SG BBM Bietigheim im freien Fall

sgbbm_ortenau.jpgBietigheimer Zeitung

Viele Tore nach Tempogegenstößen
SG BBM Bietigheim verliert gegen die HR Ortenau mit 31:33 (15:14) - Viertes Spiel ohne Sieg


Der Kontakt zur Spitzengruppe ist abgebrochen. Im ersten von zwei Heimspielen gegen Spitzenteams der Liga innerhalb einer Woche hat die SG BBM Bietigheim gegen die HR Ortenau mit 31:33 verloren.
 
Das sehr kampfbetonte, mit hohem Tempo geführte Spitzenspiel der Zweiten Handball-Bundesliga erfüllte die Erwartungen, am Ende gaben die Cleverness, der stärkere Rückraum und die konsequentere Chancenverwertung den Ausschlag für den verdienten Sieg der einen Tick besseren Gäste.


Da beide Mannschaften in der Abwehr lange sehr gute Arbeit verrichteten, fielen viele Treffer nach Tempogegenstößen. Die SG versuchte, das Tempo hoch zu halten, zwangsläufig ergab sich dadurch eine höhere Fehlerquote. Die nutzten die Gäste aus Südbaden eiskalt aus. Hinzu kam, dass sie in engen Spielsituationen in der zweiten Halbzeit Glück hatten mit ihren Distanzwürfen. Für die SG BBM war es das vierte Spiel ohne Sieg bei 1:7 Punkten. Und das nach der tollen Erfolgsserie mit sechs Siegen hintereinander. Am kommenden Samstag (20.00 Uhr) gastiert mit dem TV Hüttenberg eine weitere Spitzenmannschaft in der Halle Am Viadukt.

Nach dem Blitzstart der HRO und einer 4:0-Führung sorgte vor allem Matthias Hinz mit vier Treffern dafür, dass die Gastgeber mit ihrer Aufholjagd erfolgreich waren und beim 7:5 zu einer Zwei-Tore-Führung kamen. Robin Hallers Treffer zum 8:8 war der 500. Saisontreffer der SG BBM. Als wirkungsvoll gegen die gut stehende und sehr aggressiv agierende Deckung der Gäste erwies sich auch Sebastian Sauerland, der mit seinen Hammerwürfen zweimal traf und beim 10:8 und 12:10 jeweils für einen Zwei-Tore-Vorsprung sorgte. Die SG hätte zur Pause höher als nur mit einem Treffer führen können, ja müssen.

In der zweiten Halbzeit hielten die Gastgeber ihren Vorsprung nur bis zum 23:22, danach setzten sich die Gäste vor allem dank ihres Rückraums um den überragenden Danner und den nach nervösem Beginn aufdrehenden Sandro Catak immer mehr durch. Der Ex-Bietigheimer schwang sich zum Spiellenker auf, erzielte insgesamt sieben Treffer. Der Wucht, mit der die robusten Danner, Garbacz oder Glinski aus dem Rückraum agierten, hatte die SG immer weniger entgegenzusetzen. Dennoch bemühte sich die Mannschaft von Trainer Uwe Rahn, das Spiel noch zu drehen, ließ sich in keiner Phase hängen und den Abstand nur einmal höher als auf drei Treffer anwachsen (25:29). Und wie schon nach dem Rückstand anfangs der Partie schien Matthias Hinz sein Team erneut in die Spur zu bringen. Mit zwei Treffern hintereinander verkürzte er den Anstand auf 27:29. Die abgezockte, erfahrene Truppe aus der Ortenau ließ sich aber nicht nervös machen, konterte die Angriffe und Treffer der SG mit eigenen Toren und gewann am Ende verdient.

In der von Kampf geprägten Partie machte das Schiedsrichterduo Schmitt/Kuntz nicht immer einen souveränen Eindruck, sorgte in der ersten Halbzeit mit zu vielen Zeitstrafen für unnötige Hektik in dem ohnehin engen und mit viel Emotionen geführten Spiel. Als schon nach 43 Minuten SG-Spieler Sven Scheerschmidt seine dritte Zeitstrafe kassierte und für ihn damit das Spiel beendet war, fehlte der SG in der Abwehr ein robuster Gegenpart vor allem auch gegen den baumlangen Danner. Sein wohl bestes Spiel im SG-Dress lieferte Patrick Rothe ab, der fünf Treffer erzielte. In der Schlussphase erging es ihm aber wie vielen seiner Mitspieler: er konnte sich gegen die resolute Abwehr immer weniger in Szene setzen. "Gegen Hüttenberg haben wir gegenüber den Zuschauern eine Bringschuld. Zuhause lief es zuletzt nicht so gut", blickte Rothe schon dem Spiel am Samstag entgegen.

Statistik

SG BBM Bietigheim: Lenz, Gysin; Haller 5, Amann, Kibat 5/2, Knierim 1, Heuberger 1, Schäfer 3, Bauer 2, Rothe 5, Hinz 5, Löffler 1, Sauerland 2, Scheerschmidt.

HR Ortenau: Sdunek, Ritschel; Schöngarth 5/1, Garbacz 2, Bitterlich, Stock 1, Temelkov 6/1, Danner 6, Geppert, Catak 7/2, Glinski 3, Valo 3.

