Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim gewinnt in Schwetzingen 29:19

oftersheim_sgbbm.jpgLudwigsburger Kreiszeitung

SG BBM startet mit Sieg in die Rückrunde
Oftersheim/Schwetzingen – Besser hätte der Start in die Rückrunde für die SG BBM Bietigheim nicht verlaufen können. Mit dem ungefährdeten 29:19 (13:8)-Sieg ist das Team von Trainer Uwe Rahn auf Platz 6 der 2. Bundesliga vorgerückt.

Die HG Oftersheim/Schwetzingen begann wie erwartet aggressiv, doch die konsequent leitenden Unparteiischen unterbanden die mitunter überharte Gangart mit insgesamt fünf Zeitstrafen. Die wurden von der SG BBM gnadenlos ausgenutzt.

In der Anfangsphase dominierten die Abwehrreihen, nach zehn Minuten notierte die Anzeigentafel gerade mal 4 Tore (2:2) ehe die SG mit sechs Toren in Folge auf 8:2 davonzog. Ein überragender Mathias Lenz, der drei freie Würfe parierte, sorgte dafür, dass seine ehemaligen Teamkollegen zu keinem Torerfolg kamen. In der 2. Hälfte zog die SG BBM unaufhaltsam davon, hatte zeitweilig 14 Tore Vorsprung, ehe sie die Zügel etwas schleifen ließ. Die harmlosen Gastgeber nutzten dies zu einer Ergebniskorrektur. SG-Trainer Uwe Rahn war mit seiner gut funktionierenden 6:0-Deckung zufrieden. Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragten Torhüter Lenz und Chris Heuberger in der Abwehr heraus. Robin Haller knackte mit sieben Toren die 100-Tore-Schallmauer.
SG BBM: Lenz, Gysin; Haller (7), Amann (1), Kibat (6/3), Knieriem (5), Heuberger (1) , Schäfer (1), Bauer (2), Rothe (1), Hinz (1), Löffler (4).

 

Bietigheimer Zeitung

Eine klare Angelegenheit Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim gewinnt in Schwetzingen 29:19

Glänzender Start für die SG BBM Bietigheim ins Punktspieljahr 2009 in der 2. Handball-Bundesliga: Beim Tabellenletzten gewann die Rahn-Truppe in souveräner Manier ungefährdet mit 29:19.

Für die HG Oftersheim/Schwetzingen wird der Kampf um den Ligaerhalt nach der neunten Heimniederlage in dieser Saison immer schwieriger. Nur ein Spiel in eigener Halle hat die HG gewonnen: Mit 31:30 gegen Tuspo Obernburg. Die Hessen sind am kommenden Samstag in der Halle Am Viadukt erster Heimgegner der SG BBM in diesem Jahr. Die hat jetzt nur noch drei Punkte Rückstand auf Platz zwei, kann in den verbleibenden 14 Saisonspielen im Kampf um den Relegationsplatz eine gute Rolle spielen.

Für einige Bietigheimer Akteure war der Auftritt bei der HG Oftersheim/Schwetzingen fast so etwas wie eine Rückkehr in die Heimat. Auf der Trainerbank Bietigheims saß mit Jochen Zürn ein ehemaliger Coach der HG, Trainer Uwe Rahn trainierte viele Jahre das Team der SG Leutershausen, Sebastian Knierim trug letzte Saison noch das Trikot des derzeitigen Tabellenletzten. Zuletzt noch Nico Kibat und Mathias Lenz, beides Akteure die in Friesenheim und in Leutershausen viele Jahre zu den tragenden Kräften dieser Clubs gehörten. Und fast hätte man meinen können, die HG wollte sich von Beginn an als prima Gastgeber präsentieren, denn die SG BBM musste sich nicht sonderlich anstrengen, um in der Schwetzinger Nordstadthalle das Spiel für sich entscheiden zu können. Sieht man einmal von den ersten Spielminuten ab, als beide Teams überhaupt nicht ins Spiel kamen. Zahlreiche technische Unzulänglichkeiten, reihenweise Fehlwürfe - die kaum mehr als 500 Zuschauer waren nicht zu beneiden. Bis zur 10. Spielminute hatten beide Mannschaften erst jeweils zweimal getroffen. Und auch die beiden Unparteiischen hatten sich offensichtlich auf das Anfangsniveau der beiden Teams eingestellt, denn einige Entscheidungen wurden nicht nur von den Schwetzinger Zuschauern mit lauten Pfiffen bedacht.

