SG krönt Aufholjagd mit Platz 6

Ludwigsburger Kreiszeitung

SG krönt Aufholjagd mit Platz 6

Bietigheim-Bissingen – Einen gelungenen Saisonabschluss feierten am Samstag die Zweitbundesliga-Handballer der SG BBM Bietigheim. Mit dem 37:29 (18:19)-Heimsieg gegen die HSG Frankfurt/Rhein Main gelang der SG vor 800 Zuschauern am letzten Spieltag noch der Sprung auf den sechsten Tabellenplatz.


Nach einer verkorksten Vorrunde landete die SG BBM aufgrund einer tollen Aufholjagd in der Rückrunde im Endklassement noch auf einem respektablen sechsten Rang. Mit dem klaren Heimsieg gegen die in der zweiten Hälfte überforderten Gäste aus Frankfurt blieb die Mannschaft von Trainer Jochen Zürn in der Rückrunde zu Hause ungeschlagen.
Die SG tat sich gegen die lange Zeit gleichwertigen Gäste sehr schwer. Für Trainer Jochen Zürn war das keine Überraschung: „Wir waren nach 34 Spieltagen zu Beginn geistig müde, erst in der zweiten Halbzeit haben wir den Schalter umgelegt“.
In der Tat führte die HSG zur Pause mit 19:18 und hatten auch noch in der 36. Minute mit 22:21 die Nase vorne. Erst jetzt übernahmen die Gastgeber das Kommando und gingen innerhalb von 13 Minuten mit 33:23 in Führung. Sebastian Knierim, mit acht Treffern bester SG-Torschütze, war in dieser Phase mit einigen schönen Kontertoren erfolgreich.
Durch diesen Zwischenspurt war das Spiel entschieden, der ersatzgeschwächten HSG gelang lediglich noch eine Resultatsverbesserung. Eine starke Leistung zeigten bei ihrem letzten Spiel im SG-Trikot Christian Löffler und Jochen Bauer. Mit ihren insgesamt acht Toren belohnten sie sich selbst für ihre vermehrten Einsatzzeiten.
Jetzt gilt es für Team und Trainer in einer vierwöchigen Pause den Akku neu aufzuladen. Ende August beginnt dann die neue Saison in der es um die Qualifikation für die neue, eingleisige 2. Bundesliga geht.

SG BBM: Krotz; Haller (4), Kibat (4/2), Knierim (8/3), Schäfer (2), Bühler (4), Bauer (3), Freudl (4), Löffler (5), Schulz (3), Hinz, Rentschler.


Main-Spitze

Wenn das Saisonende zur Erlösung wird
HSG RHEIN-MAIN Zum Abschluss 29:37 in Bietigheim

BIETIGHEIM (möx). Als Steffen Weber quasi mit dem Schlusspfiff zum 29:37 (19:18)-Endstand im Spiel bei der SG BBM Bietigheim traf, war sie Geschichte. Die erste Saison der HSG Frankfurt Rhein-Main in der Zweiten Handball-Bundesliga. Nach der vierten Niederlage in Folge - auch dem Fehlen der verletzten (Lindt, Immel, Buschsieper) oder beruflich eingespannten (Plattner) Spielern geschuldet -, beendete die aus der TSG Münster und der SG Wallau zusammengesetzte Spielgemeinschaft die Runde mit 31:37 Punkten auf Rang elf.

Saisonziel deutlich verfehlt

Zeit, Bilanz zu ziehen. Und die fällt ernüchternd aus. "Jeder hat sich mehr erhofft. Das Umfeld, die Verantwortlichen, die Fans und wir Spieler natürlich auch", erklärt Kapitän Steffen Weber, der froh war, "dass es endlich vorbei ist". Keiner könne mit dem Verlauf der Saison zufrieden sein. Auch nicht Trainer Thorsten Schmid, der die Mannschaft im Februar übernommen hatte und nun vor den Toren Stuttgarts seine Abschiedsvorstellung gab. "Im Training mussten wir zuletzt mit den Kräften haushalten, zudem dafür sorgen, dass die Stimmung oben bleibt", sagte Schmid, dem zum Saisonfinale gerade mal noch acht Feldspieler zur Verfügung standen. An dem 38-Jährigen lag es am allerwenigsten, dass die HSG ihr hoch gestecktes Ziel - ein Platz zwischen eins und fünf - um Welten verfehlte.

"Welches Potenzial in der Mannschaft steckt, hat sie gegen Friesenheim gezeigt", nimmt Schmid die Spieler in Schutz. Dort habe die Mannschaft bewiesen, was sie leisten könne, wenn sie komplett sei. Doch das war sie am Ende selten. Symptomatisch: Die Abschlussfahrt nach Mallorca bestreiten Tobias Schimmelbauer, Tobias Hahn, Thijs van de Mortel und Fabian Bohnert zu viert.

Wer beerbt Thorsten Schmid?

So müssen die ambitionierten HSG-Macher in den kommenden Tagen und Wochen viele Baustellen beackern. Die dringendste Frage: Wer leitet am 12. Juni den Trainingsauftakt? Die Antwort interessiert in erster Linie auch die verbliebenden neun Spieler sowie die Neuzugänge Thomas Bauer (TV Korschenbroich), Andreas Schröder (HSC Bad Neustadt) sowie Rückkehrer Sebastian Linder (TSV Dormagen). "Wenn sich nicht noch etwas tut, wird das schon ein mächtiger Kampf werden", sagt Weber mit Blick auf die anstehende Qualifikation zur eingleisigen Zweiten Liga, und ergänzt: "Dann geht es vom ersten Tag an darum, sich irgendwie hereinzuschummeln." Trübe Aussichten für das einst mit viel Ehrgeiz angegangene und propagierte Projekt.

