lag das Zürn-Team mit 0:3 zurück, nach sechs Minuten mit 2:5. "Wir haben in der Anfangsphase einige unglückliche Tore kassiert", meinte Zürn dazu. Er habe aber der Mannschaft aber schon im Vorfeld gesagt, dass sie nach einem Rückstand gelassen bleiben solle. "Wir haben uns in der Vorbereitung einen derart guten Werkzeugkoffer erarbeitet, mit dem man unglaublich viel bewegen kann", erklärte Zürn. Es dauerte bis zur 13. Minute, ehe sein Team beim 6:6 erstmals ausglich. Bis zur Pause konnte sich dann kein Team mehr entscheidend absetzen. Überragender Akteur auf Seiten der SG BBM war Pierre Freudl mit acht Treffern, auch Andreas Blodig als Spielmacher wusste zu überzeugen. Wie schon im Pokalspiel erwies sich der nach 15 Minuten eingewechselte Pascal Welz als Torhüter bei seiner Zweitliga-Premiere bärenstark und hatte ebenfalls großen Anteil am Erfolg.


SG BBM Bietigheim: Lenz, Walz - Haller (5), Rentschler, Kibat (3/1), Knierim, Schäfer (4), Bühler (1), Blodig (3), Hinz (8), Freudl (8), Auer, Schulz (7).

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