Nun gibt es keinen Punkt

huettenberg_sgbbm2.jpgGießener Allgemeine

Nun gibt es keinen Punkt

(jms) Gähnende Leere, kaum Stimmung: Nix los in Hüttenberg! Was die Zuschauer betraf, konnte man beim gestrigen Wiederholungsspiel der 2. Handball-Bundesliga Süd zwischen dem TV 05/07 Hüttenberg gegen die SG BBM Bietigheim den Eindruck gewinnen, dass die Lust am Handballsport nach einer langen Saison allmählich verfliegt. Gerade einmal 403 Fans verloren sich in der 1700-Menschen fassenden Sporthalle Hüttenberg.

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Und auch die Spieler der Hüttenberger pfiffen aus dem letzten Loch. Zwar bemüht, aber dennoch in den meisten Aktionen glücklos unterlagen die Mittelhessen mit 31:34 (16:17).

Somit missglückte den Hüttenbergern die Revanche vollkommen, die sie für das »Skandalspiel« am ersten Spieltag im vergangenen Semptember nehmen wollten, als Bietigheim am Ende der Partie einen Spieler zuviel auf dem Parkett hatte und mit dem Abfiff noch durch Julian Pflugfelder zum Ausgleich gekommen war.

Los ging es mit einer »Käseabwehr« der Gastgeber, die ungewohnt löchrig und schlüpfrig daherkam. Nach neun Minuten konnten die keinesfalls brillanten Schwaben durch Patrick Rothe zum 6:5 in Führung gehen. Nach einem Bepler-Fehlpass nutzte Sebastian Knierim den sich bietenden Gegenstoß konsequent zum 8:7 (12.). Auch wenn der TVH in der Folgezeit durch einen Geniestreich von Marc Langenbach (16.) zum 10:9 kam - prickelnd oder aufregend war das Spiel der Mittelhessen in den ersten 30 Minuten nicht. Kombinationen wie die zwischen dem richtig guten Tomasz Jezewski und Mario Weber, die sich in der 14. Minute mit gleich drei Doppelpässen dem SG-Gehäuse näherten und durch Weber stark zum 8:8 abgeschlossen wurde, entsprachen der Seltenheit. »Wir hatten ein paar lichte Momente, doch das war einfach zu wenig. Ohne Florian Laudt in der Deckung wird es schwer. Soviele Tore haben wir lange nicht mehr gefangen«, gab Andreas Scholz freimütig zu.

Gerade auf den Außenbahnen wirkten die Abwehrversuche wenig glücklich und zum Teil inkonsequent. Überdies zeigten die Schwaben die besseren Angriffe und feine Spielzüge. Kurz vor der Pause »bebten« die wenigen Fans in der Halle, als Stefan Lex vom Schiedsrichterduo Damian/Wenz mit einer Zweiminutenstrafe bedacht wurde. Auch Christian Stelzenbach regte sich tierisch über diese schwer nachvollziehbare Hinausstellung auf und wurde ebenfalls mit einer Zeitstrafe auf die Bank verwiesen. In doppelter Unterzahl schaffte der flinke Andreas Scholz immerhin den Anschluss zum 16:17 aus halbrechter Position.

Nach der Verschnaufpause präsentierte sich Hüttenberg wacher und spielfreudiger. Allen voran Mario Allendörfer zeigte für wenige Minuten auf der zentralen Position eine Trotzreaktion gegenüber seinem schwachen Auftreten beim 24:25 am vergangenen Samstag gegen die TSG Friesenheim. Schnell, präzise und technisch hervorragend schloss Allendörfer in der 35. Minute einen sehenswerten TVH-Angriff zur 20:19-Führung ab. Doch Bietigheim fand in den folgenden fünf Minuten die passende Antwort. Während die Gorr-Schützlinge fast schon bemitleidenswert eigene Chancen versiebten, konterten die Gäste clever und abgezockt.

Wieder einmal von Rechtsaußen markierte Knierim das 26:21 (42.), ehe Bietigheim einen schweren Schock erlitt. Nach einem Zweikampf mit Michael Bepler krümmte sich Patrick Rothe vor Schmerzen am Boden und musste mit einer Fußverletzung auf der Bank Platz nehmen. Von dort aus konnte er begutachten, wie sein Team weiterhin die Oberhand behielt und Hüttenberg beherrschte. Der Mannschaftsverantwortliche der SG, Jochen Zürn, war entsprechend zufrieden: »Wir sind hier mit einem Minikader und sieben Langzeitverletzten angereist. Es war ein tolles Spiel von uns, denn wir haben gekämpft wie die Löwen. Die Jungs haben eine brutal gute Einstellung gezeigt.« Alles andere als gut gelaunt war nach der Partie Hüttenbergs Trainer Jan Gorr: »Heute hat man auch gesehen, wie ausschlaggebend der Einspielfaktor in der Deckung sein kann. Gerade die erste Halbzeit war sehr untypisch für uns. Leichte Fehler im Angriff haben uns dann auch noch das Genick gebrochen. Was wir in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, ärgert mich schon.« Aber auch der Coach weiß, dass es ohne die Verletzten Arne Rigterink (Brustbein angebrochen), Andreas Lex (Nachuntersuchungen Herzmuskelentzündungen) und ohne den nur sporadisch eingesetzten Laudt (Oberschenkelprellung) nicht viel drin ist.

Ein bisschen Hoffnung für die Zukunft gab der gestrige Abend dennoch. Denn Jan-Steffen Redwitz im Tor und der erstmals eingesetzte Mario Fernandes (Kreis), wusste ebenso wie Nachwuchs-Ass Jonas Faulenbach kleinere Akzente zu setzen.

