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Oberberg Nachrichten

VfL schlägt Aufsteiger Bietigheim

Durch eine Leistungssteigerung nach der Pause, gewann der VfL diese Partie gegen den Aufsteiger auch in dieser Höhe hochverdient. Neben einer erneut starken Moral, machten heute die individuelle Klasse der Einzelspieler und die bessere Bank den Unterschied. Nach teilweise etwas zerfahrenen ersten 30 Minuten, wurde es nach dem Pausentee doch noch ein recht munteres Spielchen. Schnell zeigten die Kurtagic-Schützlinge, wer hier als Sieger vom Platz gehen sollte. Von Gruchalla und Becker schossen zwei schnelle Tore, und die sehr gut gefüllte Halle stand nun Kopf.

Bietigheim kämpfte aber weiter nach Kräften, Tim Dahlhaus und Robin Haller bewiesen ihre Wurfqualitäten, und so richtig sicher konnte sich der VfL auch in den nächsten Minuten nicht sein.

 

Nach einem Doppelpack von Alexander Becker zum 23:18 (40.) zweifelten allerdings nicht mehr viele an einem VfL-Erfolg. Nun merkte man auch nach den vielen Bundesligaspielen der letzten Tage, dass Emir Kurtagic im Gegensatz zu einem Gegenüber personell mehr nachlegen konnte. Matthias Puhle kam zur Pause und stand Carsten Lichtlein ins nichts nach. Magnus Persson ebenfalls, der eine starke Partie im Rückraum bot, und auch Andreas Schröder und Simon Ernst trafen von der Bank. Bietigheim steckte aber nie auf, setzte immer wieder Nadelstiche und erwies sich Jederzeit als würdiger Gegner.

In der Anfangsphase der Partie wirkte der VfL in Anbetracht der Favoritenbürde leicht nervös, Bietigheim präsentierte sich gewohnt kampfstark und entschlossen. Dennoch schossen sich Bult, Kühn und Schindler aus dem Rückraum schon einmal warm. Der starke Halblinke der Gäste Robin Haller hielt sein Team mit vier Toren im Spiel. Eingeleitet von einem Tempogegenstoßtor durch Raul Santos zum 6:5 (14.), zog der VfL dann – begünstigt durch leichte technische Fehler der Gäste – durch einen 4:0-Lauf auf 9:5 davon. Sicherheit gab diese Führung allerdings nicht. Nun produzierten auch die Hausherren leichteste Fehler im Angriff und ließen den Aufsteiger wieder auf einen Treffer herankommen. Erst ein Gewaltwurf des nun starken Julius Kühn und eine Überzahlsituation, die 2:0 gewonnen wurde, sorgten wieder für eine beruhigende 14:10-Führung. Mehr wurde es allerdings nicht mehr, und der kampfstarke Gast blieb zunächst im Spiel.

VfL Gummersbach: Carsten Lichtlein (1. HZ und bei einem Siebenmeter, 8 Paraden), Matthias Puhle (2. HZ, 7 Paraden), Simon Ernst (1), Christoph Schindler (3), Julius Kühn (6), Magnus Persson (4), Joakim Larsson, Gunnar Stein Jonsson (1), Srdjan Predragovic , Florian von Gruchalla (5), Mark Bult (1), Alexander Becker (3), Andreas Schröder (2), Raul Santos (9/3).

SG BBM Bietigheim: Jan Kulhanek (1. HZ, 3 Paraden), Mihailo Radovanovic (2. HZ und bei einem Siebenmeter, 9 Paraden); Robin Haller (8), Patrick Rentschler, Dominik Schmid (5), Tim Dahlhaus (6), Christian Schäfer (3/3), Andreas Blodig (2), Paco Barthe, Jonathan Scholz (2), Marco Rentschler, Julius Emrich (3), Andre Lohrbach.

Schiedsrichter: Matthias Brauer/Kay Holm.

Zeitstrafen: 6:8 (Persson, Larsson, Becker / Haller, Lohrbach – zweimal, Dahlhaus)

Siebenmeter: 3:3 – 3:3

Zuschauer: 3.078.