Nach einer Viertelstunde übernahm jedoch das Bietigheimer Team das Kommando auf dem Parkett. Nico Kibat und Christian Löffler ergriffen die Initiative und brachten die Mitspieler immer wieder in beste Positionen. Allen voran Robin Haller, der von der Abwehr der Gastgeber überhaupt nicht in den Griff zu bekommen war. Plötzlich lagen die Rahn-Schützlinge mit fünf Treffern in Front und auch die Auszeit von Schwetzingens Trainer Eyub Erden brachte keine Verbesserung in der Spielanlage. Da auch Mathias Lenz einen guten Tag hatte, blieben die wenigen Würfe auf sein Tor erfolglos. Zur Pause führte die SG mit 13:8 und befand sich hier schon bereits auf der Siegerstraße. Auch im zweiten Abschnitt änderte sich nichts mehr entscheidend. Knierim kam zu insgesamt fünf Treffern und reihte sich wie alle SGF-Feldspieler in die Torschützenliste ein. Am Ende stand ein klarer und zu keinem Zeitpunkt gefährdeter 29:19-Erfolg.

"Bedingt durch die vielen Zeitstrafen für das Schwetzinger Team hatten wir insbesondere in dieser Phase schnell Vorteile. Das waren aber auch einige zweifelhafte Entscheidungen dabei, die uns sicher nicht schadeten", sagte Uwe Rahn nach dem Spiel. Auch Schwetzingens Trainer Eyub Erden sah in den massiven Zeitstrafen einen Grund für die klare Niederlage: "Ständig spielten wir in Unterzahl. Da war eine konsequente Abwehrarbeit nicht möglich", so der Coach.

Erstmals gab es in der Nordstadthalle nach der Partie eine Dopingkontrolle. Für die HG mussten Keeper Mathias Baur und Mark Zorn ans Reagenzglas. Christian Löffler und Mathias Hinz zögerten die Abfahrt der SG hinaus. pfl

Statistik

HG Oftersheim/ Schwetzingen: Röll, Baur; Dumitru (5), Hundt (4), Heider, Krätz, Scheffzek, Scholl (3), Hubert (2), Zorn (2), Volz (2), Mauer (1), Zellmer, Bogusch.

SG BBM Bietigheim: Lenz, Gysin; Haller (7), Kibat (6), Knierim (5), Löffler (4), Bauer (2), Heuberger (1), Amann (1), Rothe (1), Hinz (1), Schäfer (1).



Schwetzinger Zeitung

HG erneut mit miserabler Wurfausbeute

Die Heimniederlage der HG Oftersheim/Schwetzingen gegen die SG BBM Bietigheim mag vielleicht eingeplant gewesen ein, aber ihr Zustandekommen hat doch wieder für Kopfschütteln gesorgt. Die Karten in diesem Duell, das die Gastgeber mit 19:29 (8:13) deutlich verloren, waren schnell und eindeutig verteilt.

So mögen die Akteure der HG aus der Zwischenvorbereitung mit besserer Kondition herausgekommen sein. Es mag auch vielleicht mehr Struktur im Spiel zu entdecken gewesen sein, doch an einigen Dingen mangelt es weiterhin. Da ist zum einem die miserable Verwertung freier Chancen - so bei Kontern, falls das Umschalten von Abwehr auf Angriff überhaupt schnell genug geschah - und das "blinde" Zusammenspiel, das den Gegnern oft den Ball direkt in die Hände bescherte zum eigenen Tempogegenstoß. HG-Coach Eyub Erden blickte auf die ersten Minuten der Partie zurück: "In dieser Phase haben wir viermal die Möglichkeit frei vor dem Tor gehabt. Das gab einen kleinen Knacks." Es war gleichzeitig auch eine Glanzzeit der beiden Torhüter Mathias Lenz (BBM) und Andras Röll (HG), die dafür sorgten, dass nicht mehr als ein 2:2 in den ersten zehn Minuten heraussprang.