TV 05/07 Hüttenberg: Strzelec, Redwitz; Weber (5), Faulenbach (1), Laudt, Dettling (2/2), Stelzenbach (1), Jezewski (8), Fernandes, Stefan Lex, Scholz (5), Bepler (3), Langenbach (2), Allendörfer (4).

SG BBM Bietigheim: Gysin, Lenz; Haller (7), Schmidt (1), Kibat (9/4), Knierim (10), Heuberger (1), Schäfer (1), Vogt, Rothe, Hinz (3).

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Damian/Wenz (Bingen und Mainz). - Zuschauer: 403. - Zeitstrafen: 10:6 Minuten. - Rote Karte: Stelzenbach (55./dritte Zeitstrafe, Hüttenberg). - Siebenmeter: 4/2:4/4.


Ludwigsburger Kreiszeitung

SG gewinnt mit Wut im Bauch

Hüttenberg – Die Handballer der SG BBM Bietigheim haben das Wiederholungsspiel beim TV Hüttenberg mit 34:31 gewonnen. Mit diesem Prestigeerfolg hat sich die Rahn-Truppe auf Platz fünf vorgekämpft.

Mit Wut im Bauch waren die Bietigheimer nach Hüttenberg angereist. Angesichts der langen Verletztenliste hätten sie auf dieses erzwungene Nachsitzen, das nach erfolgreichem Protest der Hüttenberger gegen das Hinspiel notwendig geworden war, gerne verzichtet. Trotzdem entwickelte sich eine Zweitliga-Partie auf hohem Niveau, in der sich bis zur Halbzeit (16:17) keine Mannschaft absetzen konnte und die Führung ständig wechselte.
Nach der Pause setzte sich die SG beim Stand von 21:21 nach Toren von Kibat, Knierim, Haller und Hinz auf 21:25 ab und konnte diesen Vorsprung dank eines starken Matthias Gysin im Tor über die Zeit bringen. Zum letzten Saisonspiel gastiert am Samstag (18 Uhr) die SG Wallau, die 29:30 bei HR Ortenau unterlag, in Bietigheim.
SG BBM: Gysin; Haller (8), Kibat (9/4), Knierim (9), Heuberger (2), Schäfer (1), Rothe (1), Hinz (4).

 

Bietigheimer Zeitung

Chancen eiskalt genutzt
SG BBM gewinnt Wiederholungsspiel beim TV Hüttenberg mit 34:31


Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft der SG BBM Bietigheim belohnte sich für ihren großartigen Kampfgeist mit einem 34:31-Sieg im Wiederholungsspiel der Zweiten Handball-Bundesliga in Hüttenberg.

Ohne schwerere Verletzung geht es bei der SG BBM Bietigheim derzeit einfach nicht ab. Der gestrige Sieg im viel diskutierten Wiederholungsspiel beim TV Hüttenberg wurde überschattet vom Pech von Patrick Rothe, der zehn Minuten vor Spielende mit dem Sprunggelenk umgeknickt ist und für das letzte Saison-Heimspiel am kommenden Samstag (18 Uhr) gegen die SG Wallau sehr wahrscheinlich ausfallen wird. "Das ist einfach unglaublich", so SG-Trainer Uwe Rahn, der mit zwei Torhütern und gerade mal neun Feldspielern in Hüttenberg antrat. Mit dabei waren von der SG BBM 2 Matthias Vogt und Alexander Schmidt, dem bei seinem Zweitligadebüt ein Treffer gelang.

Uwe Rahn hatte seinem Team eine variable Abwehrformation verordnet. "Wir sind damit sehr kompakt gestanden und hatten eine Rieseneinstellung", freute sich der Trainer. Der Wechsel der beiden Torhüter kurz vor der Pause war neben dem Kampfgeist, einer hundertprozentigen Siebenmeterquote und einer sehr effektiven Chancenverwertung einer der Schlüssel zum Sieg der SG BBM.

Matthias Gysin, der Mathias Lenz abgelöst hatte, wehrte mehrfach glänzend ab, parierte dabei auch einige "freie Würfe" der Gastgeber und leitete so etliche Tempogegenstöße ein, die seine Vorderleute in Tore umsetzten. Am treffsichersten dabei war Rechtsaußen Sebastian Knierim, der zehn Treffer erzielte.

Die Bietigheimer gingen beim 3:2 erstmals in Führung, lagen nach 17 Minuten 9:10 zurück und führten in dem sehr engen Spiel zur Pause mit 17:16. Beim 24:21 hatten sie sich in der 38. Minute erstmals mit drei Toren abgesetzt. Die Hüttenberger, bei denen zwei, drei Spieler angeschlagen im Einsatz waren, kamen noch einige Male bis auf zwei Treffer heran, den Sieg ließen sich die Gäste aber nicht mehr nehmen.

"Statistisch war es einfach mal wieder an der Zeit, dass wir gewonnen haben", bemühte Uwe Rahn seinen Fußball-Kollegen Ralf Rangnick von 1899 Hoffenheim. "Die Jungs sind ja schon schier verzweifelt. Jetzt haben sie mal wieder ein enges Spiel gewonnen." Viel Lob verteilte Rahn an die Schiedsrichter Ralf Damian und Frank Wenz: "Die haben sehr souverän, gut und neutral gepfiffen."

SG BBM Bietigheim:
Lenz, Gysin; Haller 7, Schmidt 1, Kibat 9/4, Knierim 10, Heuberger 1, Schäfer 1, Vogt, Rothe, Hinz 4.

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