Spielfilm: 4:4 (9.), 9:5 (16.), 11:10 (23.), 14:10 (27.), 16:13 – 20:14 (34.), 21:18 (38.), 24:19 (41.), 27:21 (44.), 30:24 (48.),

Stimmen zum Spiel:

Hartmut Mayerhoffer (Trainer SG BBM Bietigheim): „Ich bin nicht zufrieden mit unserer Leistung. So kann man in Gummersbach nichts holen. Vor allem die Abwehrleistung entspricht nicht unseren und meinen Ansprüchen, und auch im Angriff haben wir zu viele leichte Fehler gemacht. Die leichten Tore durch Gegenstöße, die wir dem VfL ermöglicht haben, fehlten uns. Insofern war die Niederlage auch in der Höhe verdient.“

Emir Kurtagic (Trainer VfL Gummersbach): „Kompliment an meine Mannschaft und den Kader. Trotz der Belastung der letzten Woche, konnten wir das Tempo heute sehr hoch halten. Unser großer Vorteil war, dass wir unter der Woche einige Spieler teilweise schonen konnten, die heute frisch ins Spiel kamen und vielleicht den Unterschied ausgemacht haben. An einigen Fehlern in der Abwehr müssen wir sicherlich arbeiten, aber dafür haben wir jetzt ja etwas mehr Zeit.“

Timo Schön (Manager SG BBM Bietigheim): „Gummersbach war die bessere Mannschaft. Wir haben heute nicht die Leistung gebracht, die man benötigt, um hier etwas zu holen. Wir müssen uns wieder steigern, die Fehler abstellen und unsere Punkte woanders holen.“

Frank Flatten (Manager VfL Gummersbach): „Wir sind sehr froh, dass wir nach den beiden guten, aber punktlosen Spielen, diese Partie gewonnen haben. Die Belastung der letzten Tage war sehr hoch. Wir müssen uns jetzt regenerieren und uns dann gut auf das Spiel in Erlangen vorbereiten.“

Ludwigsburger Kreiszeitung
SG fehlt am Ende die Konstanz

Erstliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim muss in der Handball-Bundesliga weiter auf den ersten Auswärtspunkt warten. Beim VfL Gummersbach unterlag der Neuling mit 29:35 (13:16).

„Ich bin nicht zufrieden mit unserer Leistung. So kann man in Gummersbach nichts holen“, lautete das knallharte Fazit von SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer. Bei seiner Spielanalyse verschwieg der 45-jährige allerdings, dass ihm mit Spielmacher Timo Salzer und Rückraum-Ass Hannes Lindt (verletzt) zwei Leistungsträger fehlten. Salzer tauschte am Samstagmorgen Platz im Bus mit dem Kreißsaal im Bietigheimer Krankenhaus, wo seine Frau Nachwuchs erwartete.

Trotz dieses Handicaps zeigte die SG zu Beginn wenig Respekt vor dem ruhmreichen VfL. Ehe sich Nationaltorwart Carsten Lichtlein versah, hatte ihm SG-Torjäger Robin Haller vier Bälle zum 4:4-Gleichstand in die Maschen gejagt (9.Minute). Geburtstagskind Jonathan Scholz verkürzte den zwischenzeitlichen Drei-Tore-Rückstand von Linksaußen auf 10:11 (24.). Erst als Haller eine Zeitstrafe kassierte, konnten sich die Oberbergischen auf 16:12 absetzen.

„Im zweiten Abschnitt haben wir zu viele Tore aus neun Meter kassiert“ kritisierte Mayerhoffer seine Abwehr, die nicht mehr entschlossen genug zupackte. Weil sich sein Team zudem im Angriff unvorbereitete Würfe nahm, enteilten die Gastgeber, angetrieben von 3078 Fans in der Schwalbe-Arena, auf 20:15 (35.)

SG bleibt lange auf Tuchfühlung

Bis zum 18:21 (38.) durch Linkshänder Dahlhaus blieben die Ellentäler auf Tuchfühlung, doch VfL-Kreisläufer Alexander Becker beendete mit einem Doppelschlag zum 23:18 die aufkeimenden Hoffnung der Gäste. Während Gummersbach immer wieder mit seinen flinken Außenstürmern Raul Santos (9 Tore) und van Gruchalla (5) Nadelstiche setzten, gingen die sonst so treffsicheren Außen der SG, Andre Lohrbach und Marco Rentschler, diesmal leer aus.

„Uns fehlt die Konstanz. Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir unsere Leistung über 60 Minuten abrufen“ nannte SG-Coach Mayerhoffer den Grund, warum seine Mannschaft trotz großem Einsatz am Ende mit leeren Händen dastand.

