Bietigheim brennt Feuerwerk ab

Bietigheimer Zeitung
Auf dem Aufstiegskurs

Die SG BBM Bietigheim hat einen Riesenschritt zum Aufstieg in die erste Handball-Bundesliga gemacht. Der Zweitligist gewann das Spitzenspiel beim Tabellenführer TSG Friesenheim mit 26:24 (13:12) und steht nun auf dem dritten Tabellenplatz.

Selbst von Hiobsbotschaften lassen sich die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim nicht beeindrucken. Im Gegenteil - sie scheinen das Team sogar noch enger zusammenzuschweißen. Im Laufe des gestrigen Tages stellte sich heraus, dass Tim Coors beim 30:28-Sieg in Leipzig am vergangenen Wochenende einen Basisbruch der linken Mittelhand erlitten hat und für den Rest der Saison ausfällt. Nach Christian Heuberger, Hannes Lindt und Christian Schäfer ist Coors der vierte Langzeitverletzte und vor allem der dritte Linkshänder, der dem Team in dieser Saison nicht mehr zur Verfügung steht. Doch trotz dieses erneuten Rückschlags feierte die Mannschaft von Trainer Hartmut Mayerhoffer gestern Abend einen 26:24-Überraschungserfolg beim Tabellenführer TSG Friesenheim, der zuvor 19:1 Punkte aus den letzten zehn Saisonspielen geholt hatte. "Die Mannschaft hat zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen am Limit gespielt", lobte SG-Coach Mayerhoffer seinem Team.

Zu Beginn begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Friesenheim hatte den etwas besseren Start und lag nach vier Minuten mit 3:1 vorne. Nach neun Minuten sorgte Marco Rentschler beim 4:5 für die erste Führung der Gäste. Danach konnte sich keine Mannschaft mehr entscheidend absetzen, beide Teams lagen jeweils abwechselnd mit einem Treffer vorne. "Unser Plan war, so lange wie möglich an Friesenheim dranzubleiben in der Hoffnung, dass dann ihr Selbstbewusstsein angekratzt wird", erklärte Bietigheims Trainer Hartmut Mayerhoffer. Kurz vor der Halbzeitsirene schien es so, als könne die SG BBM sogar eine Zwei-Tore-Führung in die Pause mitnehmen, als Andreas Blodig zum 11:13 traf. Doch nach einer Zeitstrafe gegen Thorsten Salzer verkürzte Marco Hauk für die Gastgeber noch auf 12:13.

Auch nach dem Seitenwechsel wogte das Spiel hin und her und blieb bis zur 40. Minute (16:16) ausgeglichen. Bis zur 49. Minute gelang dem Mayerhoffer-Team dann jedoch ein 5:1-Lauf zu einer 17:22-Führung. "In dieser Phase haben wir eine unheimlich stabile Abwehr und dahinter einen bärenstarken Jan Kulhanek im Tor gehabt", erklärte der SG-Trainer. Auch eine Auszeit der TSG Friesenheim beim Stand von 16:19 (45.) konnte den Lauf der Bietigheimer nicht stoppen. Bis zur 55. Minute hielten die Gäste den Fünf-Tore-Vorsprung (19:24). Dann scheiterte zunächst André Lohrbach mit seinem vierten Siebenmeter an Friesenheims zweitem Torhüter Max Bender, danach traf die SG BBM bei einem Tempogegenstoß nur den Pfosten. "Da hätten wir den Sack zumachen können, bei sechs Toren Vorsprung wäre Friesenheim nicht mehr zurückgekommen", war sich SG-Coach Mayerhoffer sicher.

