SG Bietigheim trauert um Alexander List

list.jpgLudwigsburger Kreiszeitung

SG Bietigheim trauert um Alexander List

Ludwigsburg – Ein tragischer Todesfall führte am Samstagabend zur Absage des Handball-Zweitbundesligaspiels zwischen der SG BBM Bietigheim und dem TV Korschenbroich in der Arena Ludwigsburg. Die SG trauert um Manager Alexander List.

Es sollte eines von insgesamt drei Gastspielen in dieser Saison im neuen Ludwigsburger Sporttempel am Bahnhof sein, auf das sich die Bietigheimer Handballer bereits seit Wochen gefreut hatten. Und zudem die erste Sportveranstaltung, bei der es um Meisterschaftspunkte geht, nachdem die Ludwigsburger Bundesliga-Basketballer eine Woche zuvor in der Arena ein Testspiel gegen Istanbul bestritten hatten.


Doch gut eine Stunde vor dem geplanten Spielbeginn um 20 Uhr spielten sich in der Arena dramatische Szenen ab. Während die Besucher draußen noch auf den Einlass in die Halle warteten, eilten Sanitäter und Notarzt herbei und kämpften um das Leben von Alexander List. Der 48 Jahre alte Manager der SG BBM war aufgrund eines plötzlichen Herzversagens zusammengebrochen.
Doch alle sofort eingeleiteten Wiederbelebungsversuche waren am Ende vergeblich. List verstarb noch in der Halle. Der Schock saß tief bei den Verantwortlichen, Betreuern und Spielern beider Mannschaften, die zum Teil bereits ihr Aufwärmprogramm in der Arena absolviert hatten.
Klar war auch, dass unter diesen Umständen kein normales Handballspiel mehr möglich war. Den wartenden Zuschauern, die bereits rätselten, warum die Halle nicht geöffnet wurde, wurde um 19.40 Uhr mitgeteilt, dass sich ein Unglücksfall ereignet habe und das Spiel nicht stattfinden werde. Auch die aus der Nähe von Mönchengladbach angereisten Anhänger des TV Korschenbroich zeigten Verständnis für diese Entscheidung. Das Spiel wird neu angesetzt, ein Nachholtermin steht noch nicht fest.
Alexander List war seit 1995 für die finanziellen Belange der SG zuständig und hatte maßgeblichen Anteil am sportlichen Höhenflug der Bietigheimer Handballer. „Mit ihm verliert die SG einen hochkarätigen Finanzfachmann und einen wertvollen Freund. Das Mitgefühl und die Anteilnahme gelten seiner Frau und seiner Familie“, schrieb der Verein gestern in einer Pressemitteilung. 


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Bietigheim-Manager Alexander List bricht zusammen Tod beim Handball

Von KLAUS HENRICH
Dieses Schicksal berührt uns alle...

Der Manager des Zweitligisten SG Bietigheim-Metterzimmern starb kurz vor dem Spiel gegen den TV Korschenbroich.

Der tragische Tod beim Handball!

Samstag Abend, 18.45 Uhr: Noch ein bisschen mehr als eine Stunde bis zum Anpfiff. Alexander List (48) bricht vor den Augen seiner Frau Birgit und seines Bruders zusammen und fällt auf die Schalensitze der „Neuen Arena“ Ludwigsburg. Der Mannschafts-Arzt von Korschenbroich und Sanitäter kämpfen um Lists Leben. Nur vier Minuten später sind ein Notarzt und weitere Sanitäter vor Ort.

Der Sohn des früheren Bietigheimer Oberbürgermeisters Manfred List (73) wird zu weiteren Reanimations-Versuchen in Form von Herzdruckmassage und künstlicher Beatmung in die Katakomben der Arena gebracht.

Die Halle bleibt geschlossen. Bietigheims Betreuer Marco Wolf (32) informiert die ankommenden Zuschauer, dass sich die Anwurfzeit des Spiels verzögern wird. Doch schon da hatten sich die Klubs in Absprache mit dem deutschen Handball-Bund auf eine Spielabsage geeinigt.

Kurz danach ist Alexander List tot. In einer Pressemitteilung des Vereins heißt es, dass ein plötzliches Herzversagen die Ursache für seinen Tod gewesen sei.

Bietigheims Trainer Uwe Rahn (49) sagt: „Das ist ganz tragisch! Hoffentlich können wir diesen Schock in den nächsten Spielen überwinden.“


Bietigheimer Zeitung

Handball-Manager List stirbt in der Arena
Zweitligaspiel in der neuen Ludwigsburger Halle nach tragischem Todesfall abgesagt


Im Alter von 48 Jahren ist am Samstag Alexander List unmittelbar vor dem Zweitligaspiel der SG BBM Bietigheim gegen Korschenbroich in der Arena in Ludwigsburg verstorben. List war Manager der SG BBM.

