default_mobilelogo

mwo 1288 20140828 1292284972
Ludwigsburger Kreiszeitung
Vizemeister zu stark für Bietigheim

Nach einer großartigen ersten Halbzeit, die die Bietigheimer Handballer mit einer 11:10-Führung beendeten, bekam der Bundesliga-Aufsteiger die Stärke des deutschen Vizemeisters zu spüren. Die Rhein-Neckar Löwen schossen einen standesgemäßen 32:22-Erfolg heraus.

Die SG BBM droht in ihrer ersten Woche in der deutschen Eliteliga leer auszugehen, denn am kommenden Sonntag steht die Reise zum Kiel-Bezwinger Lemgo auf dem Programm. Gestern trauten die 4278 Zuschauer in der Ege Trans-Arena zunächst ihren Augen nicht. Nicht wie erwartet der Gast lag ständig in Führung, sondern der rotzfreche Neuling Bietigheim legte immer wieder vor.

 

Während beim Favoriten noch nicht alles rund lief, erarbeiteten sich die Schützlinge von SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer mit konzentrierter Abwehrarbeit ihre Chancen für schnelle Gegenstöße. Keeper Jan Kulhanek glänzte mit einem halben Dutzend erstklassiger Paraden.

Ohne Angst vor großen Namen suchte die SG im Angriff die Lücke zum Wurf. Marco Rentschler (3.) sorgte in der 3. Minute erstmals für Torjubel, sein Bruder Patrick (6.) ließ das 2:1 folgen. Tim Dahlhaus hämmerte dem Weltklassekeeper Niklas Landin das 3:2 um die Ohren und Robin Haller nutzte einen Tempogegenstoß, von Timo Salzer bedient, zum 4:3.

Allerdings packte Bietigheims Deckung bisweilen zu heftig zu, was Siebenmeter und Zeitstrafen nach sich zog. Nationalspieler Uwe Gensheimer blieb an der Linie ganz cool und verwandelte souverän. In der 16. Minute legte die SG sogar zwei Treffer vor. Andre Lohrbach versenkte auf der Gegenseite einen Siebenmeter zum 5:3. Heiße Feierstimmung in der Eis-Arena!

Auch das tolle Geschoss von Salzer zum 6:4 (19.) begeisterte die Fans. Beim 6:6 (20.) schafften die Löwen zwar erstmals wieder den Gleichstand, aber Patrick Rentschler und Haller setzten sich am Kreis glänzend durch (8:7/23.). Völlig überraschend tauchte dann Julius Emrich, den eine Angina vergangene Woche flach gelegt hatte, auf dem Parkett auf – prompt erzielte der Neuzugang das 9:8 (27.). Lohrbachs eiskalt verwerteter Strafwurf bedeutete sogar das 10:8. Als der kleine Andre Blodig die Löwen narrte, stand die Halle kopf. Bietigheim nahm einen 11:10-Vorsprung mit in die Pause, aber es war klar, dass es so nicht weitergehen würde.

Recht schnell rückte der Favorit die Kräfteverhältnisse wieder gerade. Die Löwen packten in der Deckung fester zu. Linksaußen Gensheimer (11/4) und sein Pendant auf der rechten Seite, Patrick Groetzki (5), waren nun nicht mehr zu bremsen. In der 37. Minute führte Mannheim mit 16:13 und konterte nun seinerseits erfolgreich.

SG BBM: Haller (3), P. Rentschler (3), Salzer (1), Dahlhaus (3), Schäfer, Blodig (1), Barthe, M. Rentschler (5), Boschen, Lohrbach (4/2), Emrich (2).

Bietigheimer Zeitung
SG BBM Bietigheim: Die Löwen beißen kräftig zurück

Nach 30 Minuten lag in der Bietigheimer EgeTrans Arena eine Sensation in der Luft. Bei der Saison-Heimpremiere in der Handball-Bundesliga führte die SG BBM Bietigheim gegen die Rhein-Neckar Löwen mit 11:10. Am Ende aber gewannen die Gäste noch mit 32:22.

Marco Rentschler erzielte im ersten Heimspiel der SG BBM Bietigheim in der Handball-Bundesliga vor 4378 Zuschauern in der EgeTrans Arena gegen den deutschen Vizemeister Rhein-Neckar Löwen das erste und das letzte Tor der Partie. Das 1:0 in der dritten Minute weckte Hoffnungen, die der Aufsteiger in der ersten Halbzeit mehr als erfüllte. Rentschlers vierter Treffer markierte Sekunden vor dem Schlusspfiff den 22:32-Endstand. Standesgemäß, denn ein solches Ergebnis lag im Grunde nahe.

