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Ludwigsburger Kreiszeitung Kein Bus da - aber Oßweil beweist erneut tolle Moral
Knappe 27:28-Niederlage in Oftersheim Ludwigsburg - (khu) Die Anreise musste mit Privat-PKWs organisiert werden, aber im letzten Auswärtsspiel der Saison lieferte Handball-Zweitbundesligist TSG Oßweil trotz der 27:28 (11:17)-Niederlage bei der HG Oftersheim/Schwetzingen erneut eine professionelle Vorstellung ab. Nur aus der LKZ erfuhren Spieler und Trainer am Samstag, dass die TSG Ludwigsburg-Oßweil GmbH & Co. KG Insolvenz beantragt hat. Ein Bus für die Fahrt zum Auswärtsspiel stand nicht zur Verfügung, also wurde die Anreise kurzerhand auf eigene Kosten in Angriff genommen. „Obwohl wir schon länger keine vernünftige Basis für Leistungssport vorfinden, liefert meine Mannschaft eine Riesen-Leistung ab", zog Trainer Jochen Zürn den Hut.
Allerdings galt das Lob nicht für die erste Halbzeit, die Zürn als „desolat und enttäuschend" bezeichnete. Oßweil fand überhaupt nicht ins Spiel und steuerte beim 11:17-Halbzeitrückstand einer deutlichen Niederlage entgegen. Doch Zürn appellierte in der Pause an den Charakter seiner Truppe und nahm Umstellungen vor, die Wirkung zeigten. Neben  Kapitän  Ingo  Meckes wurde mit Markus Becker ein zweiter Kreisläufer aufgeboten, zudem ging ein Ruck durch die Mannschaft. „Kampf, Wille, Moral - alles war da", zeigte sich Oß-weils Coach beeindruckt.
Die Blauen, die kurzfristig auch noch auf den verletzten Torhüter Thomas Schweizer verzichten mussten, variierten nun das Tempo, spielten ihre Angriffe geduldig aus und holten Tor um Tor auf. Entscheidend war zudem, dass sowohl Meckes als auch Becker in der Abwehr glänzende Arbeit verrichteten. Drei Minuten vor Schluss hatte die TSG beim 26:27 den Anschluss wiederhergestellt, doch der verdiente Lohn blieb aus. Zürn: „Am Ende hatten wir etwas Pech und haben noch ein abgefälschtes Tor bekommen."
Trotz der siebten Niederlage in Folge konnte Oßweil hoch erhobenen Hauptes die Heimreise antreten und hofft nun, seinen Fans zum Saisonfinale am Samstag gegen Schlusslicht TSG Groß-Bieberau (19.30 Uhr, Rundsporthalle) noch einmal ein Erfolgserlebnis bieten zu können, bevor das Kapitel TSG Oßweil (vorerst) beendet wird. TSG Oßweil: Gysin; Burkhart, Catak (1 Tor), Huth (7/4), Becker (4), Pfahl (2), Meckes (3), Löffler (7/2),Knierim(3),Jung.
Löffler und Gysin offenbar mit SG Bietigheim einig
TSG-Trainer Zürn im Gespräch mit Zweitligist Ludwigsburg - (khu) Die TSG Oßweil tritt künftig in der 2. Bundesliga Süd gemeinsam mit dem TV Kornwestheim als Spielgemeinschaft Handball Regio Ludwigsburg an - doch viele Spieler wird die TSG wohl nicht mit in die Handball-Ehe einbringen.
Nach derzeitigem Stand ist es nur Rechtsaußen Sebastian Knierim, der auch in der nächsten Runde die Ludwigsburger Rundsporthalle als Heimspielort betrachten kann. TSG-Kapitän Ingo Meckes und Adrian Pfahl haben bereits bei Bayer Dormagen unterschrieben und dürfen noch auf den Erstliga-Aufstieg ihres künftigen Clubs hoffen.
Christian Löffler ist sich offenbar ebenso wie Torhüter Matthias Gysin mit Nachbar SG Bietig-heim-Metterzimmern einig.
Seine Karriere beenden wird der 31 Jahre alte Linksaußen Marco Huth.
Auf der Suche nach einem neuen Verein ist derzeit TSG-Coach Jochen Zürn, der gestern „Gespräche mit einem Zweitbundesligisten" bestätigte.