Eisenach von der Rolle: 27:30 gegen Bietigheim

eisenach.jpgBietigheimer Zeitung

SG-Trainer Rahn: Ein Sieg für Alex
Handball-Zweitligist Bietigheim gewinnt in Eisenach 30:28 - Kibat erzielt acht Tore


Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim widmet den 30:28-Sieg beim ThSV Eisenach dem verstorbenen Manager Alexander List. Das sagte der Bietigheimer Trainer Uwe Rahn nach dem Spiel.

Freuen konnten ich die Bietigheimer Handballer über den 30:28-Sieg beim ThSV Eisenach nach dem tragischen Ereignis eine Woche zuvor nicht. Sie bewiesen vor den 1200 Zuschauern viel Moral, Einsatz und Kampfgeist und siegten auch für ihren verstorbenen Manager Alexander List. "Das war ein Sieg für den Alex, das war ein Zeichen für ihn", sagte SG-Trainer Uwe Rahn nach dem verdienten Erfolg.

Irritationen gab es, weil Rahn und seine Mannschaft von einem 30:27-Erfolg ausgegangen sind, offiziell aber ein 30:28 vermeldet wurde. "Auf der Anzeigentafel waren nur 27 Tore angezeigt. Der Sieg war eine sichere Geschichte, weil wir auch in der Schlussphase hinten richtig stabil waren", so der SG-Trainer.

Da Jochen Bauer, Sebastian Knierim, Andreas Blodig (alle angeschlagen) sowie der zweite Torhüter Matthias Gysin gar nicht zum Einsatz gekommen sind und Christian Löffler (Grippe) nur eineinhalb Minuten auf dem Feld war, erspielten und erkämpften sich den Sieg gerade mal acht Feldspieler und Torhüter Benjamin Krotz. "Wir haben die Verantwortung auf wenige Schultern verteilt", berichtete Rahn.

Überragender Spieler bei den Gästen war Robin Haller, der sieben Treffer erzielte, einen mehr auf dem Konto hatte am Ende der ebenfalls stark spielende Nico Kibat. Sechs Tore gelangen dem flinken Christian Schäfer, den die Eisenacher Abwehr nicht zu packen bekam.

Kurios, dass den Gastgebern ihr letzter Treffer viereinhalb Minuten vor Schluss zum 28:29 durch Martin Hoffmann gelang. Danach ließ sich die Abwehr der SG BBM nicht mehr überwinden. Nach dem Tor von Haller zum 30:28-Endstand waren auch noch zweieinhalb Minuten zu spielen, in denen kein Treffer mehr erzielt wurde. Kurz vor Hallers erfolgreichem Wurf hatten die Schiedsrichter Nico Kibat auch noch einen ihrer Meinung nach unkorrekt ausgeführten Siebenmeter abgepfiffen..

Die Bietigheimer führten zu Beginn der hart umkämpften Partie mit 1:0 und 2:1, gerieten beim 3:4 erstmals in Rückstand, lagen danach meist einen Treffer zurück und schafften beim 9:9 wieder den Ausgleich. Zwei Tore vorne waren die Eisenacher beim 12:10, zur Pause führten sie 14:13. "Wir waren schon in der ersten Halbzeit die klar bessere Mannschaft, haben da nur mehrere hundertprozentige Chancen vergeben", berichtete der SG-Trainer. Mit zwei Treffern hintereinander brachte Christian Schäfer die Gäste kurz nach der Pause 15:14 in Führung. Bis zum 17:17 legten die Gäste ein Tor vor, die Eisenacher glichen jeweils aus. Beim 19:17 lagen die Bietigheimer dann erstmals mit zwei Treffern in Führung, bauten diese mit einem tollen Lauf auf sechs Tore aus und führten in der 47. Minute mit 26:20. Die Bietigheimer hatten es nach der Pause mit der Chancenverwertung wesentlich besser gemacht und eine nahezu optimale Ausbeute.