Nicht allerdings für die SG BBM Bietigheim, die in der ersten Halbzeit mit einer taktischen Glanzleistung und einer höchst disziplinierten Vorstellung die hoch gehandelten Rhein-Neckar Löwen zähmte und nur zehn Gegentreffer zuließ. Mehrfach hatten die in der Abwehr zupackenden Bietigheimer bei ihren Angriffen eine höhere Führung auf der Hand. Drei Latten- und Pfostentreffer sowie vier vergebene Eins-gegen-eins-Situationen gegen Torhüter Niklas Landin verzeichneten die Bietigheimer. Landin kam am Ende auf 16 Paraden.

Der Aufsteiger stemmte sich von der ersten Minute an gegen die Angriffswucht der Gäste aus Mannheim, machte die Außen gut zu und beschäftigte auch die Abwehr der Rhein-Neckar Löwen mehr, als denen lieb war. In Rückstand geriet Bietigheim während der ersten 30 Minuten nicht. Erstmals zwei Tore vorne waren sie durch André Lohrbachs verwandelten Siebenmeter zum 5:3. Zwei Tore waren es auch beim 10:8. Die Gastgeber erzielten vor den begeisterten Zuschauern einige tolle Tore. So Timo Salzer, als er aus dem Handgelenk ansatzlos abzog und Landin zum 6:5 bezwang. Sensationell war die Rettungstat von Lohrbach am eigenen Kreis, als er den Ball per Rückhand erwischte und ihn auf Robin Haller beförderte, der den schnellen Gegenstoß humorlos mit einem Tor abschloss. Düpiert vorgekommen sein muss sich Schlussmann Landin, als ihm Andreas Blodig den Ball ins kurze Eck jagte. Die Rhein-Neckar Löwen bekamen lange keinen rechten Zugriff, nährten sich vor allem von den verwandelten Siebenmetern von Uwe Gensheimer.

Das änderte sich mit Beginn der zweiten Halbzeit. Da bissen die Gäste kräftig zurück und spielten streckenweise ihre Klasse aus. Kurz bevor die Torejagd der Löwen begann, mussten sie aber eine Schrecksekunde überstehen. Haller hatte den Ball mit Brachialgewalt an die Unterkante des Mannheimer Tores geknallt. Ein paar Millimeter Glück fehlten zum 12:10. So aber glichen die Gäste aus und erspielten sich mit schnellen Angriffen gegen in der Offensive nachlassende und in der Abwehr nachlässige Bietigheimer klare Vorteile. Da machte sich dann doch der Verlust etlicher potenzieller Stammkräfte bemerkbar. Wie wertvoll Julius Emrich für das Team ist, bewies er bei seinen Kurzeinsätzen, die ihm seine gerade überstandene Krankheit erlaubte.

Mit dem 20:15 war die Partie im Grunde entschieden. Bietigheim kam zwar nochmals auf 17:21 heran, mehr ließen die Löwen aber nicht mehr zu und feierten am Ende einen 32:22-Sieg.

Rund ums Spiel

 Zu hohe Niederlage Hartmut Mayerhofer, Trainer SG BBM Bietigheim, meinte: "Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, sie hat sehr gut gespielt und es in der ersten Halbzeit den Rhein-Neckar Löwen sehr schwer gemacht. In der zweiten Halbzeit haben die Gäste viele Ballverluste bei uns provoziert. Meine Mannschaft ist dann auch müde geworden. Die Niederlage ist zu hoch ausgefallen. Es ist auch schwer mit unseren vielen Verletzten. Und die Rhein-Neckar Löwen sind eine der ersten Nummern im Welt-Handball."

Lernphase Nikolaj Jacobsen, Trainer Rhein-Neckar Löwen, analysierte die Partie so: "Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden. Sie wie in der zweiten Halbzeit müssen wir 60 Minuten spielen. Aber es ist auch noch früh in der Saison. Wir lernen von Spiel zu Spiel."

Disziplin Timo Salzer, Spieler der von SG BBM, war von der Kulisse angetan: "Es war geil hier zu spielen. In der ersten Halbzeit haben wir das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Wir hatten eine gute Abwehr, waren vorne diszipliniert und hatten kaum Ballverluste. In der zweiten Hälfte waren wir nicht mehr so diszipliniert."

Promis Bei der Bundesliga-Premiere der SG BBM in der EgeTrans Arena waren etliche Promis unter den über 4000 Besuchern. So die komplette Band Pur um Hartmut Engler, von den Steelers die Spieler Justin Kelly und Rene Schoofs.

Optimist "Wir geben das Ding noch nicht auf", rief Hallensprecher Michael Kloiber sieben Minuten vor Spielende beim Stand von 28:20 für die Rhein-Neckar Löwen ins Mikrofon. Kloiber bewältigte seinen schwierigen Part in der großen Arena wie immer sympathisch und professionell.

