Bietigheimer Feuerwerk macht Fans in der Arena Lust auf mehr

Ludwigsburger Kreiszeitung

Bietigheimer Feuerwerk macht Fans in der Arena Lust auf mehr


Den spektakulären Schlusspunkt unter ein rasantes Handballspiel setzte Pierre Freudl. In seinen Wurf 30 Sekunden vor dem Ende legte der 26-Jährige, bis dahin mit recht wenig Spielzeit bedacht, seinen ganzen Frust.
Mit beiden Beinen sprang Freudl ab, schraubte sich hoch und zimmerte die Kugel maßgenau zum 34:30 für Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim in den entfernten Torwinkel. Triumphierend ballte er die Faust, dann nahm er Blickkontakt mit Jochen Zürn auf. Die Botschaft hat der SG-Coach sehr wohl registriert. „Es ist sein gutes Recht, mir zu zeigen: Hallo, Trainer, die nächsten Aufgaben können kommen und ich kann auch mal 40 oder 45 Minuten eingesetzt werden“, erklärte Zürn nach dem eindrucksvollen Erfolg im württembergischen Prestigeduell der 2. Liga Süd gegen Aufsteiger TV Neuhausen/Erms.

Nicht nur Scharfschütze Freudl schmorte in der Arena Ludwigsburg lange Zeit auf der Bank. Auch der in den beiden Spielen zuvor sehr erfolgreiche Robin Haller hätte sich mehr Einsatzzeit gewünscht. Doch in Zürns taktischem Plan spielten am Freitagabend andere die Hauptrollen – und wie!
Allen voran das Rückraum-Trio Nico Kibat (11 Tore/davon 5 Strafwürfe), Philipp Schulz (8) und Christoph Auer (4). „In Nico Kibat hatten wir einen Leader, der bestechend agiert hat. Auch die Durchschlagskraft von Philipp Schulz war nicht zu übersehen“, schwärmte Zürn. Ein Sonderlob des Trainers verdiente sich auch Abwehrchef Steffen Bühler, der zudem am gegnerischen Kreis wühlte, blockte und Löcher riss.
Die Ermstäler gaben zwar nie auf und kamen drei Minuten vor Schluss noch einmal bis auf zwei Tore heran (32:30), doch vor der Kraft und Wucht der Bietigheimer mussten sie letztlich kapitulieren. „Die Mannschaft hat den Erfolgshunger gelebt und die Körpersprache gezeigt“, attestierte Coach Zürn der SG „ein technisch und taktisch hervorragendes Spiel“.

Der Siegeswille imponierte den 2800 Zuschauern und dürfte sie ermuntern, erneut vorbeizuschauen, wenn die Bietigheimer das nächste Mal in der Arena zu Besuch sind. Für die lautstarke Unterstützung bedankte sich Jochen Zürn ausdrücklich: „Es war ein tolles Erlebnis.“
Mit 9:1 Heim-Punkten in der Rückrunde hat sich das SG-Team aus der Krise gekämpft. Die nächste Auswärtsaufgabe am kommenden Samstag verknüpft der Trainer mit einem besonderen Anliegen. Noch nie hat Zürn in seinen zehn Jahren in der 2. Liga in Aue gewonnen. Das muss nicht so bleiben. Schließlich sind genügend Männer in seinem Kader, die brennen. Freudl und Haller zum Beispiel warten nur auf ihren Einsatz.

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