Der mit so viel Spannung und Vorfreude erwartete Auftritt der Bietigheimer Zweitliga-Handballer am Samstag in der neuen Arena in Ludwigsburg gegen den TV Korschenbroich hat ein tragisches Ende genommen, bevor er angefangen hat. Eine halbe Stunde vor dem angesetzten Spielbeginn um 20 Uhr ist der Bietigheimer Manager Alexander List verstorben. Als Todesursache nennt die SG BBM plötzliches Herzversagen.

"Die Spiele in der neuen Arena waren sein Kind, dafür hat er viel gegeben", sagte ein tief betroffener Claus Stöckle. Der Vorsitzende der SG BBM Bietigheim war ein Weggefährte Lists seit Jugendtagen. Gemeinsam mit Alexander List hat Stöckle 1995 die Handballabteilung des TSV Bietigheim übernommen, beide waren zwei Jahre später Gründungsmitglieder der SG BBM. Als Finanzfachmann war List im Vorstand für die finanziellen Belange der SG zuständig. In den letzten vier Jahren war er zudem Manager des Zweitligateams, war Ansprechpartner der Spieler, hielt Kontakte zum Deutschen Handball-Bund und der Handball-Bundesliga, war verantwortlich für die Hallenzeitung und stets unermüdlich für "seine" SG im Einsatz.

Alexander List, der Sohn des ehemaligen Bietigheim-Bissinger Oberbürgermeisters Manfred List, spielte einst in der Jugend und später für die Aktiven des TSV Bietigheim. Nach Beendigung seiner Karriere war er an vorderster Front beim TSV und später bei der SG BBM dabei und prägte den Handballsport in der Stadt maßgeblich.

Als er sich am Samstag gegen 18.40 Uhr in der Ludwigsburger Arena gemeinsam mit Teammanager Jens Rith auf einer kleinen Ballustrade am Rande des Spielfeldes niederließ, war seine unermüdliche Arbeit für das Spiel weitgehend getan.

Draußen warteten schon zahlreiche Zuschauer auf die für 19 Uhr geplante Hallenöffnung. Dazu kam es nicht, denn drinnen spielte sich ein Drama ab. List stürzte plötzlich leblos zu Boden. Die sofort eingeleiteten Rettungsmaßnahmen waren vergeblich, gegen 19.30 Uhr verstarb Alexander List.

Der Bietigheimer Trainer Uwe Rahn hatte sich schon während der Rettungsmaßnahmen mit seiner Mannschaft, seinem Korschenbroicher Kollegen Khalid Khan, den Schiedsrichtern Stefan Kläs und Thilo Moser sowie dem Spielsekretär und dem Zeitnehmer darauf verständigt, das Spiel ausfallen zu lassen. Nach Rücksprache mit dem Ligenleiter erfolgte dann die offizielle Absage. Rund um die Arena informierte der Ordnungsdienst die ankommenden Besucher über den Spielausfall, die Türen blieben für die rund 2000 Leute geschlossen.

Bei Spielern beider Mannschaften, den Offiziellen der SG BBM und den am Spiel Beteiligten herrschte tiefste Betroffenheit und Fassungslosigkeit über den tragischen Tod von Alexander List.

"Als ich an die Halle herangefahren bin, kam mir der Alex mit drei Kartons stark schwitzend entgegen und sagte, er sei im Stress. Wir haben uns auch in der Halle noch unterhalten. Fünf Minuten später ist er einfach umgefallen. Ein Arzt, der mit der Mannschaft von Korschenbroich angereist ist, hat sich Sekunden später um ihn gekümmert und Sofortmaßnahmen eingeleitet", berichtete Uwe Rahn. Auch der eiligst eingetroffene Notarzt konnte dem Bietigheimer nicht mehr helfen.

Konsterniert war auch SG-Kapitän Christian Löffler: "Wir haben uns noch unterhalten, ich habe ihn gefragt, wie es ihm gehe, und dann so was. Ich bin in die Kabine gegangen und habe eine Minute später erfahren, dass er umgefallen ist. Das muss man erst mal verdauen."

Nichts sagen wollte und konnte der vom tragischen Vorfall sichtlich betroffene Ludwigsburger Oberbürgermeister Werner Spec, der Hausherr der Arena.

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