War es zu starke Anspannung, Verkrampfung? Jedenfalls wirkte das Team, das ohne Matthias Polifka (Herzmuskelprobleme) und David Ewald (grippaler Infekt) auflief, stark gehemmt. Permanent rutschte den Akteuren das Wurfgerät durch die Hände, als ob Schmierseife statt Harz in den grünen Töpfchen und somit an den Fingern war. Hinzu kamen nun ständig Zeitstrafen. Insgesamt zehn Minuten bis zur Pause musste die HG mit einem Mann weniger auskommen. Bietigheim hingegen kombinierte sicher, legte erst einmal ein 8:2 (18.) vor. "Wir hatten in der Anfangsphase den Vorteil, dass es doch ein paar zweifelhafte Zwei-Minuten-Strafen gab für Oftersheim/Schwetzingen. Wir haben die sehr konsequent ausgenutzt", war sich SG-Trainer Uwe Rahn der Gründe für den Vorsprung bewusst.

Pleite nicht mehr abzuwenden
Die permanente Bestrafung zog noch eine weitere Konsequenz nach sich. Erden erläutert: "Ich musste die Abwehr umstellen, denn wenn wir weiter 3:2:1 gedeckt hätten, hätten wir am Schluss keinen Spieler mehr auf dem Feld gehabt, weil die Schiedsrichter jede Aktion, die an den Körper ging, mit zwei Minuten bestraften", erläuterte Erden. Die 6:0-Defensive stand zunächst nicht schlecht, doch vorne ging weiterhin der Ball verloren. Mit Kontern stockten die Gäste ihr Konto auf zwölf Treffer plus auf, außerdem kamenzunehmend Christian Löffler und Robin Haller aus der zweiten Reihe zum Zuge. Die Pleite war nun nicht mehr aufzuhalten. "Da war es dann rum", hatte auch Erden erkannt.

Wir haben über das ganze Spiel ein sehr gute 6:0-Deckung gehabt, ich habe auch deshalb relativ wenig gewechselt. Auch der Zehn-Tore-Sieg ist hoch verdient. Man hat vielleicht gesehen, dass wir in der Pausenvorbereitung den Schwerpunkt auf die Deckung gelegt haben", war Bietigheims Trainer Uwe Rahn mit der Leistung im ersten Spiel zufrieden.

Niedergeschlagenheit herrschte hingegen bei Eyub Erden: "Wir sind sehr enttäuscht, weil wir uns mehr erhofft haben. Es war klar, wenn wir gegen Bietigheim überhaupt eine Chance haben wollen, dann müssen wir die Möglichkeiten, die wir uns erarbeiten, auch zu 60, 70 Prozent rein machen. Dann sehen wir das Spiel von der anderen Seite, aber im Handball zählen nun mal die Tore. Heute waren es vielleicht 30 Prozent. Und dann kann man gegen Bietigheimer, die mit Kontern das sofort bestrafen, nicht bestehen."

"Verlängerung" für Baur und Zorn
Für einige Spieler war die Partie zwischen der HG und Bietigheim mit dem Abpfiff noch nicht beendet. Erstmalig in der Bundesliga-Historie von HG und auch Vorläufer TV Schwetzingen gab es in der Nordstadthalle eine Doping-Kontrolle. Torwart Mathias Baur und Neuzugang Mark Zorn musste auf HG-Seite ihr Quantum abgeben, Löffler und Mathias Hinz waren es auf Seiten der Bietigheimer.

HG: Röll, Baur; Hundt (4/1), Dumitru (5), Heider, Hubert (2/2), Krätz, Scheffzek, Volz (2), Zellmer, Bogusch, Zorn (2), Mauer (1), Scholl (3).

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