Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim besiegt Tuspo Obernburg mit 34:30 (19:15)

Ludwigsburger Kreiszeitung

Handballer aus Bietigheim weiter auf dem Vormarsch
Bietigheim-Bissingen – Im ersten Heimspiel der Rückrunde gelang den Handballern der SG BBM Bietigheim ein 34:30 (19:15)-Sieg gegen Tuspo Obernburg. Damit ist die Rahn-Truppe in der Tabelle der 2. Bundesliga Süd bereits auf Platz 4 vorgerückt.

Offensichtlich hat die lange Winterpause den Fans wieder Appetit auf Zweitliga Handball gemacht. 1 300 Zuschauer waren Zeuge eines hochverdienten Sieges der SG BBM.

Die Führung der Gäste hielt nur bis zur 3. Minute, danach bestimmten die Hausherren das Geschehen. Über das gesamte Spiel hielten die Jungs von Trainer Uwe Rahn die Obernburger mit einem Drei- oder Vier-Tore-Vorsprung auf Distanz. Der hochgelobte Gästetorhüter Milos Hacko sah dabei nicht immer glänzend aus, sein Gegenüber Mathias Lenz hielt mehr Bälle, darunter einen „freien“ mit dem Kopf.
Einen gelungenen Einstand kann man dem kurzfristig für die Rückrunde verpflichteten Neuzugang Pierre Freudl vom Regionalligisten TSV Neuhausen bescheinigen. Er zeigte keine Scheu vor der Bundesliga, langte in der Abwehr kräftig zu und ging im Sturm dorthin „wo es wehtut“. Sehr stark der grippegeschwächte Chris Heuberger nicht nur wegen seiner sechs Tore.

Torjäger Robin Haller war mit sieben Treffern der erfolgreichste Stürmer, nur übertroffen von dem überragenden Gästespieler Otto Fetser der auf insgesamt zehn Tore, davon vier Siebenmeter kam.
Trainer Uwe Rahn war mit seinem Team zufrieden. Der Sieg hätte bei konsequenter Ausnutzung der Chancen höher ausfallen können. Jetzt gilt die ganze Konzentration dem bereits am kommenden Freitag stattfindenden Derby in Bittenfeld.

SG BBM: Lenz, Gysin; Haller (7), Kibat (5/2), Knieriem (3), Heuberger (6), Schäfer, Bauer (2), Rothe (3), Hinz (4), Freudl (3), Löffler (1).


Bietigheimer Zeitung

Freudl macht viel Freude
Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim besiegt Tuspo Obernburg mit 34:30 (19:15)

Das hat Torjäger Robin Haller super hinbekommen: Mit seinem 111. Saisontreffer zum 13:9-Zwischenstand erzielte er beim 34:30-Sieg gegen Tuspo Obernburg das 600. Saisontor für die SG BBM Bietigheim.

An der TSG Friesenheim und an der HR Ortenau ist die SG BBM Bietigheim mit dem verdienten und ungefährdeten Sieg gegen Obernburg in der Tabelle vorbeigezogen und steht vor zwei ganz besonderen Spielen auf Rang vier. Am kommenden Freitag steht das Derby beim TV Bittenfeld auf dem Spielplan, im nächsten Heimspiel am 1. März kommt Tabellenführer Düsseldorf in die Halle Am Viadukt, die am Samstag mit rund 1200 Zuschauern gut besucht war. Nach dem Auswärtssieg in Schwetzingen ist der Mannschaft von Trainer Uwe Rahn auch ein guter Heimspielstart 2009 gelungen.

Ganz stark war am Samstag das Debüt von Neuzugang Pierre Freudl, für den der Auftritt gegen die Mannschaft vom Untermain ein Comeback in der Zweiten Bundesliga war. Trainer Rahn schickte Freudl kurz vor der Pause erstmals aufs Feld. Dort glänzte der Rückraumspieler mit guten Anspielen, war in der Abwehr stark und erzielte zudem mit seinen präzisen Würfen drei Tore. Während Robin Haller sein Trefferkonto mit seinen sieben Toren auf 113 aufstockte und ihm mit seinem 111 Treffer das 600. Saisontor der SG BBM gelang, muss Spielmacher Nico Kibat auf seinen 100. Saisontreffer noch ein paar Tage warten. Kibat war fünfmal erfolgreich, steht jetzt bei 99 Toren.

Die Bietigheimer machten sich den Sieg unnötig schwer, weil sie nach guten Phasen etwas die Konsequenz im Torabschluss und ab und an auch in der Abwehr vermissen ließen und zudem Torhüter Mathias Lenz nicht unbedingt seinen besten Tag erwischt hatte. Bei Tuspo Obernburg war das Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft ziemlich groß. Neben den gestandenen Zweitligaakteuren wie Otto Fetser, Jurai Niznan, Martin Justus und Matthias Conrad hatte Trainer Thorsten Schmid auch einige junge, noch unerfahrene Spieler dabei. Viele ihrer 30 Treffer erzielten die im Spielaufbau eher bedächtig agierenden Gäste aus dem Rückraum, vor allem Niznan, Fetser und Linkshänder Justus fanden mit ihren hammerharten Würfen das Ziel. Viel Licht und einige bärenstarke Aktionen bei Eins-Gegen-Eins-Situationen, aber auch viel Schatten bei flachen oder halbhohen Schüssen wechselten sich bei Obenburgs Torhüter Milos Hacko, der eigentlich zu den Besten der Liga gehört, ab. Vor allem Robin Haller deckte diese Schwächen schonungslos auf und ballerte Hacko vor allem in der Anfangsphase zwei Bälle durch die "Hosenträger". Eine starke erste Halbzeit lieferte bei der SG Patrick Rothe ab, der zweimal den Ball perfekt im Tor versenkte und mit Ballgewinnen in der Abwehr für Gegenstöße sorgte.

