Wallau fertigt im letzten Heimspiel des Jahres Vierten Bietigheim 38:32 ab

wallau_sgbbm.jpgWiesbadener Kurier

Abschied mit Ausrufezeichen
Wallau fertigt im letzten Heimspiel des Jahres Vierten Bietigheim 38:32 ab
 

Mit einem überzeugenden 38:32 (16:13)-Erfolg über den bisherigen Tabellenvierten SG Bietigheim im letzten Heimspiel des Jahres hat sich Handball-Zweitligist SG Wallau für die beiden jüngsten schwachen Auftritte rehabilitiert. 


Wenn es denn eine Krise war, dann eine im Miniformat. Eine klitzekleine. Und sie war genauso schnell beendet, wie sie begonnen hatte. Mit den wohl beeindruckendsten fünf Minuten dieser Saison. Oder genauer: den wohl beeindruckendsten 213 Sekunden dieser Saison. So lange benötigten die Hausherren nach Wiederbeginn, um die Schwaben schachmatt zu setzen, ihre 16:13-Pausenführung auf 21:13 auszubauen. Die Vorentscheidung.

Symptomatisch für die Vorstellung der Wallauer die Situation in der 35. Minute: Sebastian Linder blockte binnen weniger Sekunden die Würfe von Bietigheims Nico Kibat, Christian Heuberger und Mathias Hinz, bereitete so den Weg für Steffen Fäth, der per Überlaufangriff das 21:13 erzielte. Die 750 Zuschauer (Minusrekord), darunter der langjährige Wallauer Hauptsponsor Harald Scholl, waren komplett aus dem Häuschen. "Das war Selbstbewusstsein pur", urteilte Wallaus Trainer Jörg Schulze. Mindestens genauso beeindruckend: Die Angriffsleistung der Gastgeber. Kaum noch vorstellbar, dass Linder, Fäth und Co. noch acht Tage zuvor gegen Groß-Bieberau gerade mal 19 Treffer zustande gebracht hatten.

Jörg Schulzes Idee war es gewesen, Sebastian Schulz die Spielgestaltung anzuvertrauen. "Wir haben nach Möglichkeiten gesucht, die Leute gezielter einzusetzen", gewährt Schulze Einblick in seine und Mike Fuhrigs Überlegungen. Bislang war der 25-Jährige meist nur in der Abwehr zum Einsatz gekommen. Doch gegen die defensive 6:0-Deckung der Gäste lenkte Schulz wenig spektakulär, aber effektiv das Wallauer Angriffsspiel. "Die Mischung stimmt beim ihm. Er ist sehr eckig in seinen Bewegungen, kann auf engstem Raum Druck machen", sagt Schulze über Schulz.

Noch eine Veränderung hatte das Trainerduo vorgenommen. Gezwungenermaßen. Nachdem die Rhein-Neckar Löwen auf einen Einsatz von Steffen Fäth im Bundesliga-Spiel in Dormagen bestanden hatten. Trotz des klaren 35:23-Erfolges der Löwen saß der 18-Jährige 60 Minuten auf der Bank, trudelte so erst eine halbe Stunde vor Spielbeginn in der Halle am Elsässer Platz ein. So begann Tim Plattner im linken Rückraum, unterstrich erneut, dass er eine echte Alternative im Rückraum ist. Doch an Steffen Fäth kommt derzeit keiner vorbei. Zehn Treffer in einer Dreiviertelstunde, nach Wiederbeginn war der Jungspund von Bietigheims Abwehr überhaupt nicht mehr in den Griff zu bekommen.

Er habe zwischenzeitlich befürchtet, eine richtige Klatsche zu bekommen, gestand später Bietigheims Trainer Uwe Rahn. Davon blieb seine Sieben verschont. Auch, "weil wir noch zu viele Tore über die schnelle Mitte bekommen haben", so Sebastian Schulz, der trotz der Galavorstellung warnt: "Es wird auch in der Zukunft noch den ein oder anderen Rückschlag geben. Die Mannschaft steckt noch in der Entwicklung." Mit ein Grund, warum Jörg Schulze zu dem Schluss kommt: "Derzeit liegt uns die Rolle des Davids einfach mehr."

