SG-Jugend feiert süddeutsche Meisterschaft

sgbbm_pforzheim.jpg

Ludwigsburger Kreiszeitung

SG-Jugend feiert süddeutsche Meisterschaft

Die männliche Handball-B-Jugend der SG BBM Bietigheim hat sich durch einen 29:22 (13:9)-Sieg gegen die HG Pforzheim/Eutingen die süddeutsche Handballmeisterschaft gesichert. Die 1100 Zuschauer in der Viadukthalle sahen ein spannendes Finale, in dem die SG einen Fünftorerückstand aus dem Hinspiel aufholen musste. Der überragende Bietigheimer Torhüter Marvin Heinz hielt 15 Sekunden vor Spielende einen Siebenmeter und sicherte damit die Meisterschaft. Erfolgreichster SG-Torschütze war Jugendnationalspieler Patrick Zieker mit elf Treffern.

ZUR BILDERGALERIE


Bietigheimer Zeitung

Wunder vom Viadukt wird wahr
B-Jugend-Handballer der SG BBM sichern sich gegen Pforzheim die süddeutsche Meisterschaft

Die B-Junioren der SG BBM Bietigheim haben mit einem 29:22-Sieg gegen die SG Pforzheim/Eutingen die süddeutsche Meisterschaft ins Ellental geholt. Das Team machte das 27:32 aus dem Hinspiel wett.

Nach dem Abpfiff stürmten die Bietigheimer B-Jugend-Handballer auf Marvin Heinz zu und herzten und drückten ihren Torhüter, als ob dieser ein Teddybär wäre. Es folgten Jubelszenen, wie es sich für einen frischgebackenen Meister gehört: Die Spieler tollten völlig losgelöst durch die Viadukthalle, Trainer Severin Englmann bekam von seinen Schützlingen erst eine Mineralwasser- und danach eine Bierdusche verpasst, und schließlich war der große Moment da: Mannschaft und Trainer bekamen den grün-weißen Wimpel des Verbands für die süddeutsche Meisterschaft sowie die dazugehörigen Medaillen überreicht, während einige Meter weiter die bezwungenen Akteure der SG Pforzheim/Eutingen bittere Tränen vergossen.

"Das war ein riesenemotionales Spiel", sagte Englmann und lobte sein Team für die gute Moral: "Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt und versucht, das Ergebnis aus dem Hinspiel auszublenden. Dabei war die Belastung gerade im mentalen Bereich sehr hoch."

Mit 27:32 hatte die SG BBM in Pforzheim das erste Duell verloren. Fünf Tore hatte der Bietigheimer Nachwuchs gestern also aufzuholen - und tatsächlich ließ der Gastgeber das vom Verein vor der Partie beschworene "Wunder vom Viadukt" Realität werden. Eine starke Abwehr mit einem überragenden Marvin Heinz im Tor, eine exzellente Chancenauswertung, und der nach der Pause bärenstarke Patrick Zieker waren die Garanten für den Erfolg.

Nach einem holprigen Start und einem 3:4-Rückstand übernahm der württembergische Meister ab der neunten Minute die Initiative und warf bis zur Pause eine 13:9-Führung heraus. Das konnte auch Gästekeeper Malte Röpcke nicht verhindern, der die SG BBM im Hinspiel noch zur Verzweiflung gebracht hatte. Diesmal bekam er kaum einen Ball zu fassen und wurde bereits in der 16. Minute nach einer Auszeit der Pforzheimer durch Florian Huber ersetzt. Im zweiten Durchgang zog Bietigheim, das die kompletten 50 Minuten mit nur sieben Spielern bestritt, über 15:9 und 17:11 auf 20:13 davon (35.). Bei den Gästen stellte sich die Hereinnahme des dritten Torwart Findan Krettek als Glücksgriff heraus. Gleich dreimal innerhalb kurzer Zeit vereitelte dieser Chancen von SG-BBM-Kreisläufer Nils Boschen. Als Timo Bäuerlein für Pforzheim mit zwei Toren in einer Minute auf 19:24 verkürzte, war der Titelkampf wieder völlig offen.