Mit dem zweiten Auswärtssieg im vierten Auswärtsspiel verbesserte die SG BBM ihr Punktekonto auf 4:6. Am kommenden Mittwoch gastiert Concordia Delitzsch in der Halle Am Viadukt (20 Uhr).

Statistik

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Hoffmann 3, Trautvetter 5, Sklenak 7, Wöhler, Luther 1, Bitterlich 1, Schiffner 1, Heinemann, Prokopec 6, Szep-Kis 4.

SG BBM Bietigheim: Krotz; Haller 7, Heuberger 2, Löffler, Hinz, Schäfer 6, Kibat 8/3, Rothe 1, Auer 2, Bühler 3.

Schiedsrichter: Immel/Klein (Thönnisvorst/Ratingen).

Zuschauer: 1200.


Ludwigsburger Kreiszeitung

Bietigheim erzwingt Auswärtscoup
Mit einer rundum überzeugenden Leistung gelang den Zweitliga-Handballern der SG BBM Bietigheim in Eisenach ein unerwarteter 30:27-Sieg (13:14).

Es stand viel auf dem Spiel für die Bietigheimer in dieser Auswärtspartie. Bei einer erneuten Niederlage wäre das Team von Trainer Uwe Rahn mit 2:8 Punkten wohl für längere Zeit im Tabellenkeller festgesessen.
Die Unsicherheit bei allen Beteiligten war groß, wie die Mannschaft im ersten Spiel nach dem plötzlichen Ableben ihres Freundes und Managers Alexander List auftreten würde.
Ein erleichterter Trainer Uwe Rahn gab nach dem Spiel die Antwort: „Meine Jungs zeigten eine beispiellose Willenskraft, gepaart mit einer kämpferisch und spielerisch überzeugenden Leistung.“
Auch Team-Manager Jens Rith schwärmte: „Wir waren spielerisch besser, hatten eine super beweglich Deckung.“ Aus einer geschlossenen Mannschaft hob Rith noch Nico Kibat besonders hervor. „Er war ein unermüdlicher Antreiber, der Kopf der Mannschaft, in Angriff und Abwehr bärenstark.“
Zum Spielverlauf: Bis zum Halbzeitstand von 14:13 für die Gastgeber konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Eisenach war zwar ständig in Führung, doch die Gäste glichen immer wieder aus.
In der 32. Minute gelang der SG durch Chris Heuberger die erstmalige Führung, zuvor hatte Christian Schäfer innerhalb einer Minute zweimal eingelocht. Ab der 40. Minute folgte die stärkste Phase der SG, die durch Treffer von Robin Haller, Christoph Auer und Nico Kibat auf 20:26 davonzog.
Eisenach kam noch einmal zurück, war fünf Minuten vor Schluss bis auf zwei Tore heran. Mehr war für die Gastgeber aber nicht mehr drin. Haller sorgte mit seinem siebten Treffer für die Entscheidung. Noch waren zwar drei Minuten zu spielen, doch die sehr gut stehende SG-Deckung mit Benjamin Krotz im Tor ließ keinen weiteren Treffer mehr zu.

SG BBM: Krotz; Haller (7), Kibat (8/5), Heuberger (2), Schäfer (6), Bühler (3), Rothe (1), Hinz (1), Löffler, Auer (2).



Freies-Wort.de
Eisenach von der Rolle: 27:30 gegen Bietigheim

Eisenach - Die Zweitbundesliga-Handballer des ThSV Eisenach sind völlig von der Rolle und haben nach schwacher Leistung ihr Heimspiel gegen die SG Bietigheim mit 27:30 (14:13) verloren.

Vor 1200 enttäuschten Zuschauern, die gegen Ende ihre Mannschaft auspfiffen, waren Tomas Sklenak (7) und Pavel Prokopec (6) die erfolgreichsten Werfer für die Wartburgstädter. Für die Gäste trafen der überzeugende Robin Haller (7) und Nico Kibat (6) am häufigsten.

