Bauer und Rentschler zelebrieren Schlusstor

sgbbm_obernburg.jpgLudwigsburger Kreiszeitung

SG-Express nimmt Kurs auf Spitzenränge

Mit einem deutlichen 41:3(19:16)- Sieg gegen Tuspo Obernburg haben die Zweitbundesliga-Handballer der SG BBM Bietigheim ihre Heimbilanz in der Rückrunde auf stolze 13:1 Punkte ausgebaut.

Der SG-Express hält weiter Kurs in Richtung obere Tabellenhälfte. Dass die Bietigheimer Angreifer erstmalig über 40 Tore erzielen konnten, lag in erster Linie an der Verletzung des etatmäßigen Obernburger Stammtorhüters Milos Hacko.


Während der in der ersten Hälfte eingesetzte Benjamin Krotz im Tor der SG einige Glanzparaden zeigte, brachten die Ersatztorhüter der Tuspo kaum eine Hand an den Ball. Besonders Philipp Schulz nutzte diese Schwäche und avancierte mit seinen neun Toren aus dem Rückraum zum erfolgreichsten Torschützen.
Bis zum 8:8 in der 13. Minute sahen die 700 Zuschauer ein ausgeglichenes Spiel, ehe die Gastgeber bis zur 24. Minute auf ein vorentscheidendes 17:11 davonzogen. Die zweite Hälfte dominierte dann das Team von SG-Trainer Jochen Zürn aufgrund der stärkeren Physis deutlich. Die Gastgeber ließen sich das Zepter nicht mehr aus der Hand nehmen. Ein zufriedener Zürn kommentierte diese Überlegenheit so: „Die Mannschaft ist topfit, kann über 60 Minuten ein hohes Tempo gehen“.
Einen gelungenen Einstand feierte SG-Youngster Patrick Rentschler bei seinem Zweitligadebüt. Wenige Minuten vor Spielschluss eingewechselt, gelangen ihm noch zwei sehenswerte Tore.

SG BBM: Krotz, Lenz; Haller (4), Rentschler (2), Kibat (6/2), Knierim (4), Schäfer (1), Bühler (3), Bauer (3), Hinz (3), Freudl (6), Schulz (9), Löffler.


Bietigheimer Zeitung

Bauer und Rentschler zelebrieren Schlusstor
Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim fertigt Obernburg mit 41:32 (19:16) ab

Die abstiegsgefährdeten Obernburger boten 1 5 Minuten Paroli, dann zog Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim davon, lieferte eine zweite Halbzeit voll purer Spielfreude ab und feierte einen 41:32-Sieg.

Philipp Schulz kannte das Ritual nach Spielende schon. Wie schon beim Heimspiel zuvor gegen Coburg durfte er auch nach dem Erfolg am Samstag gegen Obernburg Glückwünsche und einen Gutschein für ein Essen in einem Bietigheim-Bissinger Lokal entgegennehmen. Erneut war der 25-jährige Modellathlet, dessen Spezialität hammerharte und präzise Würfe aus dem Rückraum sind, zum besten Spieler der Heimmannschaft gekürt worden. Neunmal hatte er den Ball aus der Distanz im Obernburger Tor untergebracht, ohne dass die jungen Torhüter Johannes Klimmer oder später Tobias Pfeifer auch nur den Hauch einer Chance gehabt hätten. Sie mussten einspringen, weil Stammtorwart Milos Hacka wegen Rückenbeschwerden nicht eingesetzt werden konnte. "Es hat Spaß gemacht. In der zweiten Halbzeit haben wir uns mit unserem Tempospiel abgesetzt", drückte Schulz seine Gefühle nach dem Torefestival aus. "41 Tore schießt man in der Zweiten Liga nicht alle Tage. Und man gewinnt auch nicht oft mit neun Toren Unterschied. Die Mannschaft ist topfit und geht über 60 Minuten", sagte SG-Coach Jochen Zürn, und war "absolut zufrieden.", auch wenn ihm einige Dinge missfallen haben, die er so zusammenfasste: "Es gab früher Phasen, in denen wir uns hätten absetzen können. Wir waren fahrlässig bei der Chancenverwertung, in einigen Situationen kopflos und ohne Struktur." Diese Probleme hätte sein Obernburger Kollege Christoph Barthel sicher gerne, wenn sein Team etwas mehr Punkte auf dem Konto angehäuft hätte. Angesichts des schweren Restprogramms wird es schwer, die Liga zu halten. "In der zweiten Halbzeit haben wir den Kopf und die Disziplin verloren. In der ersten Halbzeit war die Partie lange ausgeglichen", analysierte Barthel die 60 Minuten.

Die Treffer 39 und 41 der SG BBM erzielte der 19-jährige Patrick Rentschler bei seinem Ligadebüt. Ihn hatte Zürn fünf Minuten vor Spielende aufs Feld geschickt. Seinen zweiten Tor zum Schlusspunkt unter die Torgala zelebrierte Rentschler zusammen mit Jochen Bauer. Der Linksaußen spielte den Ball quer durch den Kreis auf den Youngster, der direkt verwandelte. Der Rest war in der nicht so gut wie zuletzt bei den SG-Heimspielen besuchten Viadukthalle wieder Partystimmung. Die Heimbilanz unter Zürn als Chefcoach weist mittlerweile 13:1 Zähler auf. Und die Mannschaft will in den verbleibenden fünf Saisonspielen mehr. Wie viel genau, verraten weder der Trainer noch Schulz. Der sagt dazu nur soviel: "Wir sind nahe dran."

Gut dabei waren zunächst auch die Obernburger, die bis zum 8:8 gut mithalten konnten mit ihrem spielstarken Rückraum und ihrer offensiven Deckung, aus der sich meist Otto Fetser löste, um sich um Spielmacher Nico Kibat zu kümmern. Das Torewerfen machten die Gäste der SG BBM nicht allzu schwer. Schulz und auch Pierre Freudl ballerten beinahe um die Wette. Steffen Bühler, der am Samstag seinen 25. Geburtstag feierte, bescherte sich mit drei Toren vom Kreis. Mit der 9:8-Führung der Bietigheimer war es dann vorbei mit den Hoffnungen der Gäste auf etwas Zählbares. Schnell bauten Kibat und seine Mitspieler die Führung auf 17:11 aus. Der Schlendrian beim Torwurf, die eine oder andere Nachlässigkeit im Spielaufbau sowie einige strittige Schiedsrichterentscheidungen zuungunsten der SG BBM nutzten die Obernburger zur Aufbesserung ihrer Torstatistik und kamen auf 17:15 heran.

In Hälfte zwei spielten die Bietigheimer ihre gefürchtete "schnelle Mitte" aus, setzten einen Tempogegenstoß nach dem anderen und näherten sich der 40-Tore-Marke. Die knackten sie in der 58. Minute, Dass bei aller Spielfreude und dem hohen Tempo die Abwehrarbeit nicht mehr optimal funktionierte und der Abstiegskandidat zu 31 Toren kam, fiel nicht ins Gewicht. Die hohe Trefferquote spricht auch für die nie aufsteckenden Obernburger und ihre Qualitäten im Angriff.

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