Doch dann bewiesen die Bietigheimer Nervenstärke und nutzten ihre Chancen eiskalt. Vor allem Jugendnationalspieler Zieker, der sich in der ersten Hälfte gegen die Pforzheimer Manndeckung schwer tat und kaum Akzente setzte, spielte nun groß auf. Allein neun seiner insgesamt elf Treffer erzielte er in der zweiten Hälfte. Als Bäuerlein 15 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter verwarf und Rechtsaußen Marco Rentschler im Tempogegenstoß das 29:22 gelang, war das Wunder vom Viadukt endgültig perfekt.

Dank des gestrigen Triumphs stehen die Bietigheimer nun sogar im Viertelfinale um die deutsche B-Jugend-Meisterschaft. Dort wartet mit dem SC Magdeburg allerdings ein besonders zäher Brocken auf die SG BBM. "Magdeburg ist in Deutschland seit zehn Jahren das Nonplusultra in der Jugendarbeit. Das wird ein harter Prüfstein für uns", erklärt Coach Englmann. Die Partie in Sachsen-Anhalt wird am 29. oder 30. Mai ausgetragen. Das Rückspiel findet am 6. Juni um 15 Uhr in Bietigheim statt. Der Sieger des Duells spielt im Final-Four-Turnier um die deutsche Meisterschaft.


Stimmen nach dem Bietigheimer Final-Triumph bei der süddeutschen Meisterschaft
 
 
Patrick Zieker
, Linksaußen der SG BBM: "Wir waren das ganze Spiel überlegen, haben kühlen Kopf bewahrt und uns gar nicht mit dem Fünf-Tore-Rückstand aus dem ersten Spiel beschäftigt. Die Stimmung in der Halle war gigantisch. Meine Gefühle kann ich gar nicht richtig beschreiben. Jetzt ist alles möglich."

Marvin Heinz, Bietigheimer Torwart: "Die Abwehr hat mir am Anfang sehr geholfen. Meine Mitspieler und das Publikum haben mich gepuscht. Das war Emotion pur, ich hatte richtig Adrenalin im Körper. Da hält man dann auch mal Bälle, die man sonst nicht hält. Heute hat auf allen Positionen alles gestimmt."

Hendrick Schöneck, SG-Rückraumspieler: "Das ist einfach nur geil. Vor dem Spiel habe ich befürchtet, dass bei uns Tränen fließen, wenn wir verlieren. Wir haben aber immer daran geglaubt, dass wirs packen. Wir haben eine gute Mannschaftsleistung gezeigt und mit Köpfchen gewonnen. Jetzt freuen wir uns riesig. Unser Torwart Marvin Heinz ist ein richtiger Teufelskerl."

Marco Rentschler, Bietigheimer Rechtsaußen: "Wir sind in der Abwehr sehr früh rausgerückt und haben so hinten gleich zugemacht. Auch im Angriff waren wir diesmal effektiver als im Hinspiel. Die SG Pforzheim/Eutingen war aber ein sehr guter Finalgegner, nur waren wir jetzt im Rückspiel besser eingestellt. Wir sind immer optimistisch gewesen."

Alexander Lipps, Trainer der SG Pforzheim/Eutingen: "Es ist für uns schon ein Riesenerfolg, überhaupt so weit gekommen zu sein. Nach dem Sieg im Hinspiel hatten wir berechtigte Hoffnungen auf noch mehr. Vor einer Woche waren wir die glücklichere Truppe, diesmal war es die SG BBM. Das Bietigheimer Plus war heute der Torwart. Bei meiner Mannschaft dürfen jetzt ruhig Tränen fließen. Wir müssen das Spiel abhaken." 

Drucken E-Mail