SG BBM Bietigheim: Lenz, Krotz; Haller (4), Rentschler, Kibat (4/2), Knierim (8/3), Hinz, Schäfer (2), Bühler (4), Bauer (3), Freudl (4), Löffler (5), Schulz (3).

HSG Frankfurt Rhein-Main: Rebstock, Beer, van de Mortel; Bohnert (1), Weber (2), Quilitzsch, Seeger (8/2), Bonnkirch (7), Schimmelbauer (4), Hahn (2).

Schiedsrichter: Moles/Pittner (Heddesheim/Laudenbach).- Zuschauer: 850.- Zeitstrafen: 3:2.- Siebenmeter: 9/5:3/2.- Spielfilm: 1:2, 5:4, 7:7, 8:10, 11:10, 13:13, 16:15, 17:19, 18:19 - 20:19, 21:22, 25:22, 25:23, 33:23, 34:26, 37:28, 37:29.


Bietigheimer Zeitung

Sturmlauf endet auf Platz sechs
SG BBM Bietigheim besiegt im letzten Saisonspiel die HSG Frankfurt mit 37:29 (18:19)
Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim beendete die Saison 2009/10 auf Platz sechs. Zum Ausklang besiegte die Mannschaft von Trainer Jochen Zürn die HSG Frankfurt/Rhein Main mit 37:29 (18:19).

Mit einer Energieleistung in der zweiten Halbzeit bauten die Bietigheimer ihre Heimserie unter Trainer Jochen Zürn auf 17:1 Punkte aus und verbesserten sich dank der Niederlage des TV Neuhausen in Aue auf Rang sechs. In der ersten Halbzeit gestattete die Abwehr der Gastgeber den Frankfurtern, die nur acht Feldspieler zur Verfügung hatten, relativ leichte Tore. Das letzte Aufgebot der HSG bot eine engagierte Leistung in der Defensive und im Spiel nach vorne und führte zur Pause verdient mit 19:18. In der zweiten Halbzeit ging den Hessen mehr und mehr die Puste aus, die SG BBM raffte sich auf den letzten Metern der Saison zu einer starken Leistung auf und führte nach 49 Minuten beim 33:23 sogar mit zehn Toren Vorsprung. In der Schlussviertelstunde blieb dann sogar Zeit, für einige Kunststücke und sehenswerte Tore für das Publikum.

"Die zweite Halbzeit war in Ordnung, in der ersten Hälfte war es schwierig für uns, da hat uns die hundertprozentige Aggressivität gefehlt. Wir haben zwar 18 Tore erzielt, aber auch 19 kassiert", analysierte SG-Trainer Jochen Zürn die Partie, in der seine Abwehr zunächst jeglichen Kontakt mit den Gegenspielern vermied. "Die Mannschaft hat in der Pause gemeinsam mit mir den Schalter gefunden. Wir wollten unbedingt die Möglichkeit auf Platz sechs nutzen. Wir haben eine unglaubliche Rückrunde gespielt", sagte Zürn, der seinem Team die Schwächephase zu Beginn der Partie verzieh. Vielleicht hemmten die Temperaturen den Vorwärtsdrang, vielleicht war es auch der Rumpfkader der Frankfurter, der eine vermeintlich leichte Partie vermuten ließ.

Doch da spielten die Gäste nicht mit. Benedikt Seeger und Ex-Nationalspieler Steffen Weber gingen voran, inszenierten gute Angriffe und inspirierten ihre Mitspieler zu einer engagierten Abwehrleistung. Die Bietigheimer leisteten sich Fehlwürfe, zudem vergaben sie insgesamt vier Siebenmeter. Christian Löffler sorgte zweimal mit seinen Toren für eine Führung (4:3 und 11:10), doch die Hessen blieben hartnäckig dran und führten nach 30 Minuten mit 19:18. Bis zum 22:22 war die Partie ausgeglichen, dann zogen die Gastgeber unaufhörlich davon. Die Abwehr hatte sich stabilisiert, im Angriff sorgte vor allem Robin Haller für klare Aktionen. Schnell wuchs der Vorprung auf sieben Tore an (30:23), nach 49 Minuten waren es beim 33:23 schon zehn. In der Schlussphase blieb sogar noch ein wenig Zeit für Kabinettstückchen. So mogelten Jochen Bauer und Steffen Bühler den Ball mit Tricks und Kniffs ins Tor. Bei den Frankfurtern lief gar nichts mehr zusammen. Bezeichnend: der lange stark spielende Seeger traf weder per Siebenmeter noch aus der Distanz das Bietigheimer Tor.

Als nach dem achten Heimsieg im neunten Heimspiel der Rückrunde die Nachricht von der Niederlage des TV Neuhausen in Aue die Runde machte und Platz sechs für die SG BBM in der Abschlusstabelle feststand, war der Jubel groß.

Am morgigen Mittwoch starten die Bietigheimer Handballer zum gemeinsamen fünftägigen Ausflug nach Mallorca. Danach ruht drei Wochen lang der Trainingsbetrieb. Am 21. Juni startet Zürn mit der Vorbereitung auf die neue Saison, die am 21. August beginnt. Zum Trainingsauftakt werden nach derzeitigem Stand keine neuen Spieler dabei sein. Das einzig neue Gesicht ist bei der SG BBM bereits bekannt. Der ehemalige Spieler Sven Scheerschmidt steigt als Co-Trainer ein. Auf dessen Qualitäten im Umgang mit dem Ball am Fuß freut sich sein künftiger Chef schon. "Im Fußball sind wir im Training richtig schlecht, da wird er uns auch sehr helfen", so Zürn im Scherz.

 

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