Nach durchwachsener erster Halbzeit ließen die Gastgeber mit nahezu körperlosem Abwehrspiel und einfallslosen Angriffen die Gäste vorentscheidend auf 20:26 (48.) davonziehen. Danach gab es zwar ein vorübergehendes Aufbegehren der ThSV-Männer zum 26:28 (54.), doch Bietigheim brachte den verdienten Sieg  ungefährdet über die Zeit.



TLZ.de

ThSV lädt zum Schaulaufen ein
 
Eisenach. (tlz) Mit zwei Siegen in zwei Heimspielen binnen weniger Tage wollte der ThSV Eisenach seine Punktebilanz eigentlich ausgleichen. Daraus wird nichts. Die Wartburgstädter kassierten am Samstagabend eine 27:30 (14:13)-Heimpleite gegen die SG BBM Bietigheim und mussten sich Mitte der zweiten Halbzeit gar Pfiffe der eigenen Fans gefallen lassen.
Mit gefälligem Angriffsspiel hatte der ThSV Eisenach zunächst für eine 14:11-Führung (28.) gesorgt. Geradezu fahrlässig ließen sich Eisenacher mehrfach von der schnellen Mitte der Gäste zum 14:15 (32.) überrumpeln. Beim Stand von 16:16 brachten die Wartburgstädter in Überzahl das Leder von Linksaußen nicht unter (35.). "Wir haben uns selbst ein Bein gestellt", bilanzierte Eisenachs Trainer Maik Handschke, der erneut den bedingungslosen Einsatz beim Torwurf vermisste.


Das ThSV-Team lud nun die Gäste regelrecht zum Schaulaufen ein. Im Angriff blieb in dieser Phase vieles Stückwerk, fehlte Kreativität, wurde zu unvorbereitet zum Torwurf angesetzt. Ganz anders die SG Bietigheim. Der 22-jährige Robin Haller (7 Treffer), eigentlich Kreisspieler, spazierte aus dem Rückraum nahezu ungehindert in Richtung ThSV-Kasten. Die Folge: Nach dem 17:17 (37.) waren die Gäste um ihren exzellenten Regisseur Nico Kibat (8 Treffer) in die Chefrolle geschlüpft, versenkten kaltblütig zum 20:26 (48.).

"Wie spulten souverän unsere Pensum herunter", zeigte sich Uwe Rahn, der Coach der SG Bietigheim, aufgekratzt. Für seine Schützlinge wurde es nach einer Aufholjagd der Wartburgstädter allerdings nochmals kribbelig. Die Hausherren zeigten plötzlich ihr wahres Können. Die Abwehr mit dem eingewechselten Schlussmann Stanislaw Gorobtschuk wurde endlich ihrer Aufgabe gerecht. Ballstafetten zur Kreismitte (von Pavel Prokopec initiiert) und ein aus dem Rückraum explodierender Tomas Sklenak, beim 27:29 (Szep-Kis, 55.) war alles wieder offen. Da stand auch die 1200-köpfige Kulisse wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft.

"Wir hatten da die Chance, die Partie noch zu kippen, dezimierten uns allerdings selbst", bewertet Handschke die zu einer Zeitstrafe führende Aktion von Till Bitterlich (56.). Robin Haller narrte Eisenachs Abwehr zum 27:30 (56.). Auch wenn Nico Kibat beim Strafwurf übertrat, der Gästesieg geriet nicht mehr in Gefahr. Der sich kräftemäßig verausgabende Krisztian Szep-Kis, in der Rolle des verletzten Girts Lilienfelds, patzte, und Benjamin Trautvetter scheiterte an Torhüter Benjamin Krotz.

Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Hoffmann (2), Trautvetter (5), Sklenak (7), A. Wöhler, Luther (1), Bitterlich (1), Schiffner (1), Heinemann, Lilienfelds, Prokopec (6/1), Szep-Kis (4) Zeitstrafen: Eisenach 5x2 Min., Bietigheim 2x2 Min. Siebenmeter: 1/1. Schiedsrichter: Immel/Klein (Thönnisvorst/Ratingen). Zuschauer: 1200.

 

Drucken E-Mail