In Rückstand lag die SG BBM nur zweimal: beim 0:1 und beim 1:2. Durch einige erfolgreich abgeschlossene Tempogegenstöße sowie Hallers Raffinesse gegen Hacko verschafften sich die Gastgeber einen kleinen Vorsprung von zwei, drei, später vier Treffern, den sie ziemlich konstant das ganze Spiel über beibehielten. Beim 14:9 betrug die Differenz fünf Tore, zur Pause führte die SG BBM mit 19:15. Mehr als die fünf Tore vor der Pause ließen sich die Gäste aber nie abschütteln. Nur näher als bis auf drei Treffer durften sie auch nicht mehr rankommen. Selbst in zweifacher Unterzahl verteidigten die Gastgeber ihren Vorsprung, bauten ihn wieder komplett aus. Gegen Ende der Partie tat sich mit seinen Toren vor allem Christian Heuberger hervor, der sich auch von einer Superaktion von Hacko nicht beeindrucken ließ und den Torwart Sekunden später dafür böse verlud.

Trainer Rahn kam mit geschickten Wechseln im Grunde mit neun Feldspielern aus. Sebastian Sauerland, noch durch einen Virus geschwächt und mit Trainingsrückstand, durfte gar nicht aufs Feld, Philipp Amann, letzte Woche auch erkrankt, nur für ein paar Sekunden. Christian Schäfers Einsatzzeit beschränkte sich auf wenige Minuten.

Statistik

SG BBM Bietigheim: Lenz, Gysin; Haller 7, Amann, Kibat 5/2, Knierim 3, Heuberger 6, Schäfer, Bauer 2, Rothe 3, Hnz 4, Freudl 3, Löffler 1.

Tuspo Obernburg: Hacko; Wilhelm, Schmittner, Schmid, Niznan 7, Conrad 3, Fetser 10/4, Justus 6, Hain 3, Kimmer, Wengerter 1.

Schiedsrichter: Graf/Risch (Merchweiler). Zuschauer: 1200.


Main-Echo

Noch das Beste aus der Notlage gemacht
2. Handball-Bundesliga Obernburger Rumpftruppe in Bietigheim überfordert - Bulk trotz Niederlage zufrieden

Handball Zweite Handball-Bundesliga, Gruppe Süd, Männer: SG Bietigheim - Tuspo Obernburg 34:30 (19:15). - Mit einer Rumpftruppe angetreten, war die Tuspo Obernburg beim Favoriten in Bietigheim überfordert, zog sich aber achtbar aus der Affäre. "Wenn man alles bedenkt, hat sich unsere Mannschaft ein großes Kompliment verdient. Ich bin trotz der Niederlage hochauf zufrieden. Es war Klasse", sagte Claus Bulk, der Sportliche Leiter, nach der Partie.

Nur noch auf der Toilette?
Tobias Milde und Hannes Volk lagen mit Grippe im Bett, Philipp Reuter half beim Sieg des TV Großwallstadt gegen Dormagen mit. Jonas-Philipp Wilhelm erwischte der Magen-Darm-Virus während des Spiels. Er konnte nicht mehr eingesetzt werden und war nur noch auf der Toilette zu finden. Hinzu kam, dass dem Trainer Thorsten Schmid Felix Hain und Christian Schmid im Abschlusstraining fehlten und auch Michael Klimmer nicht trainieren konnte. Als einziger Auswechselspieler blieb der 18-jährige A-Jugendliche Francesco Wengerter. Er musste in seinem ersten Bundesliga-Einsatz über 45 Minuten durchbrummen und machte seine Sache gut.

Zwar war die 1:0-Führung die einzige der Tuspo während 60 Minuten. Doch die Mannschaft gab sich nie geschlagen und hatte ihre Aktivposten in Otto Fetser, Martin Justus und Juraj Niznan. Vor allem Fetser war überall zu finden, wo Not am Mann war.

Am kommenden Wochenende wartet als nächster Gegner der Bergische HC auf die Obernburger. Bis dahin hofft der Coach, dass sich sein Lazarett gelichtet hat und sein Team mit der gleichen Einstellung dem BHC Paroli bieten kann.

Ralf Ludwig ist es nicht
Erfreuliches am Rande: Juraj Niznan hat seinen Vertrag bei der Tuspo um weitere zwei Jahre verlängert. Weniger erfreulich war die Meldung in einer hessischen Zeitung, als neuen Tuspo-Trainer Ralf Ludwig vorzustellen. Claus Bulk war nicht sehr erbaut darüber: "Ich habe nie mit Ralf Ludwig gesprochen oder mich mit ihm getroffen. Es ist völlig aus der Luft gegriffen, dass er Trainer bei uns wird." Der Verein will in den nächsten Tagen den neuen Trainer vorstellen. (mars)

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