Schiedsrichter: Kuntz/Schmitt (Kleinblittersdorf/Marpingen). Zuschauer: 1100.

Siebenmeter: 2/2 - 5/4. Zeitstrafen: 5/6

Rot: Scheerschmidt (SG BBM/43.).


Ludwigsburger Kreiszeitung

SG BBM Bietigheim im freien Fall
Handball-Zweitbundesligist nach 31:33-Niederlage gegen Ottenau im Dezember weiter sieglos

Bietigheim-Bissingen - Handball-Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim kassierte gegen die HR Ottenau beim 31:33 (15:14) eine weitere Niederlage. Vor 1300 Zuschauern hatte die Gäste in der Schlussphase mehr zuzusetzen.

Im Dezember Sind die Bietigheimer damit noch ohne Sieg und rutschten mit 1:7 Punkten in Serie auf den 6. Tabellenplatz ab.
Die SG BBM Bietigheim kam sehr schwer ins SpieL Wie schon beim Testspiel gegen Saudi-Arabien überließ man die Anfangsphase kampflos dem Gegner.
Nach vier Minuten lag man bereits mit 0:4 im Rückstand, jeder Fehler im Angriff wurde dabei mit einem Kontertor bestraft.
Doch nach fünf weiteren Minuten war der verschlafene Start bereits korrigiert; Die Hausherren drehen das Spiel und lagen mit 6:5 in Führung.
Diese gab man dann im ersten Durchgang nicht mehr her, sondern baute sie bis zur 27, Minute beim Zwischenstand von 15:12 sogar auf drei Tore aus. Bis zur Halbzeit konnte der Gast dann aber nich auf 15:14 verkürzen.
Nach der Pause behielten die Bietigheimer zunächst die Oberhand, bis zum 23:23 nach 43 Minuten lag die SG ständig ein oder zwei Tore vorn. Doch dann konnten die Ortenauer noch eine Schippe drauflegen. Vor allem Rückraumschütze Schöngarth und Kreisläufer Danner waren plötzlich nicht mehr in den Griff zu bekommen.
Dies hing auch mit einer unberechtigten Zeitstrafe gegen Sven Scheerschmidt zusammen - seiner dritten, was die rote Karte bedeutete. Er stand der SG-Defensive daher nicht mehr zur Verfügung.

Die Gäste gingen beim 25:29 erstmals mit vier Treffern in Führung. Doch die SG meldete sich nochmal zurück. Mathias Hinz brachte Bietigheim mit zwei Treffern vom Flügel wieder in Schlagdistanz.
Doch das erfahrene HRO-Team ließ sich das Spiel nun nicht mehr aus der Hand nehmen. Unter der Leitung von zwei total überforderten Schiedsrichtern gewannen sie letztlich verdient mit 33:31 Toren.

SG BBM Bietigheim: Lenz, Gysin; Haller (5 Tore), Amann, Kibat (5/2), Knierim (1), Hellberger (1), Schäfer (3), Bauer (2), Scheerschmidt, Rothe (5), Hinz (6), Löffler (1) und Sauerland (2).

 

Bietigheimer Zeitung

Winnen muss seine Karriere beenden
Gerit Winnen war wohl mit der beste Rechtsaußen, der je in Bietigheim Handball gespielt hat. Wegen Verletzung muss er seine Karriere beenden.

Das Spitzenspiel der Zweiten Bundesliga zwischen der SG BBM Bietigheim und der HR Ortenau verfolgte Gerit Winnen unter den Zuschauern am Spielfeldrand stehend. Der ehemalige Rechtsaußen der Extraklasse hat einst für beide Mannschaften gespielt, als die noch andere Namen trugen, zuerst für den TV Willstätt, der heute zur Handballregion Ortenau gehört, dann für die SG Bietigheim/Metterzimmern, die heutige SG BBM Bietigheim. Nach einer überragenden Saison im ersten Zweitligajahr zog sich Winnen in der zweiten Spielzeit für die SG einen Kreuzbandriss zu, den zweiten in seiner Laufbahn. "Das ist ausgeheilt, das wäre kein Problem, das Knie hält", so Winnen am Samstag. Seine Karriere musste er am Ende der vergangenen Saison, in der er noch sporadisch im Einsatz war, aus einem ganz anderen, bislang zumindest öffentlich nicht bekannten Grund beenden, den er erklärt: "Ich hatte im Halswirbelbereich eine Rückenmarksentzündung und dadurch große Probleme im linken Knie. Die Ärzte haben gleich gesagt, dass ich mindestens eineinhalb Jahre nicht spielen kann." Mittlerweile ist die Entzündung abgeklungen und das Knie stabil, Handball spielen wird er nie mehr können, da die Gefahr groß ist, dass bei den speziellen Bewegungen die Probleme im Gelenk wieder auftreten. "Ich hätte hier sehr, sehr gerne weitergespielt", so der sympathische Winnen, der in Bietigheim heimisch geworden und weiterhin im Hause des SG-Sponsors Olymp beschäftigt ist.

"Beide Teams sind sehr gut eingestellt in der Abwehr, deswegen fallen viele Tore über Gegenstöße. Beide versuchen das Tempo hochzuhalten, da passieren eben Fehler", analysierte er auf den Punkt die erste Halbzeit im Spiel seiner beiden ehemaligen Clubs. cp

 

Drucken E-Mail