SG Wallau: Beer, Tillmann; Plattner (5), Schulz (4), Ehrmann, Lorenz (n.e.), Hahn (6), Fäth (10), Zölls, Bonnkirch (4), Linder (5), Garbo, Roßmeier (n.e.), Schimmelbauer (4).

SG BBM Bietigheim: Lenz, Gysin; Rothe, Haller (4), Amann (1), Kibat (11/6), Heuberger, Knieriem (8), Schäfer (2), Bauer (1), Scheerschmidt (2), Hinz (2), Löffler (1), Sauerland.

SR: Gehle/Osebold (Schwelm/Hagen).- Zuschauer: 750.- Zeitstrafen: 3:4.- Siebenmeter: 2/0:6/6.- Spielfilm: 0:1, 3:4, 4:6, 8:6, 11:8, 13:11, 16:13 - 21:13, 23:17, 26:19, 26:22, 30:25, 33:27, 35:29, 38:32.


Ludwigsburger Kreiszeitung

Nach November-Hoch folgt Dezember-Tief


Bietigheim-Bissingen – Bei der SG Wallau gab es für den Handball-Zweitbundesligisten SG BBM Bietigheim nichts zu erben. Nach einer schwachen Vorstellung kassierten die Schwaben eine auch in der Höhe verdiente 38:32 (16:13)-Niederlage. So stark sich das Team im November präsentierte, so schwach nun das bisherige Auftreten im Dezember.

Die SG BBM Bietigheim hat ihren Höhenflug nun erste einmal beendet. Im November wurde kein einziger Punkt abgegeben, mit sechs Siegen in Serie machte man sich auf um die Tabellenspitze mitzuspielen. Doch im Dezember konnte das Team von Uwe Rahn bisher nur einen Punkt von sechs möglichen gewinnen, und das gegen Mannschaften, die hinter der SG platziert sind.
Dabei gelang im Spiel bei der SG Wallau noch ein ganz guter Start. Aus den ersten sieben Angriffen wurden sechs Treffer erzielt. Die löchrige Defensive ließ aber bereits zu diesem Zeitpunkt zu viele einfache Treffer zu, so dass die Hausherren nach sieben Minuten mit der 6:4-Führung der SG noch recht gut bedient waren.
Doch dann lief bei den Schwaben gar nichts mehr zusammen. Die Abwehr hatte ihren Namen nicht verdient und im Angriff verstrickte man sich zunehmend in Einzelaktionen. Darüber hinaus zeigte Wallau deutlich mehr Wille und Einsatz. Bis zum 16:13-Halbzeitstand war für die SG jedoch noch alles drin.
Doch direkt nach dem Wechsel folgte schon die Spielentscheidung. Eine SG BBM im Tiefschlaf kassierte innerhalb von fünf Minuten fünf Treffer, ohne selbst erfolgreich zu sein. Beim 21:13 nach 35 Minuten war das Spiel schon entschieden.
Die Bietigheimer kamen zwar noch mal auf vier Tore ran, doch eine weiterhin löchrige Defensive verhinderte ein mögliche Wende im Spiel. Auch für Trainer Uwe Rahn war es unerklärlich, warum sein Team wieder in die Fehler vom Saisonbeginn zurückgefallen ist.

SG: Lenz, Gysin; Haller (4), Amann (1), Kibat (11/6), Knierim (8), Heuberger (5), Schäfer (2), Bauer (1), Scheer-schmidt (2), Rothe, Hinz (2), Löffler (1), Sauerland.


Bietigheimer Zeitung

"In fünf Minuten alles kaputt gemacht"
SG Bietigheim verliert in Wiesbaden 32:38 (13:16) - Aus 13:16 zur Pause wird schnell 13:21

Handball-Zweitligist SG BBM Bietigheim hat vergangenen Samstag vor rund 900 Zuschauern bei der SG Wallau Massenheim mit 32:38 (13:16) verloren.

"Wir haben uns in fünf Minuten das ganze Spiel kaputt gemacht, hatten gleich nach der Pause einen kollektiven Blackout. Vorne haben wir die Bälle weggeschmissen und sind in einen Gegenstoß nach dem anderen gelaufen", ärgerte sich Bietigheims Trainer Uwe Rahn anschließend über den Knackpunkt der Partie.