Bande Ganze Arbeit geleistet hat das Team, das am Dienstagabend aus der Eisarena eine Handballarena gezaubert hat. Besonders positiv von den Besuchern aufgenommen wurde, dass auch die Verglasung über der Rundumbande abmontiert wurde.

Ausfall Länger als erhofft wird Christian Heuberger (Ellbogenverletzjng) ausfallen. Der Kapitän der SG BBM hat im Training einen neuerlichen einen Rückschlag erlitten. Im nächsten Heimspiel am 6. September rechnet Trainer Hartmut Mayerhoffer dagegen wieder mit Hannes Lindt.

morgenweb.de - Mannheimer Morgen
Wenig Glanz – aber starker Schlussspurt

Viel Kampf, noch mehr Krampf. Schon wieder. Immerhin gab es aber erneut zwei Punkte. Die Rhein-Neckar Löwen haben in der Handball-Bundesliga auch ihr zweites Saisonspiel gewonnen, wussten aber bei der SG BBM Bietigheim-Bissingen nicht zu überzeugen. Nach enttäuschender erster Halbzeit steigerten sich die Gelbhemden nach dem Seitenwechsel und gewannen beim Neuling mit 32:22 (10:11).    

"In der ersten Halbzeit haben wir nicht genug investiert , um ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Es war vor dem Seitenwechsel alles ohne Herz und ohne Kopf, danach haben wir alles richtig gemacht. Aber so hätte ich das gerne über 60 Minuten", sagte Trainer Nikolaj Jacobsen.

Im Angriffsspiel knüpften die Löwen vor 4378 Zuschauern an den schwachen Heimspiel-Auftakt gegen den SC Magdeburg an. Viel zu behäbig und uninspiriert agierte der Vize-Meister in der Offensive. Nach Ballverlust von Alexander Petersson ging der Aufsteiger gleich 1:0 in Führung und wurde von Minute zu Minute frecher. Die Bietigheimer spürten, dass gegen diese harmlosen - phasenweise sogar einfallslosen - Gelbhemden etwas drin ist.

Die Badener quälten sich durch die Partie, hatten beim 3:3 erstmals die Chance, in Führung zu gehen. Doch wieder schenkte Petersson den Ball her. Der Isländer ist eigentlich als "Mr. Zuverlässig" bekannt, doch gestern lief beim Linkshänder zunächst wenig zusammen. Früh schickte Trainer Nikolaj Jacobsen deshalb Harald Reinkind auf die Platte, doch die Probleme blieben.

Nach einer Viertelstunde führte der Neuling mit 5:3. Unglaublich, aber wahr: Dem Vizemeister gelangen in 15 Minuten wirklich nur drei Treffer. Das ist nicht nur schwach, das ist indiskutabel. Und hätte Niklas Landin nicht gleich mehrfach in höchster Not gerettet, wäre der Rückstand noch größer gewesen.

In Überzahl nahmen die Gelbhemden erst einmal das 4:6 (19.) hin, beim 8:8 (24.) war mit viel Qual und Kampf der Ausgleich hergestellt. Jetzt hätte sich sogar die Möglichkeit geboten, endlich das erste Mal in Führung zu gehen. Wieder waren die Badener ein Mann mehr auf dem Feld - ein Zustand, der allerdings nicht von Dauer sein sollte. Andy Schmid betrat zu früh das Spielfeld, Wechselfehler, Zeitstrafe, Ballbesitz Bietigheim. Dieser Fauxpas war fraglos bezeichnend für den enttäuschenden Auftritt des Vize-Meisters, bei dem das Katastrophen-Karussell richtig Fahrt aufgenommen hatte. Mit dem 10:11-Rückstand zur Pause waren die Löwen noch gut bedient.

Deutlich zielstrebiger trat die Jacobsen-Sieben nach dem Seitenwechsel auf. Jetzt stand auch Petersson wieder auf der Platte - und der Isländer hatte offenbar alles verdrängt, was ihm vorher nicht gelungen war. Er besorgte beim 12:11 (33.) die erste Führung für die Löwen, die jetzt immer wieder zu Ballgewinnen in der Abwehr kamen und auf 16:13 (38.) erhöhten. Auch im Positionsangriff fand der Vize-Meister jetzt immer wieder Lösungen. Das 20:15 (42.) verschaffte erst einmal ein wenig Luft, die Badener gewannen mehr und mehr die Spielkontrolle, spielten sich frei und kamen zu vielen Gegenstoßtreffern - ohne dabei restlos zu überzeugen. Letztendlich erfüllten sie die Pflicht. Mehr aber auch nicht. "Wir sind in der ersten Halbzeit nicht aus dem Quark gekommen", ärgerte sich Gensheimer: "Ich bin froh, dass der zweite Durchgang besser war als der erste."