Pokalaus für die SG BBM Bietigheim nach 34:36-Niederlage gegen Delitzsch

Bietigheimer Zeitung

Hummel eine Klasse für sich
Pokalaus für die SG BBM Bietigheim nach 34:36-Niederlage gegen Delitzsch


Der Traum von einem attraktiven Gegner aus der Handball-Bundesliga in der vierten Pokalrunde bleibt unerfüllt. Gestern verlor die SG BBM Bietigheim gegen den Ligakonkurrenten Delitzsch mit 34:36 (17:18).

Ein Happyend für die SG BBM Bietigheim hatte das Drehbuch des Pokalkrimis zur Frühschoppenzeit nicht vorgesehen. Die Rolle des tragischen Helden spielte Robin Haller. Der hatte acht Tore erzielt, nach rund 15 Minuten für Schwung und viel Bewegung im SG-Spiel gesorgt. Und dann scheiterte er 35 Sekunden vor Schluss beim Stande von 34:35 an der phantastischen Reaktion von Torhüter Gabor Pulay, der sein Team damit wahrscheinlich vor einer Verlängerung bewahrte. Mit dem Treffer von Max Weiß zum 36:34-Endstand Sekunden vor Schluss durften die Sachsen zum zweiten Mal innerhalb von 13 Stunden jubeln. Tags zuvor hatten sie das Zweitligaspiel beim TV Bittenfeld mit 32:21 gewonnen und ihren dritten Sieg in Folge gefeiert. Die zweitägige Dienstreise hat sich gelohnt für das Team von Trainer Jungandreas. Für die SG war es die zweite Niederlage innerhalb von drei Tagen nach dem 23:25 am Freitag in Münster. Nachdem die Pokalakte geschlossen ist, kann sich die Mannschaft von Trainer Uwe Rahn voll auf den Ligenspielbetrieb konzentrieren und daran machen, sich von Spiel zu Spiel aus den hinteren Tabellenregionen zu entfernen. Erste Gelegenheit dafür ist die Partie am Samstag gegen Erlangen.

Im Spiel gegen Delitzsch war die Summe der technischen Fehler, Fehlwürfe, vergebenen Chancen zu groß, um in die vierte Runde des deutschen Pokalwettbewerbs einzuziehen. Dass das Schiedsrichterduo Kuntz/Schmitt nicht immer gleiche Maßstäbe bei der Bewertung der oft hart geführten Duelle anlegte und der SG BBM unverhältnismäßig viele Strafzeiten aufbrummte, erschwerte es den Gastgebern zusätzlich. Die sächsische Concordia wirkte aber auch eingespielter, kompakter und hatte mit Martin Hummel den überragenden Spieler auf dem Feld. Der Führende der Torschützenliste in der Zweiten Liga erzielte gestern 13 Tore, und alle aus dem Spiel heraus.

Bei der SG ist das Vakuum auf der rechten Rückraumseite, das durch die Verletzung von Julian Pflugfelder entstanden ist, einfach zu groß. Dadurch auch bedingte viele Positionswechsel während des Spiels innerhalb der Mannschaft verhinderten zudem ein flüssigeres, harmonisches Kombinationsspiel, das viele Zuschauer gerne gesehen hätten und lautstark anmahnten. Dass der Wille vorhanden und die Moral intakt ist, zeigte sich vor allem in zwei Phasen. Zuerst, als Delitzsch aus einem 6:8-Rückstand eine 12:10-Führung gemacht hatte, die SG BBM danach mit Wucht und drei Toren von Haller dagegenhielt und schließlich beim 14:14 zum Ausgleich kam. Mann der ersten Halbzeit bei der SG war Christian Löffler, der sich in der Liga bislang mit Toren eher zurückgehalten hat. Gegen Delitzsch traf er vor der Pause fünfmal.

Die zweite ganz starke Phase hatte die SG Mitte der zweiten Halbzeit, als aus einem 25:21-Vorsprung der Gäste ein 26:26 wurde und die SG BBM beim 29:28 sogar in Führung ging. Da machte sich dann doch ein Kräfteverschleiß bei den Gästen durch das Spiel Stunden zuvor in Bittenfeld bemerkbar. Auch Martin Hummel, bis dahin genialer Zuspieler und Torschütze, ballerte zweimal die Kugel am SG-Tor vorbei. Maßgeblichen Anteil an dieser starken Phase der Gastgeber hatten Torwart Matthias Lenz, der in der Pause für Matthias Gysin gekommen war und sich mächtig gesteigert hatte, sowie Sebastian Sauerland, der mit seinen unnachahmlichen Würfen vier Treffer erzielte. Doch die SG konnte ihr erreichtes hohes Niveau nicht halten, verfiel wieder in die Fehler, die sich vor allem zu Beginn der zweiten Halbzeit gehäuft hatten. Die kurzzeitige Trefferpause von Hummel kompensierte bei den Gästen der lange Max Weiß, der mehrfach am Kreis in Szene gesetzt wurde und traf.

Das Experiment, sonntags zur Frühschoppenzeit zu spielen, war durchaus erfolgreich. Rund 600 Zuschauer wollten die SG BBM auf dem Weg in die vierte Pokalrunde und zu einem attraktiven Gegner aus der Bundesliga begleiten, waren gleich begeistert, als die SG schon nach wenigen Minuten 4:2 und dann 6:3 vorne lag. Am Ende machte sich Enttäuschung breit.

Statistik

SG BBM Bietigheim: Gysin, Lenz; Amann, Haller 8, Kibat 7/5, Knierim, Heuberger 2, Schäfer 3, Bauer 2, Scheerschmidt, Rothe, Hinz 3, C. Löffler 5, Sauerland 4.

Concordia Delitzsch: Pulay, Röttig; J. Löffler, Meiner 1, Kahlke 1, Streitenberger 2, Hummel 13, Maltsev 3, Eulitz 1, Weiß 4, Dietzmann 2, Riehn 2, Seitle 7, Pietzsch.

Schiedsrichter: Kuntz/Schmitt (Kleinblittersdorf/Marpingen). Zuschauer: 600.

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