Zur Pause lagen die Gäste in der Sporthalle Wiesbaden Elsässer Platz nur mit 13:16 im Hintertreffen. Nicht einmal fünf Minuten nach Wiederanpfiff führte Wallau mit 21:13, der Fisch war gegessen. Bietigheim berappelte sich zwar in Folge wieder und bewies Moral. Näher als vier Treffer (26:22, 30:26, 31:27) kamen Kapitän Philipp Amann und seine Jungs aber nicht mehr heran. "Nach diesen ersten fünf Minuten nach der Pause musste man ja befürchten, wir würden jetzt total auseinanderfallen und eine richtige Klatsche kassieren. Dagegen hat sich die Mannschaft aber wenigstens gewehrt, auch wenn sie sich in dieser Anfangsphase eher ergeben hat", fand Rahn noch etwas Positives an den zweiten 30 Minuten.

Die ersten befand er sogar für "ganz gut". Die SG BBM Bietigheim kam gut rein in die Partie, lag bis zum 4:6 (9.) immer wieder in Führung. Mit vier Treffern in Folge wendeten die Gastgeber aber das Blatt, lagen in der 12. Minute mit 8:6 vorne. Dass Wallau in Folge auch in Front blieb und am Ende der ersten 30 Minuten mit drei Toren führte hatte nach Meinung von Uwe Rahn seine Ursache auch ein wenig in der Leistung der Unparteiischen Tobias Gehle (RE Schwelm)/Stephan Osebold (Eintracht Hagen). "Wir haben in der ersten Hälfte drei Zeitstrafen bekommen. Wallau konnte machen, was es wollte, die haben erst in der zweiten Halbzeit ihre erste Zeitstrafe bekommen. Da wurden wir klar benachteiligt. Aber verloren haben wir das Spiel, wie gesagt, in den ersten fünf Minuten der zweiten Halbzeit."

Mit dieser Niederlage hat die SG BBM nun aus den letzten drei Spielen 1:5 Punkte. Nach zuvor 12:0 in Serie. Mit nunmehr 19:13 Zählern stehen die Rahn-Schützlinge auf Platz fünf, haben dabei immer noch Tuchfühlung zu Platz zwei (Bergischer HC, 22:10), aber auch nur drei Punkte Vorsprung auf Platz elf (TSG Münster, 16:16).

Die letzten zwei Spiele des Jahres 2008 haben es dann in sich, wobei Amann und Co. zwei Mal Heimrecht haben. Am kommenden Samstag, 20 Dezember, gastiert der Tabellenvierte HR Ortenau (21:11) in der Viadukthalle, hier gibt es ein Wiedersehen mit Sandro Catak, vergangene Runde noch in SG-Diensten und einer der Publikumslieblinge in Bietigheim. Eine Woche später (27.12.) kommt der momentan Tabellendritte TV Hüttenberg (22:10) zum Rückrundenauftakt. Nach diesen beiden Partien wird wohl klarer abzusehen sein, wie weit die Reise der SG in dieser Runde nach vorne gehen könnte.

Vor diesen beiden Knüllern spielt die SG aber kommenden Mittwoch (20.00 Uhr) noch in der Schwieberdinger Felsenberghalle gegen die Nationalmannschaft Saudi Arabiens, die sich auf die im Januar anstehende Weltmeisterschaft in Kroatien vorbereitet. Das Ganze für einen guten Zweck. Der D-Jugend-Torhüter des TSV Schwieberdingen liegt an einem tragischen Unfall im Koma.

Statistik

SG Wallau Massenheim: Beer (im Tor), Ehrmann, Schulz (4), Lorenz, Plattner (5), Garbo, Fäth (10), Bonnkirch (4), Zölls, Roßmeier, Linder (5), Schimmelbauer (4), Hahn (6).

SG BBM Bietigheim: Lenz, Gysin (beide im Tor), Haller (4), Amann (1), Kibat (11/6), Knierim (8), Heuberger, Schäfer (2), Bauer (1), Scheerschmidt (2), Rothe, Hinz (2), Löffler (1), Sauerland.

Siebenmeter: 2/0 - 6/6.

Zeitstrafen: 6:8 Minuten.

Schiedsrichter: Tobias Gehle (RE Schwelm)/Stephan Osebold (Eintracht Hagen).

Zuschauer: 900.

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