SG BBM: Kulhanek, Radovanovic; Haller (8), Dahlhaus (6), Emrich (4), Schmid (4), Schäfer (3/3), Blodig (2), Scholz (2), Patrick Rentschler, Barthe, Marco Rentschler, Lohrbach.

Vfl Gummersbach: Lichtlein, Puhle; Santos (9/3), Kühn (6), van Gruchalla (5), Persson (4), Schindler (3), Becker (3), Schröder (2), Ernst (1), Jonsson (1), Bult (1).

Bietigheimer Zeitung
SG BBM macht es Gummersbach zu leicht

Mit einem 35:29-Sieg gegen den Erstliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim endete für die Handballer des VfL Gummersbach eine kräfteraubende Woche mehr als versöhnlich. SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer bemängelte die schwache Abwehrleistung seines Teams.

Nach der unglücklichen Niederlage gegen Berlin und einer ansehnlichen Leistung gegen die Rhein-Neckar-Löwen bot das Bundesliga-Heimspiel gegen die SG BBM Bietigheim für den VfL Gummersbach die Chance, zwei weitere Punkte auf der Habenseite zu verbuchen. Und die nutzte der VfL konsequent, wenn auch nicht in der ersten Hälfte. Zu viele technische Fehler, Fehlwürfe und eine nicht immer beharrlich deckende Defensive machten den Gegner stark. Vor allem Robin Haller und später auch Dominik Schmid oder Tim Dahlhaus trafen jeweils mehrfach in den Gummersbacher Kasten. Hier verhinderten der deutsche Nationalkeeper Carsten Lichtlein in den ersten 30 Minuten mit acht Paraden und Matthias Puhle (7) in der zweiten Hälfte, dass Bietigheim auf Schlagweite kommen konnte. Wenn das Spiel des VfL bisweilen auch etwas pomadig wirkte, hatte man nie den Eindruck, dass der Aufsteiger in der Schwalbe-Arena einen Punkt würde erringen können.

Nach einem Start auf Augenhöhe - 5:5 hieß es nach elf Minuten - konnte sich der VfL mit einem kurzen Zwischenspurt und Toren von Raul Santos, Florian von Gruchalla, Christoph Schindler und Julius Kühn auf 9:5 absetzen. Kühn leistete sich zwar einige Fehlwürfe, brillierte aber auf der anderen Seite mit Sprungwürfen aus bis zu zehn Metern Distanz, die absolut sehenswert waren. Am Ende standen sechs Treffer auf seinem Konto. Mit viel Selbstbewusstsein wird er nun zur Nationalmannschaft reisen. Neunmal traf Raul Santos und war damit erneut bester VfL-Schütze. Am Rande der Begegnung war zu hören, dass der VfL bereits jetzt gerne mit dem Österreicher verlängern würde, doch der junge Spieler habe sich bisher dazu noch nicht geäußert, hieß es.

In den zweiten 30 Minuten kamen die Gastgeber zusehends auf die Siegerstraße, und beim 23:18 durch Kreisläufer Alexander Becker (39.) war das Ding in trockenen Tüchern. Szenenapplaus gab es für einen langen Pass von Matthias Puhle auf Florian von Gruchalla, der mit Tempogegenstoß auf 27:21 vorlegte. Magnus Persson bediente wenig später mit einem langen Ball den flinken Raul Santos, der das 30:24 markierte. Diese Szenen wollen die Gummersbacher Fans sehen, die sich auch prompt mit lautstarker Unterstützung bei der Mannschaft bedankten.

Bietigheims Trainer Hartmut Mayerhoffer sagte, dass seine Mannschaft es dem VfL zu leicht gemacht habe. Die SG BBM habe nie die Abwehrleistung gebracht, die nötig gewesen wäre, den VfL in Bedrängnis zu bringen. Ein dickes Lob fürs VfL-Team gabs auch von Emir Kurtagic: "Die Mannschaft hat in dieser Woche sehr gut gearbeitet." Der VfL habe das Tempo 60 Minuten lang hoch halten können. Glücklich war auch Manager Frank Flatten. "Ich bin sehr zufrieden, dass wir zwei Punkte holen konnten. Auf diesen homogenen Kader können wir nun aufbauen", sagte er. In den beiden spielfreien Wochen gelte es, die Kräfte zu bündeln. "Wenn wir dann noch im nächsten Spiel gegen Erlangen zwei weitere Punkte holen, haben wir einen wirklich sehr guten Saisonstart hingelegt."