Doch nach einer Zwei-Minuten-Strafe gegen Timo Salzer (58.) musste die SG BBM die Begegnung beim Stand von 21:25 in Unterzahl zu Ende spielen. Die Gastgeber, die zuvor schon Robin Haller und Timo Salzer in Manndeckung genommen hatten, drängten nun mit Macht auf den Ausgleich. Zwei Treffer von TSG-Torjäger Philipp Grimm und einer von Marco Hauk brachten die Gastgeber eine Minute vor der Schlusssirene auf 24:25 heran. Doch dann parierte Kulhanek einen freien Wurf und der überragende Robin Haller erzielte mit seinem elften Treffer 18 Sekunden vor Schluss den 24:26-Endstand. "Robin hat auch heute wieder entscheidende Tore geworfen, vor allem als gegen uns Zeitspiel angezeigt wurde", lobte Mayerhoffer, um dann gleich hinterherzuschieben: "Die ganze Mannschaft hat heute eine grandiose Leistung geboten". Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt der SG BBM, die als Tabellendritter nun auf einem Aufstiegsplatz steht, nicht. Bereits am Samstag (20 Uhr) kommt die HG Saarlouis in die Viadukthalle.


Ludwigsburger Kreiszeitung
Bietigheim brennt Feuerwerk ab

Handball-Zweitbundesligist SG BBM Bietigheim scheint derzeit von nichts und niemanden auf seinem Weg in die 1. Liga stoppen zu sein.

Vier Tage nach dem Auswärtscoup beim Tabellendritten Leipzig triumphierten die Ellentäler gestern Abend beim Spitzenreiter TSG Friesenheim mit 26:24 (13:12). Als Matchwinner durfte sich Torjäger Robin Haller feiern lassen, der elf Tore erzielte. Nach diesen „big Points“ im Rennen um den Aufstieg in die stärkste Liga der Welt ist den Schützlingen von Trainer Hartmut Mayerhoffer alles zuzutrauen. Und dies, nachdem sich einen Tag vor dem Zweitliga-Hit mit Tim Coors der vierte Stammspieler verletzungsbedingt für den Rest der Saison abmeldete. „Im Moment passt bei uns alles zusammen. Um solche Leistungen zu erzielen, müssen alle Spieler an ihre Grenzen gehen,“ stellte Mayerhoffer fest. Der Lohn für unbändigen Willen ist der Sprung auf Rang 3, der zum Aufstieg berechtigt. Kulhanek treibt Friesenheim mit seinen Paraden zur Verzweiflung Die SG zeigte sich keinesfalls geschockt von dem Ausfall von Coors und bot dem Tabellenführer von Beginn an Paroli. Friesenheim, das mit einem weiteren Heimsieg den Erstligaaufstieg nahezu perfekt machen konnte, lag vor den 1860 Zuschauern nach elf Minuten mit 6:5 in Front. SG-Flügelflitzer Andre Lohrbach drehte mit zwei Treffern den Rückstand in eine 7:6-Führung. Diesen Ein-Tore-Vorsprung hielten die Ellentäler bis zum Seitenwechsel. Neben der energisch zupackenden SG-Abwehr war es Torhüter Jan Kulhanek, der mit etlichen Glanzparaden die Angreifer des Ligakrösus zur Verzweiflung trieb. Im Angriff düpierte ein glänzend aufgelegter Robin Haller den besten Zweitligatorhüter Kevin Klier ein ums andere Mal. Sein sechster Treffer schlug zur 12:11-Führung ein, die Andreas Blodig in der 27. Minute auf 13:11 ausbaute. Im zweiten Abschnitt waren die Gäste bis zur 50. Minute auf Fünf-Tore enteilt (22:17). Aber selbst beim 21:25-Rückstand zwei Minuten vor Feierabend gaben sich die zeitweise flügellahmen „Eulen“ nicht geschlagen. Eine Minute vor der Schlusssirene waren die Rothemden bis auf einen Treffer heran (24:25) ehe der überragend Haller mit seinem elften Treffer den Sack zumachte.

SG BBM: Kulhanek, Welz; Haller (11), Lohrbach (6/3), Blodig (4), Marco Rentschler (2),Timo Salzer (1), Barthe (1), Dahlhaus (1), Thorsten Salzer, Heling, Boschen.

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